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Episode 12 Hiberno Goethe: Hugo Hamilton

Hugo Hamilton war unser Gast dieser Sonderaufnahme von Hiberno Goethe.  Es war eine Freude, Hugo und das Publikum zum 60-jährigen Jubiläum des Goethe-Institut Irland in der Bibliothek des Goethe-Instituts zu begrüßen.

Hugo Hamilton and Ciarán Murray Near FM Hugo erzählt von Speckled People und von seiner Kindheit, seiner Mutter, die als Au pair nach Irland kam und seinen Vater, einen leidenschaftlichen Verfechter der irischen Sprache, kennenlernte und heiratete. Wir erfahren etwas über die Erziehung mit den Sprachen irisch und deutsch: "Wir wurden als Nazis verurteilt...die einzigen Orte, wo ich nicht so behandelt wurde, wo die deutsche Vergangenheit nicht erwähnt wurde, waren  Deutschland und das gälischsprachige Connemara; ich fühlte mich dort sehr wohl, und als wir nach Dublin zurückkehrten, wurden wir wieder als Nazis beschimpft."
Er erzählt, wie es ihn zum Außenseiter werden ließ, und dass seine früheren Bücher, wie Headbanger, über Außenseiter sind. Er fühlt sich oft so, auch wenn er ungewöhnliche österreichische Bücher von Thomas Bernhardt gelesen hat, die nicht unbedingt als guter Gesprächsstoff auf irischen Parties der 1970er dienten. 
Natürlich spricht Hugo auch über Heinrich Bölls Irisches Tagebuch und dass Bölls Erfahrungen in Irland ähnlich denen seiner Mutter waren, da beide aus dem Nachkriegs-Rheinland und katholisch geprägt waren. Joseph Beuys und sein Werk im Norden von Irland während des Konflikts ist ebenso Thema wie Hamiltons neues Buch über das Leben von Joseph Roth, The Pages, aus dem er liest.
 



 

Episode 11 Hiberno Goethe: Arnd Witte

In dieser Episode unterhält Ciarán sich mit seinem ehemaligen Dozenten, Professor of modern Languages Dr. Arnd Witte.
Wir erfahren, dass Arnd ursprünglich aus Hiddigwardemor stammt, wo die Ein-Lehrer-Schule kein fließendes Wasser hatte. Der Ursprung für seine Liebe zur englischen Sprache liegt allerdings nicht in der Literatur, sondern in Jim Morrisons Musik und in der der Rolling Stones begründet.

Arnd Witte NearFM Arnd Witte unterrichtete in Nigeria, wo er seine Frau kennenlernte. Er sah ein Stück von Wole Soyinka, dem ersten schwarzen Afrikaner, der den Nobelpreis für Literatur bekam; Soyinka war bei der Aufführung anwesend. Arnd weist darauf hin, dass einige afrikanische Intellektuelle die englische Sprache als kulturelle Zeitbombe in Afrika betrachten, weil einige lokale Sprachen marginalisiert werden - fast bis hin zur  Ausrottung. Arnds Kinder sind teilweise nigerianisch, deutsch und auch irisch - ihre Identität beschreibt er als kulturell fließend. Ein wesentlicher Aspekt seiner Forschung beschäftigt sich mit Sprache und ihrer Rolle für das kulturellen Verständnis und für Identität.
Ciarán und Arnd unterhalten sich über den Einfluss der katholischen Kirche am St. Patrick's College, Maynooth, als sie  beide dort in  den 1990ern waren, und als Arnd damals einen Dozenten aus der DDR ersetzte.
Nach vielen Jahren des Unterrichtens an der Universität bedauert Arnd, dass Bildung mittlerweile kommerzialisiert wird.
Arnd liest von Hugo Hamilton und Georg Trakl. 
 


