Christopher Grehan über seinen Großonkel Bernhard Grehan

Bernhard Grehan
Irish Volunteers Kompanie Mobilisierungsbefehl | Dokument: Chris Grehan

Bernard Grehan war ein Mitglied der Royal Dublin Fusiliers, und er war mein Großonkel. Geboren wurde er am 4. Februar 1898, und im Alter von 18 Jahren wurde er in der Schlacht an der Somme am 1. Juli 1916 getötet. Die Familie lebte am Emerald Square in Dolphins Barn (Dublin), und sein Vater war sein ganzes Leben Angestellter in der Guinness Brauerei. Er war der jüngste von drei Brüdern und hatte sechs Schwestern. Das nachfolgende politische Klima in Irland sorgte dafür, dass in der Familie nie von ihm gesprochen wurde, und ich erfuhr erst von seinem Schicksal, als mein Vater 1991 starb und ich anfing, unsere Familiengeschichte zu erforschen.

Es gibt einen Brief, den seine Mutter ihm am 25. Juni 1916 geschickt hat (der ihn aber nie erreichte), in dem sie Hinweise auf Briefe an ihn und von ihm gibt. In diesem Brief erzählt sie, dass sein Bruder Jemmie (James) sich sehr über seinen Brief gefreut hat. Dieser befand sich gerade in Frongoch in Wales, wo er wegen seiner Unterstützung des Osteraufstands inhaftiert worden war. Er war Mitglied der Irish Volunteers, und Emerald Square war der Mobilisierungspunkt für seine C Kompanie des vierten Bataillons. Sie legte diesen Brief mit bei, da es James nur einmal die Woche erlaubt war, einen Brief aus dem Internierungslager zu schreiben, wobei sie implizierte, dass sie James zwar für einsamer, aber dennoch für sicherer hielt als Bernard.

Im P.S. bemerkte sie, dass die Home Rule zwar besiegelt, aber noch nicht übergeben worden sei – sie sei zwar 1914 unterschrieben worden, aber würde noch bis nach dem Krieg stagnieren.

Ich habe es so verstanden, dass die Mutter untröstlich war, als sie von Bernards Tod unterrichtet wurde und dass sie seine posthumen Orden sehr geschätzt hat, während sein Vater seinen Namen anscheinend nie mehr hören wollte, da dieser gegen die irische Beteiligung im Krieg gewesen war. Sein Bruder James dagegen lebte noch ein volles Leben bis 1960.

Diese Familiengeschichte zeigt, dass manche Iren (tot oder lebendig) wie Bernard aus der Geschichte entfernt werden, weil es politisch gesehen ungünstig war, an ihr Opfer zu erinnern. Ich bin überaus erfreut, dass ich in den vergangenen Jahren die Möglichkeit hatte, diese beiden Schicksale zu verknüpfen und dass ich nun beiden gedenken kann als mutige, junge Iren. Im Namen der Grehan Familie werde ich bei der Gedenkfeier zum 100. Jahrestag der Schlacht an der Somme am 1. Juli 2016 besonders Bernard gedenken.