Foreign Students “Preparing for the German Educational System”

The German Federal Government wants to increase the number of foreign students. But too many still break off their studies. Gebhard Reul of the German Academic Exchange Service (DAAD) explains what German universities can do to foster integration.

Mr. Reul, you’re head of the DAAD department for mobility and mentoring programs. To what extent do German universities cultivate a welcoming culture in order to make themselves attractive to foreign students?

Foreign students have always been an important target group for German universities, and in recent years a welcoming culture geared to them has played an increasingly important role. This certainly has to do with the fact that in 2003 the DAAD set up a special program with funds from the Federal Foreign Office: as part of the “Scholarship and Mentoring Program for Foreign Students and Doctoral Candidates”, Stibet for short, we’ve awarded funds for various mentoring activities, ranging from orientation events and mentoring programs to excursions. Under this program universities can also award scholarships to foreign students and PhD candidates. Stibet has been very well received, with over 260 universities taking part in it. In addition to the activities of the universities, there are many student initiatives for promoting the integration of foreign students.

For many foreign students the German language is a major hurdle


According to a 2014 study by the German Academic Exchange Service, about 40 percent of foreign students in Germany break off their studies. “Stibet” aims to counteract this. Has the program already had an effect?

In 2014 we evaluated the Stibet program. Most of the participating universities indicated that the number of student drop-outs had been reduced, mainly through degree scholarships. Students also benefited from introductory courses that prepared them subject-specifically for their studies. Many students come from countries with completely different educational cultures: in many regions of the world, for example, there are numerous tests spread out over the semester. It’s therefore a challenge for these students to structure their learning at a German university so that they can pass a single exam at the end of the semester. For this reason we also prepare our scholarship holders for the special features of the German educational system in orientation sessions.

What role do language barriers play in the attempt of foreign students to find their way in the German university system?

For many foreign students the German language is a major hurdle. This is because the various test providers here and abroad sometimes use different methods of evaluation. Not all students who have a C1 certificate are actually fluent in the language at this high level. Moreover most students, though prepared for the everyday language, are not prepared for the specialized languages they need for their studies. Even foreign students who do their studies in the English-language programs cope better when they learn German. That’s why a German course has been designed for all English-speaking DAAD scholarship holders, which will contribute to their better integration and better success in their studies.


Securing good supervision.

 

  • Iryna Shymbra aus der Ukraine studiert Literatur und Medien und war 2014 als Erasmus-Studentin an der Universität Bamberg. © Iryna Shymbra
    Iryna Shymbra aus der Ukraine studiert Literatur und Medien und war 2014 als Erasmus-Studentin an der Universität Bamberg.

    „Das Studium in Deutschland war am Anfang etwas kompliziert. Ich hatte Probleme, die Fachsprache in den Vorlesungen zu verstehen, und es war eine Herausforderung, wissenschaftliche Artikel zu lesen. Meine Wörterbücher haben mir zum Glück geholfen. Jetzt mache ich meinen Master in Deutschland. Ich versuche, mit meiner Mitbewohnerin deutsch zu sprechen. Es gibt zwar auch die Möglichkeit, mit einem Lernpartner zu arbeiten, aber dafür habe ich mich zu spät beworben.“
  • Abdoulaye Samake aus Mali hat seine Magisterarbeit an der Leibniz Universität Hannover vorbereitet. © Abdoulaye Samake
    Abdoulaye Samake aus Mali hat seine Magisterarbeit an der Leibniz Universität Hannover vorbereitet.

    „Ich bin von Anfang an sehr gut an der deutschen Hochschule zurechtgekommen und hatte keinerlei Probleme, mich zu verständigen. Das könnte daran liegen, dass ich Germanistik studiert habe, und dadurch auch schon Kontakte zu Deutschen hatte. Das International Office hat mich mit Rat und Tat unterstützt und mir anfangs sogar Geld geliehen, als mein Stipendium noch nicht ausgezahlt worden war. Es gab auch Veranstaltungen, auf denen ich Kontakte zu anderen Studenten knüpfen konnte. Das war sehr hilfreich.“
  • Lu Bai aus China studierte an der Freien Universität Berlin Ethnologie und Niederlandistik. © Lu Bai
    Lu Bai aus China studierte an der Freien Universität Berlin Ethnologie und Niederlandistik.