Essen und Trinken:
Grünkohl mit Pinkel 
Jever Pilsenser
Musik:
Ton, Steine, Scherben: Keine Macht für niemand
Udo Lindenberg: Cello
Hannes Wader: Es ist an der Zeit (based on Eric Bogle’s The Green Fields of France)
Christy Moore: Ordinary Man
Bücher:
Uwe Timm: Morenga
Peter O. Chotjewitz: Der dreißigjährige Friede
Anna Burns: Milkman
Hugo Hamilton: The Speckled People
Wole Soyinka: Aké: The Years of Childhood
Chinua Achebe: Things fall apart
Georges-Arthur Goldschmidt: Der versperrte Weg

Kurzfilme:
Yu Ming Is Ainm Dom
Schwarzfahrer
Ausstieg rechts
 

 

Episode 10 Hiberno Goethe: Mia Gallagher

In dieser Episode treffen wir Dubliner Autorin und Performerin Mia Gallagher. Sie schloss ihr Studium während der Rezession Ende der 1980er Jahre ab, und gehört somit zur Generation, wo noch viele aus Irland emigrierten, und wo das Leben in Dublin im Vergleich zu heute eher monokulturell war. Aufgrund ihrer deutschen Wurzeln hatte Mia die Gelegenheit das Leben um sie herum durch eine andere Brille zu betrachten und zu reflektieren, was sie als Künstlerin und in ihrer Kreativität bereicherte.

Mia Gallagher Foto: ©RobbieFry Wir erfahren, wie Mias Oma väterlicherseits, Liese Gerhard, in den 1930ern nach Kilkenny kam und an einer Mädchenschule Gymnastik unterrichtete; einige Jahre später heiratete sie. Mia erzählt außerdem vom Wahlverhalten Lieses in der Nazi-Ära und von ihrem sozialen Leben in Waterford. Das Haus in Warnemünde, wo Liese aufwuchs, war ein Ort, den die Familie später immer wieder besuchte, und an den Mia schöne Erinnerungen hat.
Mia erzählt von ihrer Zeit als Au-Pair in Freiburg - von ihren Begegnungen mit Deutschen, mit denen sie deutsch sprechen wollte, jedoch englische Antworten bekam, so dass ein seltsamer Dialog entstand, in der jede Seite in ihrer Nicht-Muttersprache sprach. Mia mag die irische Sprache sehr, obwohl ihre Lehrerin für Irisch, die ehemalige Ministerin Moira Geoghgan Quinn, sie beim Schultheater als Dummkopf bezeichnete. Schauspielern und Scheitern hat Mia in ihrem Schreiben geholfen, weil sie alles über Charaktere ergründete, alle ihre bewussten und unbewussten Seiten.
Mia liest die Titelgeschichte Shift aus ihrer Kurzgeschichtensammlung, einen Auszug aus ihrem zweiten Roman Beautiful pictures of the lost homeland, und einen Auszug aus Altes Land von Dörte Hansen.
 

Episode 9 Hiberno Goethe: Jan Wagner

Gast dieser Episode ist Jan Wagner, ein norddeutscher Literaturkritiker, Dichter und Übersetzer, der immer wieder nach Irland reiste, am Trinity College zu studierte, als Residenzkünstler im Böll-Cottage auf Achill Island Zeit verbrachte und als Rezitator von Gedichten in Connemara unterwegs war.

Jan Wagner Jan Wagner Jan entführt uns in von irischen Menschen weniger bereiste Gegenden in Deutschland: Rügen und Hiddensee, die Uckermark in Brandenburg, wo man in Begleitung zweier Esel wandern kann – solange man sich dem Tempo der Tiere anpasst.

Jans Leidenschaft für Dichtung erstreckt sich soweit, dass er sich Gedichte in anderen Sprachen anhört und auch übersetzt, was einige Dichter in Englisch geschrieben haben. Schreiben ist ein seltsames Vor- und Zurückbewegen, wobei sowohl kritisches Denken als auch Freilauf im Spiel sind: Ein vergnügliches Spiel mit Sprache und ein langsamer Bearbeitungsprozess. Zeile um Zeile wird gelöscht; ein Gedicht besteht manchmal nur aus drei übriggebliebenen Zeilen, die viel mehr Gewicht haben als die ursprünglich geschriebenen dreißig. Alles ist möglich, du kannst deine Seele bloßlegen oder Dichtung benutzen, um eine Maske anzufertigen.

