Workshop und Podiumsdiskussion Critical Playground

Critical Playground © Biennale Jogja

21-22.10.2019

Workshop: 09:30 - 18:00 Uhr

Öffentliches Symposium: 16:30 – 18:00 Uhr

Biennale Jogja XV 2019

Künstlerkollektive und von Kurator*innen geleitete Initiativen sind ein integraler Bestandteil globaler Kunstszenen. In Südostasien spielen sie ein wichtige Rolle in der Bereitstellung von Räumen für künstlerische Produktionen und Präsentationen, sie ermöglichen kritische Reflexionen, sie unterstützen und verbinden communities, setzen sich für alternative Formen von Forschung und Lehre ein und vermitteln häufig prägende Erfahrungen im Bereich künstlerischer und kuratorischer Praxis, aber auch in Verwaltung, PR, Organisations- und Leitungsfragen. Künstlerinitiativen stehen in einem spezifischen Spannungsverhältnis zu staatlichen Strukturen und nicht selten kompensieren sie auch Defizite dieser Strukturen in Bezug auf Professionalität, Offenheit und Experimentierfreudigkeit.

Die Entstehungsgeschichte solcher Künstlerkollektive in Südostasien ist häufig in Bezug auf ungenügende Infrastrukturen im künstlerischen Bereich beschrieben worden, insbesondere für die erste Gründungsphase. Später Erklärungsmuster konzentrieren sich auf die künstlerische Auseinandersetzung mit politischen Fragen, die Reaktion auf staatliche Kontrolle und generelle Fragen von Machtverhältnissen in den globalen Kunstszenen. Beide Faktoren haben unterschiedliche Generationen von Künstler*innen dazu gebracht, ein spezifisches künstlerisches Ökosystem aufzubauen, das sich markant von westlichen Szenen unterscheidet.

Biennale Jogja - Public Program © Biennale Jogja In den letzten drei Jahrzehnten, seit den späten 80er Jahren, haben diese von Künstler*innen und Kurator*innen geleiteten Initiativen einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung lokaler Kunstszenen geleistet, mit einem besonderen Fokus auf Wissensgenerierung und -vermittlung. In dieser Zeit haben sich äußere Rahmenbedingungen verändert und politische Kontexte in unterschiedliche Richtungen entwickelt. Welchen Einfluss hatten die Veränderungen auf Visionen, Paradigmen und die Praxis dieser Kollektive? Auf welche Weise haben sich die institutionellen Landschaften verändert und wie lässt sich in neuen Kartographien navigieren? Ähnliche Fragestellungen sind im Laufe der Zeit in Ausstellungen oder Publikationen aufgriffen worden, u.a. bei Cities on the Move (1996), der Gwangju Biennale (2002) oder dem Buch New Museum Triennale (2013).

Die Biennale Jogja und das Goethe-Institut Indonesien präsentieren gemeinsam eine Reihe von Gesprächen zwischen Praktikern und Mitgliedern von Künstlerinitiativen aus der Region und aus unterschiedlichen Generationen, die die jeweiligen lokalen Kontexte aufnehmen und der Frage nachgehen, wie diese kollektive Diskurse und die Praxis einer südostasiatischen Kunstszene mitbestimmt haben. Nach einer Reihe von geschlossenen Workshops werden Positionen bei einer öffentlichen round-table Diskussion am 22. Oktober vertieft.

 

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