    „Im Großen und Ganzen kam ich an der deutschen Uni gut zurecht. Die akademische Sprache, die einige Professoren und Studenten verwendeten, unterschied sich allerdings von dem Deutsch, das ich im Unterricht gelernt hatte. Neu war für mich das Schreiben von Hausarbeiten. Die wichtigsten Informationen dazu bekam ich aber im Deutschkurs an der Uni. Zum Glück gab es an meinem Fachbereich auch ein hilfreiches Tutorium für ausländische Studenten. Außerdem hatte ich deutsche Freunde, die mir sehr halfen.“
  • Alessandro Vallone aus Italien studiert Maschinenbau und verbringt ein Erasmus-Jahr am Karlsruher Institut für Technologie (KIT).„Meine Kurse sind meist auf Deutsch, und auch im Alltag ist die deutsche Sprache sehr wichtig. Die Gruppenaktivitäten sind ebenfalls wichtig, nicht nur um neue Menschen kennenzulernen, sondern auch um die Sprache stärker zu verinnerlichen. Was uns am Anfang gefehlt hat, waren Kenntnisse der Gesetze und Regeln, die in Deutschland gültig sind. Zum Beispiel: Wie funktioniert der Wohnungsmarkt? Was ist eine Steuernummer? Da würde ich mir mehr Unterstützung wünschen.“ © Alessandro Vallone
    Alessandro Vallone aus Italien studiert Maschinenbau und verbringt ein Erasmus-Jahr am Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

    „Meine Kurse sind meist auf Deutsch, und auch im Alltag ist die deutsche Sprache sehr wichtig. Die Gruppenaktivitäten sind ebenfalls wichtig, nicht nur um neue Menschen kennenzulernen, sondern auch um die Sprache stärker zu verinnerlichen. Was uns am Anfang gefehlt hat, waren Kenntnisse der Gesetze und Regeln, die in Deutschland gültig sind. Zum Beispiel: Wie funktioniert der Wohnungsmarkt? Was ist eine Steuernummer? Da würde ich mir mehr Unterstützung wünschen.“
  • Anna Khitrova aus Russland macht ihren Bachelor in Wirtschaftswissenschaften an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder). © Anna Khitrova
    Anna Khitrova aus Russland macht ihren Bachelor in Wirtschaftswissenschaften an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder).

    „Ich komme an der Uni sprachlich gut zurecht. Die einzige Schwierigkeit ist, dass man in Russland anders lernt als in Deutschland: Hier haben die Studenten mehr Freiheiten, und ich musste erst verstehen, dass ich viel zu Hause und in der Bibliothek lernen muss. Eigentlich finde ich das besser, aber es war einfach neu. Es gibt an der Uni auch Tutoren und andere Menschen, die mir bei Problemen helfen können.“
  • David So aus der Elfenbeinküste hat ein Bachelor in Germanistik an der Universität Bamberg gemacht und studiert nun Geschichte (Master). © David So
    David So aus der Elfenbeinküste hat ein Bachelor in Germanistik an der Universität Bamberg gemacht und studiert nun Geschichte (Master).

    „Der Vorteil an der Uni ist, dass die Dozenten deutlich und langsam sprechen. Die Kommilitonen dagegen verwenden manchmal Dialekt, dann verstehe ich nicht alles. Schwierig war es für mich am Anfang beispielsweise Referate mit PowerPoint vorzubereiten. Und ich fand es auch nicht leicht, mir selbst einen Stundenplan zu erstellen, denn in meiner Heimat gibt man Studenten das Studienprogramm vor. Zum Glück hatte ich gute Freunde und Dozenten, die mir halfen.“
  • Olga Blanuta aus Moldawien macht an der Universität Trier ihren Master in Wirtschaftswissenschaften. © Olga Blanuta
    Olga Blanuta aus Moldawien macht an der Universität Trier ihren Master in Wirtschaftswissenschaften.

