Spuren in Dublin Das Schwert von Ballinderry

Das Schwert von Ballinderry
Das Schwert von Ballinderry | Foto: © Mit freundlicher Genehmigung des National Museum of Ireland

Das erste Stück deutscher Technologie in Irland geht auf die Mitte des 9. Jahrhunderts zurück. Es ist ein Schwert von höchster Qualität, auf dem der Name seine Herstellers, Ulfberht, eingraviert ist.

Die Wikinger, die einen enormen Einfluss auf die irische Geschichte hatten, kauften Klingen in Qualitätswerkstätten im Rheinland. Ulfberht war der Markenname eines Schmiedemeisters. Der östlichste Fundort seiner Klingen liegt in Russland, der westlichste ist die Pfahlbausiedlung in Ballinderry in der Grafschaft Westmeath, wo man das Schwert 1928 fand. Sein Name hatte ein solches Prestige, dass es sogar Hinweise auf billigere Nachahmungen gibt, die vorgaben, dass es sich dabei um das Original handelt: ein frühes Beispiel für Markenpiraterie. Das Exemplar von Ballinderry ist eines von Ulfberhts besten Schwertern.

Es sagt uns viel über die Durchdringung von Kulturen: Die Klinge ist deutsch, der Griff und der Knauf sind skandinavisch, und das Ganze gehörte einem irischen Stammeshäuptling. Es gelangte möglicherweise in einer Schlacht in seinen Besitz, doch wahrscheinlicher ist, dass er es durch Handel mit der Wikingerstadt Dublin erwarb. Es legt die Vermutung nahe, dass die Neuankömmlinge unter den einheimischen Iren eine Art Wettrüsten auslösten. Hierbei handelte es sich – im wahrsten Sinne des Wortes – um eine „Spitzentechnologie“, und die Iren mussten sich, nicht zum letzten Mal, daran anpassen.

Besucherinformationen:
The National Museum of Ireland – Archaeology
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