Filmreihe Kinder- und Märchenfilme aus Deutschland

im Filmclub der DCU School of Applied Languages and Intercultural Studies (SALIS)

„Manche Menschen legen ihre Kindheit ab wie einen alten Hut“, soll der Schriftsteller Erich Kästner einmal gesagt haben, „sie vergessen sie wie eine Telefonnummer, die nicht mehr gilt.“ Die Reihe deutscher Kinder- und Märchenfilme, die die Dublin City University in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut in diesem Frühjahr zeigt, könnte so manch verblasster Erinnerung wieder etwas mehr Farbe verleihen. Eröffnet wird die achtteilige Reihe mit einer Verfilmung des Kästner-Klassikers „Das Fliegende Klassenzimmer.“

Mittwoch, 12. März, 14:15 Uhr
Das Fliegende Klassenzimmer
Regie: Kurt Hoffmann, 92 min, s/w, BRD 1954

Für diese erste von mittlerweile drei filmischen Adaptionen seiner Romanvorlage verfasste Kästner nicht nur das Drehbuch, sondern ist auch Erzähler der Geschichte, die zwar in der Nachkriegszeit angesiedelt ist, deren zentrale Themen an Gültigkeit jedoch bis heute nichts verloren haben. Ob es um die Proben der Internatsschüler für das titelgebende Theaterstück, ihre Rivalitäten mit der benachbarten Schule, die Mutprobe eines vermeintlichen Angsthasen, den außergewöhnlichen Lehrer Justus oder die Zusammenführung zweier alter Freunde geht – Freundschaft, Vertrauen und Zusammenhalt stehen im Fokus verschiedener Handlungsstränge, die am Ende zu einer berührenden Weihnachtsgeschichte zusammenlaufen.

Mittwoch, 26. März, 14:15 Uhr
Krabat
Regie: Marco Kreuzpaintner, 120 min, Deutschland 2008

Düster ist die Welt, in die Regisseur Marco Kreuzpaintner sein Publikum entführt, als er ihm die Geschichte des Waisenjungen Krabat erzählt. Frei nach Otfried Preußlers gleichnamigem Roman, seinerseits die Variante einer sorbischen Sage, spielt der Film zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Auf Geheiß einer Stimme aus einem Traum macht sich der 14-jährige Krabat auf, in einer geheimnisvollen Mühle das Müllerhandwerk zu erlernen. Doch auf dem Lehrplan des unheimlichen Meisters steht vor allem eines: Die schwarze Magie. Als in der Neujahrsnacht schließlich einer der Gesellen auf mysteriöse Weise zu Tode kommt, erkennt Krabat die Gefahr, in der er und seine Gefährten sich befinden. Einzig die Liebe eines Mädchens könnte das drohende Schicksal noch abwenden…

Mittwoch, 2. April, 14:15 Uhr
Frau Holle
Regie: Bodo Fürneisen, 58 min, Deutschland 2008

Die Schwestern dieses im Rahmen der Fernsehfilmreihe „Sechs auf einen Streich“ neuverfilmten Grimm-Märchens könnten unterschiedlicher kaum sein: Während Luise gern dem süßen Nichtstun frönt, zeichnet sich Marie durch ihren besonderen Fleiß aus. Eines Tages stürzt sie während der Hausarbeit in einen Brunnen und findet sich in einem Zauberland wieder. Es ist das Land von Frau Holle, die Marie von nun an in ihre Dienste nimmt. Gewohnt pflichtbewusst erledigt das Mädchen all die wunderlichen Aufgaben. Ihr Fleiß wird belohnt: Frau Holle schickt Marie durch einen Goldregen nach Hause. Als die faule Luise das goldene Gewand ihrer Schwester erblickt, erwacht in ihr der Neid und auch sie macht sich auf den Weg ins Zauberland. Doch kann Luise ihren wahren Charakter vor der geheimnisvollen Frau Holle verbergen?

Mittwoch, 9. April, 14:15 Uhr
Wer früher stirbt, ist länger tot
Regie: Marcus H. Rosenmüller, 120 min, Deutschland 2006

Sebastian ist erst elf Jahre alt und hat schon so einiges auf dem Kerbholz. Selbst der Tod seiner eigenen Mutter scheint auf sein Konto zu gehen – jedenfalls, wenn man seinem älteren Bruder Franz Glauben schenken darf. Um dem Fegefeuer dennoch zu entgehen, gibt es für Sebastian nur eine Lösung: Er muss unsterblich werden! An der Umsetzung dieses Plans hapert es jedoch. Seine Musikerkarriere verläuft eher schleppend, die Re-Animation einer Kaninchenleiche scheitert – und um ein Haar hätte er auch noch die Großmutter seiner Schulkameradin auf dem Gewissen gehabt… Eine wunderbar-bayerische Komödie voller Tiefgang, die nicht zuletzt durch ihren hervorragenden Soundtrack besticht.

Mittwoch, 16. April, 14:15 Uhr
Tischlein deck dich
Regie: Ulrich König, 58 min, Deutschland 2008

Max ist der jüngste und – in den Augen seines Vaters – ungeschickteste von drei Brüdern. Kein Wunder also, dass diese je ein Handwerk erlernen dürfen, während Max zum Ziegenhüten verdonnert wird. Nicht einmal dieser Aufgabe ist der Junge gewachsen, so scheint es, und so verlässt er das Haus seines Vaters auf eigene Faust. Als Lehrling eines Schneidermeisters kann er sein Können schließlich unter Beweis stellen. Als sich die drei Brüder nach ihrer Lehrzeit wiederbegegnen, hält jeder von ihnen ein ungewöhnliches Abschiedsgeschenk seines Meisters in den Händen. Doch während Jockel sich an einem magischen Tisch erfreut, der die köstlichsten Speisen und Getränke herbeizaubert, und Emil der stolze Besitzer eines Goldesels ist, scheint Maxens „Knüppel aus dem Sack“ zunächst unbrauchbar zu sein – bis ein betrügerisches Wirtsehepaar versucht, die drei Brüder um ihre wertvollen Geschenke zu bringen… Auch „Tischlein deck dich“ basiert auf einem Märchen der Gebrüder Grimm und war 2008 Teil der Reihe „Sechs auf einen Streich“.

Mittwoch, 23. April, 14:15 Uhr
Pünktchen und Anton
Regie: Caroline Link, 107 min, Deutschland 1998

Caroline Links Neuverfilmung von Erich Kästners Kinderroman „Pünktchen und Anton“ bildet den Abschluss der Filmreihe. Die zehnjährige Pünktchen stammt aus wohlhabendem Hause und versucht doch Nacht für Nacht, als Straßenmusikerin Geld zu verdienen, um ihren besten Freund Anton zu unterstützen. Der aus ärmlichen Verhältnissen stammende Junge arbeitet hart, um den Lebensunterhalt für sich und seine kranke Mutter zu bestreiten. Regisseurin Link hat die Handlung kurzerhand in die Gegenwart verlegt, ohne dabei deren Essenz aus den Augen zu verlieren. Im Zentrum der mit kleinen Musicalnummern gespickten Geschichte steht nach wie vor die Freundschaft zweier Kinder, die in der Not füreinander einstehen – und damit belohnt werden, dass am Ende doch noch alles gut wird.

In Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Irland

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