Vom Auswärtigen Amt gestifteter Preis
DEUTSCH-ISRAELISCHE KOOPERATION „NEGOTIATION MATTERS“ ERHÄLT SHIMON-PERES-PREIS

„NEGOTIATION MATTERS“ ERHÄLT SHIMON-PERES-PREIS
© dizf / Boaz Arad

Die deutsch-israelische Kooperation „Negotiation Matters“, die vom GoetheInstitut gemeinsam mit Kunststudierenden des Shenkar College in Tel Aviv und der Universität der Künste in Berlin umgesetzt wurde, erhält den Shimon-Peres-Preis 2021. Der vom Auswärtigen Amt im Gedenken an den israelischen Staatspräsidenten Shimon Peres gestiftete Preis von insgesamt 20.000 Euro wird jährlich an zwei zukunftsweisende deutsch-israelische Projekte vergeben, die sich um die Ausgestaltung der deutsch-israelischen Beziehungen besonders verdient gemacht haben und von jungen Erwachsenen realisiert wurden. Eine unabhängige Jury trifft die Auswahl. Der Preis wird heute durch Außenminister Heiko Maas an „Negotiation Matters“ sowie das Projekt „InterCare & Awareness“ von der University of Jerusalem und dem UKE verliehen.

Geschichtsbücher richten ihren Fokus im Allgemeinen auf Kriege und bewaffnete Konflikte in der Geschichte und Gegenwart. Allerdings werden Verhandlungen und Friedensabkommen dabei oft außer Acht gelassen, wobei diese die Welt ebenfalls so stark, wenn nicht sogar stärker beeinflusst haben. Und das ohne großes Aufsehen.
Das Projekt „Verhandlungssachen/Negotiation Matters“ strebt eine Änderung dieses Blickwinkels an. Es möchte erfolgreiche Verhandlungsprozesse und Abkommen in den Mittelpunkt stellen, ihre langund kurzfristige Bedeutung beleuchten. Mit dem zentralen Argument: Es ist stets eine gute Entscheidung, den Verhandlungsweg zu wählen.

Das 2018 vom Goethe-Institut Tel Aviv unter der Leitung von Wolf Iro entwickelte Projekt „Verhandlungssachen/Negotiation Matters“ überzeugte die Jury „durch seinen Fokus auf Verhandlungen als Lösungsweg von Konflikten sowie durch sein Potenzial, diese komplexen Prozesse anschaulich darzustellen. Das Projekt betont die Bedeutung von Kompromissfähigkeit und Empathie als Alternative zu gewaltvollen Auseinandersetzungen. Indem es zu Verhandlungen ermutigt, leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Demokratisierung beider Gesellschaften.“ Johannes Ebert, Generalsekretär des Goethe-Instituts, sagte anlässlich der Auszeichnung: „Wir freuen uns sehr, dass gerade dieses Projekt nun ausgezeichnet wird. ,Negotiation Matters‘ steht schließlich im besten Sinne für das, wovon wir als Goethe-Institut überzeugt sind: Es ist das Gespräch miteinander, das die Welt weiterbringt.“

Die Kunststudierenden haben in diesem Projekt insgesamt zehn bereits gelöste und zwei noch andauernde Konflikte in Postern grafisch verarbeitet, um sie im Anschluss in einer wandernden Ausstellung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Bei der inhaltlichen Bearbeitung erhielten die Studierenden Unterstützung von Expert*innen aus Deutschland und Israel zu den jeweiligen Themen und historischen Entwicklungen.

Der ehemalige israelische Staatspräsident und Friedensnobelpreisträger Shimon Peres hat sich viele Jahre während und nach seiner politischen Karriere stark für die Deutsch-Israelischen Beziehungen eingesetzt. Der Preis wird in Andenken an Shimon Peres und in Verantwortung der besonderen Freundschaft zwischen Deutschland und Israel verliehen. 

Das Projekt „Verhandlungssachen/Negotiation Matters“ entsteht in Kooperation mit dem Institute for National Security Studies (INSS), dem Shenkar College Tel Aviv und der Universität der Künste in Berlin. Es wird gefördert von der Stiftung Deutsch-Israelisches Zukunftsforum

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