Ausstellung RE/MAINS OF THE DAZE: eine Ausstellung serviert in 3 Gängen

exhibtion RE/MAINS OF THE DAZE Ste Murray

Do, 01.04.2021 -
Fr, 07.05.2021

Return Gallery

37 Merrion Square
Dublin 2

RE/MAINS OF THE DAZE: eine Ausstellung serviert in drei Gängen ist das Ergebnis einer Auseinandersetzung mit drei historischen Ausstellungen: Lucy Lippards Numbers Shows (1969-1974), Jean-François Lyotards und Thierry Chaputs Les Immatériaux (1985) und Okwui Enwezors The Short Century: Unabhängigkeits- und Befreiungsbewegungen in Afrika von 1945-1994 (2001-2002).

Jede Ausstellung spiegelt einen Moment in der Geschichte der Kunst wider, der als Bruch mit dem Konstrukt der 'Ausstellung' in der klassischen Moderne gesehen werden kann: Lippard definierte die Dichotomie zwischen Künstler*in und Kurator*in neu und brachte die Ausstellung aus dem Museum in den öffentlichen Raum. Lyotard und Chaput problematisierten die Idee der singulären subjektiven Erfahrung von Kunstrezeption und materialisierten den Zustand der Postmoderne innerhalb des neu gegründeten Centre Pompidou. Enwezor hinterfragte eurozentrische Museumsräume und stellte zeitgenössische afrikanische Kunst in Bezug zu Unabhängigkeits- und Befreiungsbewegungen auf dem Kontinent während des 20. Jahrhunderts.

Die Ausstellung im Goethe-Institut Irland präsentiert die Umsetzung drei spekulativer Ausstellungskonzepte. Sie wurden vom ACW-Masterstudiengang 2020/21 entworfen und betrachten die vergangenen Ausstellungen durch Archivdokumente. RE/MAINS OF THE DAZE: eine Ausstellung serviert in drei Gängen spielt mit der Idee der 'Überbleibsel' der Moderne, gefiltert durch die 'Benommenheit' der Postmoderne, einem selbstreferentiellen Zustand, der aufgrund historischer Gewohnheiten fortbesteht.



RE/MAINS OF THE DAZE: eine Ausstellung serviert in drei Gängen wird präsentiert vom Goethe-Institut Irland in Zusammenarbeit mit dem National College of Art and Design (NCAD) in Dublin. Kuratiert von Studierenden des Masterkurses Art in the Contemporary World (ACW). ACW ist der Theorie/Praxis M.A./M.F.A. der School of Visual Culture am NCAD.
 

AUFGRUND DER COVID-BESCHRÄNKUNGEN IST DIE AUSSTELLUNG NICHT PHYSISCH ZUGÄNGLICH, DOCH ONLINE VERFÜGBAR.
 



 

DIE DREI GÄNGE

 

c. 200

Leila Anglade, Alison Lowry, Alex Pentek, Belinda Quirke



Bild von c. 200 Ste Murray c. 200 beschäftigt sich mit Lucy Lippards Serie der Numbers-Ausstellungen, die zwischen 1969 und 1974 stattfanden. Die Ausstellungsstücke befinden sich sowohl in der Return Gallery des Goethe-Instituts Irland als auch an verschiedenen Orten in Dublin.
In einer von Lippards Ausstellungen, 2.972.453 (1971), wurden die Kunstwerke und deren Montageanleitungen in Koffern zum Centro de Arte y Comunicación in Buenos Aires transportiert. c. 200 überträgt die Idee einer 'Ausstellung in einem Koffer' in einen 'entmaterialisierten' und leicht einsetzbaren Prozess des Kuratierens: In der Return Gallery wurden 200 Pappkartons gestapelt und absichtlich umgestürzt, um die Anzahl der kulturellen Institutionen und Galerien in Irland darzustellen, die aufgrund der Covid-19-Pandemie geschlossen wurden. Zwei Werbeaufsteller in der Nähe der Galerie zeigen Teile von c. 200 außerhalb des Rahmens des fixierten Ausstellungsraumes. Darüber hinaus wurden in ganz Irland Bilder der Pappkartons mit roten „Closed to Public“-Aufklebern („Bis auf weiteres geschlossen“) vor geschlossenen Kunstinstitutionen aufgenommen.
Der 'Katalog' für c. 200 enthält eine Reihe ungebundener Karteikarten mit einer Auswahl handschriftlicher Zitate von Lippard und anderen, ein getipptes Essay, Fotografien, handgezeichnete Karten und andere Materialien zu den Numbers-Ausstellungen.

