Filmvorführung und Diskussion Harun Farocki: Zwischen zwei Kriegen

Harun Farocki: Zwischen zwei Kriegen © Harun Farocki GbR.

Di, 11.10.2022

19:00

aqb Nest

(1978, 83 Min.)

Zwischen zwei Kriegen von Harun Farocki ist ein Film über die Zeit der Hochöfen, 1917 bis 1933, über die Entwicklung einer Industrie, über eine perfekte Maschine, die so lange laufen mußte, bis sie sich selbst zerstörte. Der Essay des Berliner Filmemachers Harun Farocki über die Schwerindustrie und das Gichtgas überzeugt durch kühle Abstraktion, durch die monomanische Besesseneheit des Autors, der an Hand eines einzigen Beispiels den selbstzerstörerischen Charakter der kapitalistischen Produktion zu belegen versucht.

Zugleich ist Zwischen zwei Kriegen auch ein Film über die Anstrengung des Filmemachens, eine Reflexion über Handwerk und Herstellungsbedingungen. Farocki entfernt sich radikal von der gedankenlosen Schlampigkeit üblicher Fernseharbeiten. Die Klarheit und präzise Kadrierung seiner spröden Schwarzweißkompositionen, die Gedanken nicht illustrieren, sondern selber Gedanken sind, erinnern oft an den späten Godard. Die Armut dieses Films, dessen Produktion sechs Jahre in Anspruch nahm, ist zugleich seine Stärke.
(Hans C. Blumenberg, 2.2.1979)

Nach der Filmvorführung diskutieren wir mit der Film- und Theaterwissentschaftlerin Beatrix Kricsfalusi.

Regie, Schnitt Harun Farocki Regie-Assistenz Jörg Papke Buch Harun Farocki unter Verwendung von Das große Verbindungsrohr (1975) Wissenschaftliche Mitarbeit Hella Jürgens Script Wolfgang Bruckschen Kamera Axel Block, Ingo Kratisch Kamera-Assistenz Melanie Walz Licht Melanie Walz Ton Karl-Heinz Rösch Mischung Gerhard Jensen Musik Auszüge aus Gustav Mahlers Lied von der Erde

 

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