Spuren entlang des Wild Atlantic Way Pfälzer in Irland

Pfälzer in Irland
Pfälzer in Irland | Foto: Mit freundlicher Genehmigung der Irish Palatine Association

Im frühen 18. Jahrhundert flohen Tausende von deutschen Protestanten aus der Pfalz und Hunderte von ihnen ließen sich in Irland nieder.

Im Mai 1709 wurden viele verzweifelte Einwohner der Pfalz, Hessen und Baden durch die brutalen Kriege zwischen Frankreich und einer Konföderation, zu der auch England gehörte, gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Schlechte Ernten und ein furchtbarer Winter verschlimmerten die Situation weiter. Sie wurden zunächst nach England verschifft. Von September 1709 bis Januar 1710 wurden über 800 Familien, zu denen insgesamt 3000 Personen gehörten, nach Irland geschickt. Die meisten von ihnen verließen innerhalb weniger Jahre Irland wieder und gingen nach England oder Amerika, doch 150 Familien ließen sich in Rathkeale in der Grafschaft Limerick nieder, und machten die Produktion von Hanf, Flachs und Vieh zur Grundlage ihres Wohlstands. Zu einer zweiten erfolgreichen Ansiedlung von Familien aus der Pfalz kam es um dieselbe Zeit in der Nähe von Gorey in der Grafschaft Wexford.


Die charakteristische Pfälzer Lebensweise hielt sich in diesen Gegenden bis weit in das 19. Jahrhundert. Viele wurden Methodisten: Eine irische Pfälzerin, Barbara Heck, ist als „die Mutter des amerikanischen Methodismus“ bekannt. Ein Hinweis darauf, dass sie schließlich in das irische Leben integriert wurden, ist die geographische Verteilung ihrer unverwechselbaren Namen, wie etwa Switzer, Wyse, Ruttle, Teskey und Shouldice. Eines der bekanntesten traditionellen irischen Liebeslieder heißt „Des Pfälzers Tochter“ (The Palatine’s Daughter).

Besucherinformation:
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Irish Palatine Heritage Centre
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Rathkeale
Co. Limerick
IRELAND

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„Deutsche Spuren in Irland“ ist ein Projekt des Goethe-Institut Irland.