Jan liest das Gedicht The Owl, Part one von Matthew Sweany, einer der Dichter, deren Werk Jan übersetzt hat; Wörter und Bedeutungen über Essen und Wein in Berlin Kreuzberg werden bedacht. Wir hören Jans Gedichte Teebeutel und Essay on Soap – von ihm selbst gelesen.


 
Matthew Sweeney  Shadow of the Owl, Bloodaxe 2021
Hugo Hamilton The Island of Talking
Die Aufnahme eines Wallis Bird Konzerts

Jan Wagner
Hanser Literatur Verlag
Arc Publications
Milkweed

 

Episode 8 Hiberno Goethe: Emily Kraft

Emily Kraft ist Gast dieser Episode. Sie ist eine 19-jährige irische internationale Fußballspielerin, die sowohl in Sutton, Nord-Dublin, als auch in Gernsheim zuhause ist. Emily ist eine erfolgreiche und ambitionierte Fußballerin, spielt für Eintracht Frankfurt, und bereitet sich gerade für ihre Abiturprüfungen vor.

Emily Kraft NearFM Als Tochter einer irischen Mutter und einem deutsch-österreichischen Vater wuchs Emily zusammen mit ihrer Zwillingsschwester und ihrem Bruder im ländlichen Gernsheim auf, wo auch ihre Großeltern auf dem Bauernhof leben, inmitten von Pferden, Wildschweinen und einem Golfplatz. Sie verbringt regelmäßig Zeit in Sutton mit ihrer Familie in Irland, läuft gerne am Meer in Howth und betrachtet das Land als ihre Heimat.
Wir erfahren etwas über die Abi-Mottowoche, der letzten Schulwoche, wo Schüler*innen sich an jedem Tag zu einem unterschiedlichen Motto, wie Genderrollen-Tausch oder Pijamaparty, verkleiden. Als Muttersprachlerin bekommt Emily jedoch nicht automatisch die besten Noten im Englischunterrischt, und es kann sein, dass Lehrkräfte damit nicht locker umgehen.
Emily hat schon für Deutschland und Irland gespielt, betrachtet das aber nicht als Endziel, sondern sieht ihre Karriere internatonal.
Viel Glück und alles Gute, Emily!

Episode 7 Hiberno Goethe: Siobhán Armstrong

In dieser Episode treffen wir Siobhán Armstrong, eine der herausragendsten Harfenistinnen für historische Harfe in Europa. Nach Abschluss des College, in den späten 1980ern, ging Siobhán nach Sindelfingen, in der Nähe von Stuttgart, um in einer neuen Musikschule eine Abteilung für Harfe zu gründen.

Siobhan Armstrong NearFM Ohne ein Wort Deutsch, aber voller Enthusiasmus, lehrte Siobhán Kindern das Harfespielen, und diese halfen ihr, die Sprache zu lernen. Siobhán fühlt sich, als  wäre sie in Deutschland aufgewachsen, weil sie sozusagen „eingedeutscht“ ist mit ihren Eigenschaften wie Pünktlichkeit und Umweltbewusstsein, die sie bis heute beibehalten hat. Außerdem schätzt sie regionale Spezialitäten wie Grauburgunder Wein und Rotkohl, aber nicht unbedingt Spätzle.
Siobhán und Ciarán sprechen über verschiedene Harfen, Einflüsse und Zeitalter, so dass die Zuhörer*innen zu einer Vielfalt historischer und kultureller Orte, wie Ormond Castle in Carrick on Suir oder Kilkenny Castle und den Highlands in Schottland, sowie Jurry’s Irish Cabaret in Dublin und dem Festival Musikdorf Ernen ind den Schweizer Alpen entführt werden.

