Filmvorführung und Diskussion Harun Farocki: Stilleben

Stilleben © Harun Farocki GbR.

Di, 13.09.2022

19:00

aqb Nest

(1997, 56 Min.)

Man sieht den Stilleben-Fotografen und ihren Teams gerne bei der Arbeit zu, weil sie eine konstruktive Arbeit tun. Sie bauen ein Bild auf, wie man ein Gerüst oder einen Kran aufbaut. Allerdings wissen wir, wie ein Kran aussieht, während die Fotografen ihr Ziel in vielen Anläufen und Teilschritten gewinnen und vergegenwärtigen müssen.

In STILLEBEN werden Ausführungen, bestimmte Thesen und ideentheoretische Implikationen zu diesem Akt des Gegenstände-Abbildens gemacht. Was bedeutet das, eine Welt der Gegenstände auszuhalten, sich auf Gegenstände zu konzentrieren usw.?

Diese Blocke von dokumentarischen Szenen stehen dem unkommentiert gegenüber, und die Hoffnung ist, daß man die Ideen der Kunstgeschichte auf die Werbung projiziert und die Unterschiede bemerkt, und umge kehrt solche Stilleben auch anders sehen kann, wenn man diesen merkwürdigen kultischen Aufwand, der bei diesen Produktionen an den Tag kommt, auf den heiligen Akt der Kunst realisierung überträgt.

(Harun Farocki)


RegieBuch Harun Farocki Kamera Ingo Kratisch Schnitt Irina Hoppe, Rosa Mercedes, Jan Ralske Ton Ludger Blanke, Jason Lopez, Hugues Peyret Mischung Gerhard Jensen-Nelson Mitarbeit Jörg Becker, Dina Ciraulo, Cathérine Mariette Sprecher Hanns Zischler 

Nach der Filmvorführung diskutieren wir mit dem Kunsthistoriker Sándor Hornyik.
 
SÁNDOR HORNYIK ist Kunsthistoriker und wissenschaftlicher Berater am Institut für Kunstgeschichte des Forschungsnetzwerks Eötvös Loránd. 2005 verteidigte er seine Dissertation über die Rezeption des modernen wissenschaftlichen Weltbildes in der bildenden Kunst, die auch in Buchform veröffentlicht wurde („Avantgárd tudomány?“, Verlag Akadémiai Kiadó, 2011). Neben der Kunst der Avantgarde- und Neoavantgarde interessierte er sich zunächst für die Theorie der Kunstgeschichte und die Wissenschaft der visuellen Kultur und sammelte seine Texte zu diesen Themen in sein Buch „Fremde in einer sündigen Stadt“ (L'Harmattan, 2011). 2016 erschien seine Monografie über die Malerei von Attila Szűcs („Sepcters and Experiments“) bei Hatje Cantz, und 2018 veröffentlichte Thames & Hudson seinen gemeinsam mit Edith Sasvári und Hedvig Turai herausgegebenen Band zur ungarischen Kunst der 1950er und 1960er Jahre („Doublespeak: Art in Hungary, 1956-1980“). Im Jahr 2021 erhielt er den Doktortitel der Ungarischen Akademie der Wissenschaften, und seine akademische Dissertation bildete die Grundlage für die Veröffentlichung seines Buches „Die Archäologie des Sürnaturalismus“.

Zurück