Kurzgeschichte Ein blutiger Brief für den Präsidenten

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Ich hatte mal den Wunsch gehabt, Präsidentin zu werden, jedoch hat das Schicksal es mit mir nicht gut gemeint und deshalb wurde ich bloß ein Dienstmädchen

Assalamualaikum, sehr geehrter Herr Präsident. Bitte erlauben Sie mir, dass ich mich zunächst einmal bei Ihnen vorstelle: mein Name ist Minah, das ist kurz für Rosminah. Ursprünglich stamme ich aus Kediri. Zurzeit arbeite ich in Hongkong und kümmere mich um die fünf Hunde meines Arbeitgebers. Meine kleine Tochter habe ich unterdessen im Dorf in der Obhut ihrer Großmutter zurück gelassen…“

Piep… piep… piep… Das Geräusch des Weckers riss Minah um 07:00 Uhr morgens ausihren Gedanken, in denen sie nach den passenden Worten für den Brief suchte. Hastig faltete sie das Stück Papier zusammen und schob es unter die alte Matratze. Die zwanzigjährige Frau verließ rasch den winzigen Raum, in dem sie ihr Arbeitgeber untergebracht hatte. Sieging in die Küche, um das Futter für die fünf Hunde ihres Arbeitgebers vorzubereiten. Das hungrige Bellen schallte aus dem Zwinger, der sich auch in der Abstellkammer befand. Minah wollte verhindern, dass das Gebell noch lauter wurde, und brachte den Hunden rasch das Futter. Gierig verschlangen sie es und hörten auf zu bellen. Unterdessen holte Minah die Hundeleinen. Minahs nächste Aufgabe am Morgen bestand darin, die Hunde auf die Straße zu führen. Bevor sie jedoch die hinter dem Haupthaus gelegene Abstellkammer verließ, holte Minah das gefaltete Stück Papier unter der Matratze hervor und steckte es sich in die Hemdtasche.

Sehr geehrter Herr Präsident, auch ich hatte mal davon geträumt, Präsidentin zu werden, aber das Leben meinte es nicht gut mit mir und so wurde ich nur ein Dienstmädchen. Mein Vater hat mir erzählt, dass Sie als Präsident über alles Bescheid wüssten und daher alle Probleme des ganzen indonesischen Volkes lösen könnten; tatsächlich seien Sie der schlauste und der beste Mensch in ganz Indonesien. Aus genau diesem Grund möchte ich Ihnen, Herr Präsident, gerne von mir und meinen jetzigen Problemen erzählen. Und ich bitte Sie herzlich, mir zu helfen.“

Mit diesen Worten fuhr Minah, auf einer Parkbank sitzend, mit ihrem Brief fort. Zum Glück machten die Hunde heute nicht allzuviel Arbeit. Die Hunde saßen in der Nähe der Parkbank und beobachteten das morgendliche Treiben der vorbeigehenden Passanten. Möglicherweise hatten die Tiere zu viel gefressen. Minah war gerade dabei, sich Gedanken über die Fortsetzung Ihres Briefes zu machen, als plötzlich zwei der Hunde damit begannen, ihr Geschäft zu verrichteten. Sogleich verbreitete sich ein stechender Geruch, und Minah geriet in Panik. Sie hatte das Zeitungspapier vergessen!

Das Dienstmädchen war verwirrt; sollte sie den Hundekot einfach liegen lassen und so tun, als ob nichts geschehen wäre, oder sollte sie das Stück Papier in ihrer Hand, auf dem sie ihre Gedanken niedergeschrieben hatte, zur Beseitigung der Haufen opfern? Wenn sie sich für die erste Möglichkeit entschied, würde dies sicherlich zu einer Beschwerde von den Nachbarn bei ihrem Arbeitgeber führen und ohne Zweifel viel Ärger für sie bedeuten. Bei der zweiten Möglichkeit wäre der Entwurf ihres Briefes verdorben, für den sie soviel Mühe aufgewendet hatte. Minah entschied sich dennoch für die zweite Möglichkeit, obwohl sie das Stück Papier, das nun durch den Hundekot schmutzig geworden war, nicht wegwarf. Stattdessen faltete sie das Papier zusammen und nahm es wieder mit nach Hause, um den darauf verfassten Text erneut ins Reine zu schreiben.