Um die Harfe zu verstehen, braucht man ein Verständnis der Welt des Mittelalters, der gälischen Häuptlinge, wie sie lebten und was ihnen wichtig war.

Siobhán erzählt vom Verlust der Harfenmusik nach der Flucht der Grafen als einem kulturellen Genozid, da es sich um einen absichtlichen Akt seitens der Tudors handelte, um Sprache und Kultur auszuradieren.

Siobhán und Ciarán weisen darauf hin, dass der Cruitire, der Harfenist, die dritt-wichtigste Person am gälischen Hof war. Harfenisten hatten Land, Reichtum, einen Träger für das Instrument und brauchten nichts zu tun ausser ihre Kunst auszuüben.
 

In dieser Episode werden zwei Harfenstücke gespielt. Eine Liste mit Hinweisen von Siobhán finden Sie hier:
 
Siobháns Webseite

Siobháns neue CD ist hier erhältlich; einige der Stücke sind in der Episode zu hören

Über die frühe irische Harfe 

Videos von Konzerten, Informationen und Workshops zur frühen irischen Harfe:

Für diejenigen, die die frühe irische Harfe erlernen möchten

Hier Siobháns verschiedene historische Harfen und Kollaborationen

Siobháns Sommerfestival (ONLINE in 2021)

Episode 6 Hiberno Goethe: Gerard Byrne

In dieser Episode spricht Ciarán mit dem Künstler Gerard Byrne, der an der Städelschule in Frankfurt unterrichtet. Die Unterhaltung reicht von Brecht bis Beckett und Kasper König.

Gerard Byrne private Gerard und Ciarán sprechen über die Städelschule als eine der einflussreichsten Kunsthochschulen Deutschlands, und darüber, dass dieser Arbeitzplatz durch die Anwesenheit einer Reihe international annerkannter Künstler*innen als Kolleg*innen sehr aufregend ist.
Sie schauen durch die irische Brille, und betrachten Städte wie Kopenhagen und Frankfurt als sehr ähnlich - nämlich "kontinental", weil Irland traditionell eher anglozentristisch geprägt ist, so dass die Modelle aus dem Vereinigten Königreich stammen. Was das Reisen angeht, sehen beide, wie anders Zugreisen in Deutschland im Vergleich zur Erfahrung in Dublin sind; dass man sehr leicht und schnell in viele interessante Städte gelangt.
Obwohl Gerard nicht deutschsprachig ist, entdeckte er Kraftwerk relativ früh für sich, und versteht Deutschland in seiner zentralen Rolle in der Entwicklung der zeitgenössischen Kunst des 20. Jh. Zur Sprache kommt auch, dass Bildende Kunst in Deutschland einen vordergründigeren Platz einnimmt als in Irland, welche sozio-politischen Gründe es dafür gibt, und die Dokumenta in Kassel als Zelebrierung der Wichtigkeit von Kunst in Deutschland, wo selbst Taxifahrer*innen über Kunst sprechen möchten.

Empfehlungen
Gerard arbeitet zur Zeit mit Studierenden der Städelschule in der Return Galerie des Goethe.Institut Irlands an einem Projekt für das 60-jährige Jubiläum.

 

Episode 5 Hiberno Goethe: Don Morgan

In dieser Episode ist Donnchadh Morgan zu Gast. Er ist Rechtsanwalt und der Sohn von Dermot Morgan und Susanne Morgen, (geb. Garmatz), die aus Deutschland stammt. Donnchadh erzählt von seiner Erfahrung mit der deutsch-irischen Kulturwelt - mit einigenl witzigigen, aber auch schmerzlichen Momenten aus den Geschichten der Großeltern, als sie Schlesien und Pommern verließen bis hin zur Reise seiner Mutter von Hamburg zur Dublin Horse Show, wo sie seinen Vater traf.  

