Film Digitale Revolution und Film

Al Marhala Al Rabiaa
© Berlinale Press

Sie hat den Zuschauer gleich in ihren Bann gezogen: Die gestochen scharfe Vorstellung des Eröffnungsfilms der Berlinale im Kinosaal des Friedrichstadt-Palastes. Mit der bestechenden Filmproduktion der Coen-Brüder Hail Caesar (2016) wurden die neusten Wunder der digitalen Technologie unter Beweis gestellt. Zum ersten Mal in der Geschichte der Berlinale kam für eine Filmvorführung ein 4k Laser Projektor zum Einsatz.

Sie hat den Zuschauer gleich in ihren Bann gezogen: Die gestochen scharfe Vorstellung des Eröffnungsfilms der Berlinale im Kinosaal des Friedrichstadt-Palastes. Mit der bestechenden Filmproduktion der Coen-Brüder Hail Caesar (2016) wurden die neusten Wunder der digitalen Technologie unter Beweis gestellt. Zum ersten Mal in der Geschichte der Berlinale kam für eine Filmvorführung ein 4k Laser Projektor zum Einsatz.

Filmfestivals scheinen inzwischen überhaupt eine geeignete Plattform für Experimente mit neuen Technologien sowohl in der Projektion als auch in der Datenverarbeitung darzustellen. Die Berlinale selbst, so laut eigener Erklärung, hat die Digitalisierung im gesamten Betrieb seit  2010 eingeführt. Mehr als 95% aller Filme, die während des Festivals gezeigt werden, liegen im digitalen Format (Digital Cinema Package, DCP) vor. Die eingereichten Filme werden über die digitale Transfer-Software Faspex verarbeitet. Der enorme Server, den das Festival betreiben muss, übersteigt jedes Vorstellungsvermögen. Sämtliche zu speichernde Filmdaten belaufen sich auf bis zu einem Petabyte (1000TB)!
 

Digitale Filmproduktion

Die digitale Technologie hat nicht nur das Filmemachen revolutioniert, sondern es zudem weltweit demokratisiert. In vielen Fällen hat sie Filmemachern in Entwicklungsländern ermöglicht, Bild und Ton in hoher Qualität zu produzieren – auch ohne das Budget eines Hollywood-Films. Ein Beispiel dafür ist die iranische Produktion Ajhdeha Vared Mishavad! (A Dragon Arrives!) von Mani Haghighi. Im Gegensatz zu den neorealistischen Low-Budget-Vorgängern hat Haghighi mit Ajhdeha Vared Mishavad! einen interessanten, bemerkenswerten und Genre-übergreifenden Film im Hochglanz-Format geschaffen. Sieht man einmal von der Filmgeschichte ab, könnte man ihn glatt für einen Hollywood-Blockbuster halten.
 

Die digitale Technologie ist allerdings nicht ganz unproblematisch, denn zum Teil beruht die Produktion von Bildern und Ton auf Technologien, deren Entwicklung auf militärische Zwecke zurückzuführen sind, wie etwa Dronen oder Radar. Viele der Festival-Filme spielen in kriegszerstörten Regionen, wobei die Filmemacher das, was der verstorbene deutsche Filmmacher Harun Faroucki als “operational images” bezeichnete, gleichzeitig nutzen und kritisch hinterfragen. Ahmad Ghossein beispielsweise fordert uns auf, unsere Beziehung zu Bildern und Kriegslandschaften zu überdenken, indem er Bilder von Dronen verwendet. Was bedeutet es, Zeuge eines Krieges zu sein? Was bedeutet es, einen Krieg zu dokumentieren?