Minah hatte nur die Grundschule besucht. Die Stelle in Hongkong hatte sie durch einen Arbeitsvermittler bekommen. Der Arbeitsvermittler hatte sie zu einem Agenten gebracht, der sich um alle weiteren Formalitäten gekümmert hatte. Minah verstand nichts von dem, was verhandelt wurde. Sie hatte sowohl dem Arbeitsvermittler als auch dem Agenten blindlings geglaubt und den Arbeitsvertrag, der ihr von dem Agenten vorgelegt worden war, einfach so unterschrieben. Wahrscheinlich waren es die mangelnden Arbeitsmöglichkeiten und die finanziellen Schwierigkeiten ihrer Familie gewesen, die sie zu diesem Schritt bewogen hatte. Für sie war es das Wichtigste gewesen, überhaupt eine Arbeit zu bekommen, zumal die Agentur nicht allzu viele Bedingungen stellte. Man hatte ihr lediglich gesagt, dass die entstehenden Kosten von ihrem Gehalt abgezogen werden würden. Damals war Minah sich sehr sicher gewesen, auf diesem Weg die schlimme finanzielle Lage ihrerFamilie verbessern zu können, obwohl der Schritt im Ausland zu arbeiten auch bedeuten würde, dass sie ihre vierjährige Tochter zurück lassen müsste.
„Assalamualaikum, sehr geehrter Herr Präsident. Bitte erlauben Sie mir, dass ich mich zunächst einmal bei Ihnen vorstelle: mein Name ist Minah, oder vielmehr Rosminah. Ursprünglich stamme ich aus Kediri. Zurzeit arbeite ich in Hongkong und kümmere mich um die fünf Hunde meines Arbeitgebers. Meine kleine Tochter, die noch keine fünf Jahre alt ist, habe ich unterdessen im Dorf in der Obhut ihrer Großmutter zurück gelassen. Jetzt denken Sie sicherlich, dass ich kein Herz besitze, warum sonst sollte ich mich mehr um die Haustiere meines Arbeitgebers kümmern wollen, als um mein eigenes Kind. Allerdings ist dies, Herr Präsident, wohl mein Schicksal. Ich kann nicht anders, als mein Schicksal anzunehmen.

Sehr geehrter Herr Präsident, auch ich hatte mal den Wunsch gehabt, Präsidentin zu werden, jedoch hat das Schicksal es mit mir nicht gut gemeint und deshalb wurde ich bloß ein Dienstmädchen. Ich weiß nicht so recht, wie ich mit meinem Brief an Sie, Herr Präsident, fortfahren soll. Ich bin nicht so gewandt im Schreiben. Meine Bekannte, Mbak[1] Tutik, hat einmal gesagt, dass wenn ich lernen wolle mich besser schriftlich auszudrücken, so müsse ich viel schreiben. ‘Hauptsache schreib etwas’ hat sie gesagt. Wenn ich gerade versuche, Ihnen entsprechend meinen Fähigkeiten diesen Brief zu schreiben, dann geschieht dies auf Grund der Ermutigungen von Mbak Tutik. Sie ist es, die mir oft Mut macht und mich immer wieder ermuntert meine Meinung zu äußern. Mbak Tutik ist schlau, und obwohl sie ebenso wie ich ein Dienstmädchen ist, hat sie einen Arbeitgeber der bei weitem nicht so gemein ist wie mein Arbeitgeber. Sie bekommt sogar öfter mal frei und kann dann diese Zeit nutzen, um diesen oder jenen Kurs zu besuchen. Das würde ich auch gerne mal tun, sehr geehrter Herr Präsident. Aber dafür bleibt mir keine Zeit. Auch ist mein Gehalt sehr niedrig, ganz im Gegensatz zu dem Verdienst von Mbak Tutik. Sie hat mir gesagt, dass ich von meinem Arbeitgeber unterbezahlt werde, und hat mir empfohlen, meine Rechte einzufordern. Aber ich weiß nicht, wie ich das anstellen soll.