Don Morgan NearFM  Ciarán und Donnchadh sprechen über Veränderungen in Irland - von den tristen 1980ern ohne richtigen Kaffee hin zur Schickimick-Gegenwart - dem Konzept der Wutbürger, wenn etwas im Schlamassel endet, wie der verzögerte Bau der Elbphilharmonie. Außerdem besprechen sie, wie ernst Deutsche die Welt nehmen, aber auch sehr loyal und witzig, ja sogar auf eine 19. Jh-Art romantisch sen können.

Donnchadh fühlt sich als Europäer, und sieht - angesicht des Austritts von UK aus der EU - viele Gelegenheiten für stärkere Bindungen zwischen Irland und Deutschland: "Wir haben ihnen das Christentum gegeben, dann können wir ihnen auch mehr Butter geben."
 


·  Golo Mann: Erinnerungen und Gedanken. Eine Jugend in Deutschland. Thomas Manns Sohn über Deutschland als es ins Totalitäre rutschte. Eins der wenigen Bücher, die mein Großvater aktiv empfohlen hat. Außedem: Thomas Mann: Buddenbrooks.

·  Stefan Zweig: Sternstunden der Menschheit  – Zugegeben, Zweig ist Österreicher, aber das Buch war stets im Bücherregal meiner Großeltern. 

·  Album: Die Mathematik der Anna Depenbusch (bestes Lied: “Tim liebt Tina”). Eigentlich alles von Anna Depenbusch. Sie ist das Beispiel für die nicht wahrgenommene Fähigkeit, gleichzeitig spielerisch und tiefgründig mit der deutschen Sprache umzugehen.

·  Claudia Rusch, Meine Freie Deutsche Jugend; mitreißende und oft witzige Erinnerungen des Aufwachsens in Ostdeutschland. 

·  Die Abenteuer des Baron Münchausen (Rudolf Erich Raspe); Erich Kästners Nacherzählung dieser Geschichten ist großartig.

·  Heinrich Böll: Irisches Tagebuch – Das Buch sagt mehr über Deutschland als über Irland aus, gibt aber Einblick in das Bild vieler Deutscher von Irland. Manche irischen Menschen empfinden diese Darstellung Irlands als problmatisch, aber ich denke, es ist beispielhaft für eine naive Faszination, die auch heute noch existiert.

·  Hugo Hamilton: The Speckled People. Der Identitätskonflikt der Menschen in meiner Situation wurde in Prosa nie ergreifender dargestellt als in Hamiltons Memoiren.

·  Walter Kempowski: Alles umsonst; Günther Grass: Im Krebsgang; Svenja O’Donnell, Inge’s War. Alle handeln auf unterschiedliche Weise von der Ausweisung Deutscher aus dem Gebiet östlich der Oder am Ende des Zweiten Weltkriegs. Das letzte ist relativ neu und auf meiner Liste für dieses Jahr.

Episode 4 Hiberno Goethe: Ulrike Gasser

Ciarán spricht diesen Monat mit Ulrike Gasser, der neuen Leiterin des Goethe-Institut Irlands und nun stolze Dublin "Northsider".

Ulrike Gasser NearFM Ulrike stammt ursprünglich aus München, identifiziert sich jedoch mit vielen anderen Kulturen und wertschätzt sie; insbesondere die des Mittleren Ostens. Während ihrer Arbeit mit Künstler*innen in Ankara und Istanbul, sprach sie Türkisch, und beschreibt die Sprache als sehr poetisch - versehen mit vielen Symbolen und Bildern. Im Gespräch geht es um einige Besonderheiten Bayerns, das türkische Deutschland und dass der Mittlere Osten oft unzureichend dargestellt wurde und wird. Andere Themen sind die Freude an Büchern und anderen Kunstformen, und wie Deutsche Weihnachten feiern - mit Christkind und Krampus.
Ulrike liest eine Passage aus Heinrich Bölls Werk, das nach dem Zweiten Weltkrieg eine Irland-Affinität in Deutschland auslöste.
 

 

Episode 3 Hiberno Goethe: John Scott

John Scott, Choreograph und Artistic Director des Irish Modern Dance Theatre, ist Gast dieser Episode.