Die Werbeaufsteller sind an folgenden Orten zu finden: 2-4 Merrion Row and 138 Lower Baggot Street, Dublin.

                                  
NOUVEAUX IMMATÉRIAUX

Nadia J. Armstrong, Tom Creed, Catherine Fay, Anna Maye, Katharina Steins



Bild Nouveaux Immatériaux Ste Murray 1985 entwickelte der Philosoph Jean-François Lyotard gemeinsam mit dem Kurator Thierry Chaput Les Immatériaux im Centre Pompidou in Paris. Die Ausstellung, die sich über die gesamte fünfte Etage des neu gegründeten Museums erstreckte, war in 31 Zonen unterteilt, die sich jeweils mit einem anderen Aspekt des postmodernen Lebens beschäftigten. Während ihrer Auseinandersetzung mit Les Immateriaux beschäftigte sich das Team der Studierenden von NOUVEAUX IMMATÉRIAUX mit der Frage: „Was ist das Materielle der heutigen Welt, und gibt es einen greifbaren Aspekt unserer Informationsgesellschaft?“ NOUVEAUX IMMATÉRIAUX übernimmt die Vermittlungsstrategien von Les Immatériaux, indem gefundenes und originales  Audiomaterial mit dem '(Im-)Materiellen' des 21. Jahrhunderts kombiniert wird. Das entstandene experimentelle, akustische Symposium basiert auf dem mehrmonatigen Studium des Originalmaterials aus der Ausstellung von 1985 und sprachlichen Experimenten zu Themen der Technologie von damals und heute. Während in den Originalaufnahmen überwiegend weiße, männliche Sprecher zu hören sind, gibt das Audio der aktuellen Ausstellung vor allem weiblichen, queeren und nicht-westlichen Stimmen Raum.
Neben dem Audio-Guide enthält die Ausstellung ein Transkript der Diskussion des NOUVEAUX IMMATÉRIAUX-Teams über die Inhalte, den Kontext und den Prozess der Ausstellung, das mit Hilfe der Speech-to-Text Technologie erstellt wurde.

 


After the Century

Simon Bhuiyan, Brian Cooney, Kristen Olson, Aisling-Ór Ní Aodha



Bild After the Century Ste Murray After the Century fasst Recherchen der ACW-Studierenden rund um die Ausstellung The Short Century von Okwui Enwezor zusammen. Die Präsentation zeigt die Vielfalt des afrikanischen Modernismus in einer Mischung aus Medien und Methoden, die an Enwezors Ansatz in seinen Ausstellungen von 2001 und 2002 anknüpft.
An der Südwand der Return Gallery installiert, besteht After the Century aus Bildcollagen, Zitaten, Texten und anderen Fundstücken, auf die die Gruppe im Rechercheprozess über The Short Century gestoßen ist. Es soll einerseits die Vielfalt der afrikanischen Moderne, die Enwezor erforschte, dargestellt und andererseits auf zeitgenössische Kunst des afrikanischen Kontinents hingewiesen werden. Ein netzartiges Diagramm zu den 59 beteiligten Künstler*innen, ihren 22 Herkunftsländern und Ansätzen aus der kolonialen Geschichte eines jeden Landes soll die Vielschichtigkeit von The Short Century visualisieren. Es werden sowohl 'formelle' als auch 'informelle' Darstellungsmethoden verwendet, von Vinylpostern bis hin zu Haftnotizen, Kreppband, handschriftlichen Notizen und gedruckten Dokumenten.
Die Gespräche der Gruppe über Fragen des irischen Postkolonialismus/ Imperialismus finden Ausdruck in einer Broschüre mit fiktiven Veranstaltungen, die parallel zu The Short Century hätten stattfinden können, wenn die Ausstellung in Irland gezeigt worden wäre.

 

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