Das Einzige, was ich tun kann, ist diesen Brief zu schreiben. Auch bin ich mir gar nicht sicher, wie dieser Brief, wenn er dann fertig ist, Sie erreichen wird. Ich kenne ja nicht einmal Ihre Adresse. Selbst wenn ich diese wüsste, wäre ich dann in der Lage, Ihnen diesen Brief zu schicken? Das Porto ist sicherlich sehr teuer. Sie müssen wissen, Herr Präsident, dass, seitdem ich hier arbeite, ich noch nie einen Brief an meine Familie nach Kediri geschickt habe. Schade um die Briefmarken; viel lieber spare ich mir das Geld für meine Rückreise zusammen.“

Die braunhäutige Frau war jedoch nicht so rosig, wie ihr Name vermuten ließ. Ihre Jugend und Schönheit waren durch den schweren Lebensweg gezeichnet worden, den sie bis dahin gegangen war. Auch waren ihre Gefühle durch das Leid, das sie erfahren hatte, und ihre Trauer bereits abgestumpft.

Nachdem sie die Grundschule abgeschlossen hatte, begann sie in einer Zigarettenfabrik als Tagelöhnerin Zigaretten zu drehen. Ihr Verdienst reichte oft nicht einmal aus, um den Lebensunterhalt für ihre Familie zu sichern, zumal ihre beiden jüngeren Geschwister noch zur Schule gingen. Trotzdem hatte sie den Wunsch, ihren Geschwistern die beste Ausbildung zu ermöglichen. Als eines ihrer Geschwister gerade die Grundschulausbildung beendet hatte, kam es in der Zigarettenfabrik zu Massenentlassungen. Ein ausländischer Investor hatte die Mehrheit an der Firma aufgekauft, die Fabrik modernisiert und Arbeitskräfte eingespart. So stand Minah plötzlich ohne Arbeit da. Schweren Herzens musste sie den Traum verwerfen, ihren Geschwistern eine bessere Ausbildung zu ermöglichen.

Lieber Herr Präsident, warum ist die Schulausbildung denn so teuer? Wie lange wird es dauern, bis jemand wie ich seine Lebensqualität verbessern kann, wenn es nicht einmal für die Schule reicht? Wenn ich Sie um etwas bitten dürfte, Herr Präsident, dann wäre es, dass Sie meine Geschwister zur Schule schicken. Ich bin mir sicher, dass Sie viel Geld besitzen, das gewiss ausreicht, umvielen armen Kindern die Schule zu bezahlen. Guter Herr Präsident, auch ich würde gerne wieder zur Schule gehen. Mbak Tutik hat gemeint, dass ich noch recht jung sei und dass ich noch einen langen Weg vor mir hätte. Ich möchte meine Zukunft nicht als billige Arbeitskraft verbringen. Stattdessen würde ich gerne meine Ausbildung fortsetzen ebenso wie meine Bekannte, Mbak Tutik, auch wenn ich nebenher noch arbeiten müsste. Ich bete dafür, dass mein nächster Arbeitgeber verständnisvoller ist und ich ein besseres Gehalt bekommen werden.

Minah hatte jung einen Tabakbauern geheiratet. Gemeinsam mit ihrem Ehemann arbeitete sie auf den Feldern eines anderen Farmers. Ihr beider Verdienst von der Feldarbeit war gerade genug zum Überleben. Als ihr erstes Kind zur Welt kam, gab es auf der Farm eine Missernte und der Lohn ihres Ehemanns wurde stark gekürzt. Minah sah sich gezwungen, überall Schulden zu machen, um die Entbindung bezahlen zu können.

Zu allem Missgeschick verließ eines Tages ihr Ehemann das Haus, ohne ihr zu sagen, wohin er gehen würde. Ein Streit um die vielen Schulden war dem vorausgegangen. Minah war der Verzweiflung nahe. Deshalb hatte sie das Angebot, im Ausland zu arbeiten, mit offenen Armen angenommen.