John Scott John Scott | NearFM John wuchs als Sohn künstlerischer Eltern auf und lernte das Abbey Theatre schon in jungen Jahren kennen. Seine Liebe zum Tanz wurde geweckt, nachdem er Kurt Jooss Meisterwerk "Der Grüne Tisch" sah.
Er spricht über großartige Tänzer*innen, Choreograph*innen, Musiker*innen und den Einfluss, den sie auf sein Leben hatten.
John errinert sich an seinen ersten Besuch in Deutschland Anfang der 1980er und wie bezaubert er war, dass Kultur in Deutschland so wichtig genommen wurde; die wunderschönen Tanzräume, wunderbaren Theater, Opernhäuser und Buchläden. Ciarán und John sprechen über Herausforderungen und Freuden, Tänzer - und später Heldentenor - zu werden. Sie reden außerdem über deutsche Filme, Bücher, über Essen und verschiedene Landschaften in Deutschland. John rezitiert einen Teil von Beethovens einziger Oper "Fidelio", wo Fidelio ihren Ehemann Florestan aus dem Gefängnis rettet. Aufgrund seiner intensiven Erfahrung mit der deutschen Sprache beschreibt John sie als sowohl spirituell und reich als auch als dunkel in ihren fast bedrohlichen Klängen.
Wir erfahren, welche COVID-Beschränkungen die Tanzwelt beeinflussen, wie Tänzer*innen sich in Aufführungen nicht mehr berühren können, das Tragen von Masken jedoch seinen Platz im Tanz hat. Für John ist es nicht durchweg negativ; es lehrt ihn, Hürden mit neuem Blick zu betrachten, um im Leben weiterzukommen.
 


1 - link to my solo, ‘Heroes’: which I mention in the interview 
1a - Dances for Inside and Outside: my Pandemic choreography
2 - The White Piece (one of my works with Survivors of Torture)
3 - It is better to, choreographed by German choreographer Thomas Lehmen for IMDT
4 - Gott, Welch dunkel hier! Aria from Beethoven’s Fidelio sung my me
5 - Dark, Netflix German series 
6 - Pina Bausch - seminal German choreographer
7 - William Forsythe, Seminal US choreographer based for many years in Frankfurt/Dresden 
8 - Dance On Ensemble: important Berlin based ensemble 
9 - Susanne Linke - seminal German choreographer 
10 - Joint Adventures - important German dance production agency based in Munich
11 - Fassbinder Foundation: Foundation for German filmmaker Rainer Werner Fassbinder
12 - Bauhaus Movement history
13 - Beethoven - article from The Guardian
14 - Wagner - Beyrouth Festival
15 - William Forsythe: One Flat Thing (excerpt filmed at Bockenheimer Depot, Frankfurt Main)
16 - William Forsythe: The Loss of Small Detail finale
17 - Pina Bausch: Sacre du Printemps extract 
18 - Introduction to the work of Heiner Muller
19 - Wagner: Liebestod from Tristan und Isolde, Conducted by Daniel Barenboim, Directed by Heiner Muller
20 - Wagner: Ride of the Walkures

Episode 2 Hiberno Goethe: Botschafterin Deike Potzel


Deike Potzel und Ciarán Murray NearFM Diesen Monat spricht Ciarán mit der Deutschen Botschafterin Deike Potzel, die schon seit ihrer Interrailing-Erfahrung in Europa direkt nach dem Fall der Berliner Mauer 1989, ein großes Interesse an irischen Menschen, irischer Geschichte und Sprache hatte.
Sie sprechen über die irische Grenze, darüber, wie die Botschafterin in Ost-Berlin aufwuchs und über das Aufkommen von Rechtsextremismus. Wir erfahren, dass deutsche Stereotype in Dublin, Singapur oder Teheran offenbar dieselben sind; auch wie wichtig es ist, unsere Vergangenheit zu verarbeiten und dass kulturelles Verständnis offene Debatten braucht.
Im Gespräch taucht die Schönheit der Ostsee auf, insbesondere die autofreie Insel Hiddensee, Brittas Bay in Wicklow und viele großartige deutsche und Irische Schriftsteller*innen, die Deike inspiriert haben und manchmal mit einem Glas Wein genossen werden.
Sie vermisst zwar keine spezifisch deutsche Spezialität - und bestimmt nicht Sülze, aber vielleicht Kirschmarmelade - jedoch werden Ost-Berlin und die DDR immer ein wichtiger Teil ihrer Identität sein.
 