    „Mein Studiengang ist englischsprachig und in meiner Gruppe sind viele russischsprachige Studenten, so dass ich an der Uni kaum Deutsch brauche. Aber ich besuche einen Deutschkurs und versuche, viel mit den deutschen Kommilitonen zu sprechen, um mein Deutsch zu verbessern. Wir werden persönlich durch Tutoren betreut, und bei Problemen helfen die Professoren weiter. Außerhalb der Uni spreche ich mehr Deutsch. Wenn ich dann etwas nicht verstehe, frage ich nach. Und zur Not kann ich ins Englische wechseln.“
  • Ayoub Mchayaa aus Tunesien bereitet sich an der Brandenburgisch Technischen Universität (BTU) Cottbus in einem Deutschkurs auf den Bachelor in Medizintechnologie vor. © Ayoub Mchayaa
    Ayoub Mchayaa aus Tunesien bereitet sich an der Brandenburgisch Technischen Universität (BTU) Cottbus in einem Deutschkurs auf den Bachelor in Medizintechnologie vor.

    „Ich verstehe an der Uni fast alles und finde es nicht schwer, Deutsch zu sprechen. Mit dem Schreiben habe ich aber Probleme, zum Beispiel wenn wir im Deutschkurs Grafiken beschreiben müssen. Schön finde ich, dass es an der BTU eine Anlaufstelle für ausländische Studenten gibt. Wenn ich eine Frage habe, gehe ich dorthin. Einmal haben wir auch eine Exkursion in die Alpen gemacht, das war super.“
  • Rachel Muchira aus Kenia war in einem Sommerkurs an der Universität Bremen und promoviert jetzt an der Universität Leipzig. © Rachel Muchira
    Rachel Muchira aus Kenia war in einem Sommerkurs an der Universität Bremen und promoviert jetzt an der Universität Leipzig.

    „Im Sprachkurs waren Teilnehmer aus der ganzen Welt, und ich habe unglaublich viel gelernt. Die Hochschule hat sich um die Organisation unseres Lebens gekümmert, das war unproblematisch. Doch wenn man zum Masterstudium oder zur Promotion hier ist, ist das nicht so einfach. Dann muss sich dann um alles selbst kümmern. In meinem Büro in Leipzig und auch beim Bürgeramt wird nur Deutsch gesprochen. Für mich persönlich ist das aber kein Problem, weil ich Germanistik studiert habe.“
  • Victor Sardenberg aus Brasilien macht seinen Master in Architektur an der Städelschule in Frankfurt am Main. © Victor Sardenberg
    Victor Sardenberg aus Brasilien macht seinen Master in Architektur an der Städelschule in Frankfurt am Main.

    „Ich würde gerne Deutsch lernen, aber meine Ausbildung ist zu aufwendig. Bisher kann ich mir gerade einmal ein Bier auf Deutsch bestellen. Ich dachte, es sei schwieriger, ohne deutsche Sprachkenntnisse klar zu kommen, aber es gibt viele internationale Studenten in meiner Schule. Das größte Problem ist die Bürokratie: Ich habe viel Geduld benötigt, als ich mich einschreiben wollte. Aber es wäre schade, hier zu leben, und kein Deutsch zu sprechen. Deswegen möchte ich nach meinem Abschluss die Sprache lernen.“ (aus dem Englischen übersetzt)

What projects and activities are German universities trying out to support foreign students?

There are many good ideas. Within the Stibet program since 2015 we’ve been promoting pilot projects to improve welcoming culture at German universities. From 112 applications, we selected thirty projects that we’ll fund for three years. We’ll also draw attention to these projects, with the aim of encouraging other universities to adopt the ideas. Good supervision begins, for example, by greeting and collecting the exchange students on their arrival at the train station – this is part of our mentoring program. The university then can provide orientation assistance or workshops that offer doctoral candidates, program or exchange students support.

What additional opportunities do you see for improving the academic success of foreign students in Germany?

Together with the German Rector’s Conference, the DAAD has developed a National Code of Conduct, which came into effect in 2009 and 140 universities have already signed. The signatories undertake to comply with the standards laid down in the Code. These relate to the technical, linguistic and social support of foreign students. We’ve noticed that the Code has had a strong inward effect. At many universities it has set in motion a very important process, and this must be continued. We can only create incentives, as, for example, the Foreign Office Prize for the Excellent Supervision of Foreign Students at German Universities, which is awarded once a year and is endowed with 20,000 euros. Again and again I’ve experienced committed university staff and students who have mounted great projects for foreign students. The welcoming culture at universities lives from this.