„Herr Präsident, wenn Sie die Frage erlauben: Wieviel verdienen Sie denn im Monat? Sicherlich ist es sehr viel. Bestimmt können Sie mit Ihrem Verdienst Ihren Kindern die beste Ausbildung an höheren Schulen ermöglichen. Nicht so wie ich. Mbak Tutik hat gesagt, dass ich eigentlich weitaus mehr verdienen müsste, als was ich derzeit von meinem Arbeitgeber bekomme. Aber ich weiß nicht wie ich dies anstellen soll. Auch wenn mein Gehalt sich verbessern sollte, so ist es gewiss nicht mit Ihrem Verdienst zu vergleichen, denn schließlich bin ich ja bloß ein Dienstmädchen, während Sie Präsident und somit die Nummer Eins in ganz Indonesien sind.“

Normalerweise kehrte Minah mit den Hunden zum Haus ihres Arbeitgebers zurück, wenn es draußen heiß wurde und die Hunde genug Auslauf gehabt hatten. Im Haus ihres Arbeitgebers angekommen, musste sie neben anderer Hausarbeit auch noch den Hundekäfig und den Hinterhof des Hauses vom Kot der Hunde säubern und die Hunde jeden Nachmittag waschen. Um keinen Ärger mit ihrem Arbeitgeber zu bekommen, schob Minah den Entwurf des Briefes jedes Mal zusammengefaltet unter die alte Matratze, auf der sie schlief. Sie wollte nicht verdächtigt werden, etwas zu schreiben, was dem Arbeitgeber oder dessen Familie schaden könnte.

Eines Tages wurde einer der Hunde krank und man gab Minah die Schuld dafür. Der Arbeitgeber schlug sie und bestrafte sie, indem man ihr drei Tage lang das Essens verweigerte. Am ersten Tag der Strafe konnte Minah den Hunger, den sie verspürte, noch aushalten. Am zweiten Tag, geriet die junge Frau in Versuchung, das Hundefutter zu essen, nur um ihren Bauch zu füllen. Am dritten Tag war sie dermaßen verzweifelt über ihre Situation, dass sie beschloss, ein klein wenig von dem Hundefutter zu essen. Minah war darüber besorgt, dass ihr Arbeitgeber das fehlende Hundefutter bemerken könnte. An jenem Abend, nachdem die Zeit ihrer Strafe vorüber war, sank das Dienstmädchen völlig erschöpft und hungrig zu Boden. An die Wand gelehnt, fuhr sie fort ihren Brief zu schreiben.

„Ist denn ein Dienstmädchen wie ich weniger wert als Hunde? Was empfinden Sie, lieber Herr Präsident, wenn Sie erfahren würden, dass eine ihrer Landsleute weitaus erniedrigender behandelt wird als ein Hund? Ach, wahrscheinlich werden Sie davon nie etwas davon erfahren. Vielleicht haben Sie Wichtigeres zu tun, als sich um die Sorgen des kleinen Volkes zu kümmern. Aber auch ich gehöre zum Indonesischen Volk, oder nicht? Wenn ich doch nur die Gelegenheit gehabt hätte, bis zum Abschluss weiter in die Schule zu gehen, dann wäre mein Leben gewiss anders verlaufen, nicht wahr, Herr Präsident? Deshalb wünsche ich mir, dass meine Geschwister eine bessere Ausbildung genießen können, sodass ihnen nicht dasselbe Schicksal wiederfährt wie mir und dass sie nicht schlechter als Hunde behandelt werden.“ Minah faltete ihren Brief wieder zusammen und hielt ihn einige Augenblicke in der Hand.

In der Abstellkammer stank es nach Schimmel, Staub und Hundekot aus dem Zwinger neben ihrem Bett. Minah hatte den Brief noch nicht wieder unter die Matratze geschoben, der Schlaf sie überkam. Das Klingeln des Weckers, das sie an die Fütterung der Hunde erinnern sollte, konnte die junge Frau nicht aus ihrem Tiefschlaf wecken. Es störte sie auch nicht, als das Gebell der hungrigen Hunde immer lauter wurde. Auch kümmerte sie sich nicht darum, dass die Hunde gegen Mitternacht ihre Handflächen und Handgelenke zuerst ableckten und dann allmählich daran herum knabberten. Sie hatte nicht mehr die Kraft, es zu verhindern. Sie wollte einfach nur schlafen.