 

Hugo Hamilton: The Speckled People; Heinrich Böll: Irisches Tagebuch; Stan Nadolny: Die Entdeckung der Langsamkeit; Daniel Kehlmann: Die Vermessung der Welt, (a wonderful book about Alexander von Humboldt, won many awards; made into a movie); Daniel Kehlmann: Tyll (translated; about Till Eulenspiegel and the 30 Year War in Europe); Jenny Erpenbeck: Gehen, Ging, Gegangen; Julie Zeh; Dörte Hansen: Altes Land; Ferdinand von Schirach: Terror (and many other crime stories); Bernhard Schlink: Der Vorleser (made into a movie with Kate Winslet); Lutz Seiler: Kruso; Eugen Ruge: In Zeiten des abnehmenden Lichts; Wladimir Kaminer: many, many books; Uwe Timm: Die Erfindung der Currywurst; Peter Schneider: Der Mauerspringer ( a guy going back and forth between East and West Berlin in times of the wall)

Einige Klassiker – jedoch aus dem 20. Jh
Hans Fallada: Jeder stirbt für sich allein (wonderful story about a couple in resistance fight to Hitler)
Siegfried Lenz: Die Deutschstunde
Christa Wolf: Kassandra (and others)
Stefan Heym: any of his books
Walter Kempowski: any of his books

Musiker*innen:
Die Ärzte; Die Toten Hosen; Paul van Dyck; Seed; The Boss Hoss; Udo Lindenberg; Herbert Groenemeyer; Marius Mueller-Westernhagen; Annenmaykantereit; Nena; Silbermond; Juli; Die Fantastischen Vier; Sarah Connor; Mark Forster

Episode 1 Hiberno Goethe: Sharon Carty

Sharon Carty at NearFM ©NearFM Ciarán unterhält sich mit Mezzosopranistin Sharon Carty. Wir erfahren, wie sie von ihrem Beruf als Sportlehrerin zur Opernsängerin wechselte, und dass sie mit Country-Musik aufwuchs – Willie Nelson und ‘Wailing’ Jennings! Die beiden sprechen über ihre Begegnung mit Deutsch an der Schule, der Grammatik, das Lernen von ‚Der, die, das, die‘ und wie Sharons Begeisterung für die Sprache wuchs, besonders als sie anfing, deutsche Opern zu singen. Außerdem geht es um Aufführungen, aufwendige Garderobe und warum man immer ein Reservekleid dabei haben sollte. Verglichen werden Leben in Wien, Frankfurt und Irland und auch, wie unterschiedlich Oper in diesen Ländern wahrgenommen wird. Sharon erzählt, dass manche Lieder ursprünglich sehr emotionale Gedichte sind, und liest „Winterabend“ von  Karl Gottfried von Leitner.
 

Intro Episode Hiberno Goethe: Oya Demirci


 

Oya and Ciarán NearFM Ciarán Murray spricht mit der Leiterin der Bibliothek des Goethe-Institut Irlands, Oya Demirci. In der Unterhaltung geht es um Musik, Essen, Tanz, Bücher und James Joyce natürlich. Insbesondere geht es um das Leben in verschieden Kulturen und welche Inspirationen und Einflüsse sich dadurch ergeben. Oya erzählt, wie es zu der Podcast-Serie kam und von den zukünftigen Gästen, die mit einem Bein in der deutschen und mit dem anderen in der irischen Kultur stehen.
 

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