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Film
"The Advocate" erhält Emmy für besten Dokumentarfilm

"Lea Tsemel, The Advocate", DocAviv Festival
"Lea Tsemel, The Advocate", DocAviv Festival | © Foto: Phillippe Bellaiche

The Advocate hat bei den 42. Jährlich stattfindenden News and Documentary Emmy Awards den Preis für den besten Dokumentarfilm gewonnen.
 

Von Nirit Anderman

Der Film unter der Regie von Rachel Leah Jones und Philippe Bellaiche, war ursprünglich für den israelischen TV-Sender Hot 8 produziert worden. Er folgt der bekannten Menschenrechtsanwältin Leah Tsemel, die Palästinenser vor israelischen Gerichten vertritt. Der Film war bereits 2019 als einer von 15 besten Dokumentarfilmen für den Oscar nominiert worden.

Die Filmemacher, die auch in der Emmy-Kategorie „Outstanding Politics and Government“ nominiert worden waren, veröffentlichten am Morgen nach ihrer Auszeichnung ein Statement: „Am Anfang des Films wird das Archivmaterial einer israelischen Talkshow aus den 90er Jahren mit der Moderatorin Judy Nir-Mozes eingeblendet. ‚Ich kann dich absolut nicht verstehen‘, sagt Nir-Mozes, worauf  Leah Tsemel antwortet: ‚Das solltest du aber versuchen, denn... ich bin die Zukunft‘ - Es scheint, dass die Zukunft bereits da ist“, kommentierten die Filmemacher. „Als nächsten Schritt müssen Gerechtigkeit und Gleichheit für alle geschaffen werden."


Auch der Film  Miles David: Birth of the Cool unter der Regie Stanley Nelson wurde mit einem Emmy in der Kategorie Beste Kunst- und Kulturdokumentation ausgezeichnet. Der Film skizziert das Leben des legendären Jazzmusikers. The Dissident, produziert von Bryan Fogel, thematisiert den Mord an dem saudischen Journalist Jamal Khashoggi und gewann in der Kategorie Bester Dokumentarfilm für  Politik- und Regierung.  Die Regisseurin Deia Schlosberg (The Story of Plastic) erhielt den Preis für das beste Drehbuch.

Die mehr als 2200 Dokumentarfilme, die sich um die Preise bewarben, waren 2020 erstmals im Fernsehen ausgestrahlt worden. Die Entscheidung über die Preisvergabe lag bei einer Gruppe von 950 US-amerikanischen Dokumentarfilmern.
 
The Advocate, der auch vom öffentlichen US-Sender PBS ausgestrahlt wurde, hatte zuvor viele Auszeichnungen erhalten, war auf dem Sundance Film Festival gezeigt worden und hatte 2019 auf dem israelischen DocAviv-Festival den Preis für den besten Dokumentarfilm erhalten, was zu einem politischen Aufschrei geführt hatte.  Nach politischem Druck aus rechten Kreisen hatten Mifal HaPayis, die Israelischen Lotterieanstalten, zunächst bekannt gegeben, dass sie den Film nicht unterstützen würden und sich geweigert, dem Produzenten das Preisgeld auszuzahlen.
Die Entscheidung der Lotterieanstalten hatte Proteste von Film- und Fernsehschaffenden zur Folge, die von einem Eingriff in die künstlerische Freiheit und von Zensur sprachen. Drei Schriftstellerinnen (Nomi Levitsky, Lea Aini und Orit Wohlfeiler) hatten ihre Kandidatur für den Sapir-Preis zurückgezogen (ebenfalls von Mifal HaPayis vergeben). Zahlreiche weitere Schriftsteller und Schriftstellerinnen kritisierten die Lotterieanstalten, die die Unterstützung aus „unangebrachten politischen Gründen“ zurückgezogen hätten und wollten, falls die den Sapir-Preis gewinnen sollten, einen Teil des Preisgeldes den  Filmemachern überlassen. Letztlich lenkten die Lotterieanstalten ein und nahmen ihre Entscheidung, das DocAviv-Festival künftig nicht mehr zu fördern, zurück. 



 

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