An jenem Abend war niemand außer ihr im Haus. Ihre Arbeitgeber waren nach Shanghai aufgebrochen und würden erst am drauffolgenden Tag zurückkommen. Deshalb kümmerte sich Minah auch nicht sehr um das hungrige Bellen der Hunde. Sie wollte nur ein paar Augenblicke des Friedens auskosten, nur für eine Nacht. Sie wollte an nichts anderes denken, als an ihren kleinen Sohn daheim.

Gegen Mitternacht konnten die Hunde aus ihrem Zwinger entkommen. Das Dienstmädchen hatte vergessen, die Tür des Käfigs zu verriegeln. Die Hunde schubsten einander, um die Handflächen und Handgelenke des Dienstmädchens abzulecken, an denen sie den Geruch des Tierfutters riechen konnten. Denn obwohl Minah sich nach dem Füttern die Hände gewaschen hatte, klebte der Geruch immer noch an ihren Händen. Der größte unter den Hunden drängte die anderen knurrend zur Seite, sodass er allein an den Handflächen des Dienstmädchens lecken konnte. Die anderen Hunde wollten jedoch nicht zurückstecken und drängelten. Der große Hund wollte jedoch seine Beute nicht mit den anderen teilen und biss Minah fest ins Handgelenk. Schreiend vor Schmerz sprang Minah auf, besaß jedoch nicht mehr die Kraft, ihre Hand zu befreien. Auch die anderen Hunde bissen jetztdrauf los.

Je mehr Minah um Hilfe schrie, desto wilder wurden die Hunde. Die Bisse der Hunde hatten ihre Pulsschlagader aufgerissen. Frisches Blut floss in Strömen auf den Brief, den Minah immer noch in ihrer Hand festhielt. Mit letzter Kraft trat sie nach den Hunden und versuchte ihre Hand zu befreien.Fast eine halbe Stunde trat Minah nach den Hunden. Niemand hörte die verzweifelten Hilferufe der jungen Frau.Als sie schließlich ihre Hand aus den Zähnen der Hunde befreien konnte, brach sie zusammen. Das Blut sprudelte stärker und stärker aus ihren Adern auf den Boden der Abstellkammer. Die Hunde bellten wie wahnsinnig. Mit letzten Kräften suchte Minah nach dem Blättern, der über und über mit Blut beschmiert auf dem Boden verteilt lagen. Gerade als Minah den Brief ergriffen hatte, wurde es schwarz um sie und sie verlor das Bewusstsein.

Die Zeitung „Apple Daily“ berichtete darüber wie folgt:

Hongkong -Eine Wanderarbeitnehmerin aus Indonesien wurde tot in einem Haus im Stadtteil Tai Po aufgefunden. Die 20-jährige Frau beging Selbstmord, indem sie sich die Pulsadern aufschnitt. Sie starb an den Folgen des großen Blutverlustes. Der Selbstmord ereignete sich als der Hausbesitzer, Herr Jiao, bei dem die junge Frau als Dienstmädchen beschäftigt war, nach Shanghai verreist war. Mitarbeiter der Stadtreinigung, die zuerst durch lautes Hundegebell auf das Haus aufmerksam wurden, fanden die Frau leblos in ihrem Zimmer auf. In der Hand der Toten fand man einen blutbefleckten Brief, der vermutlich ein Abschiedsbrief ist. Die Polizei hat den Brief für weitere Ermittlungszwecke sichergestellt.“
 
[1]Mbak: Jawanische Bezeichnung für „große Schwester“.
 

Jaladara wurde 1987 in Ciamis, auf West Java geboren. Mit einem Hintergrund als Gastarbeiterin, ist sie heute die Gründerin und Direktorin des Abatasa Bibliothek und Lernzentrums in Hong Kong. Zu ihren Veröffentlichungen gehören „Un Dans L’eternite“ und „Surat Berdarah Untuk Presiden“. Mit „Surat Berdarah Untuk Presiden“ gewann sie einen gesamtasiatischen Schreibwettbewerb. Ihre Arbeit wird in verschiedenen Medien indonesischer Sprache in Hong Kong veröffentlicht.