Film Nachts, wenn der Teufel kam

Nachts, wenn der Teufel kam ©Nachts, wenn der Teufel kam

Di, 21.05.2019

Cinemathek Jerusalem

Derech Hevron 11
Jerusalem

Regie: Robert Siodmak

BRD 1957, 104 Min, Deutsch mit hebräischen UT

Dieser, vom amerikanischen Film Noir inspirierte, mehrfach ausgezeichnete Film gilt als einer der wichtigsten deutschen Nachkriegsfilme.

In Robert Siodmaks Film  Nachts, wenn der Teufel kam treibt ein Serienmörder sein Unwesen unter dem Regime der Nationalsozialisten in Deutschland. In seinem Film zeigt der ehemalige Hollywood-Regisseur, wie der Serienmörder Bruno Lüdke von der Kriminalpolizei überführt wurde, der Fall für die SS aber auch rassistischen Massenmord legitimieren soll. Siodmaks „Parabel auf das Dritte Reich“ adaptierte eine True Crime Story. Sie wiederum nahm Bezug auf den Berliner Kutscher Bruno Lüdke (1908-1944), der unter dem NS-Regime mit der Begründung "erblicher Schwachsinn“ zwangssterilisiert worden war. Die 51 Morde „gestand“ er nur unter Angst und Druck, schließlich wurde Lüdke ohne Gerichtsprozess ermordet. In den 1950er Jahren wurde der Kriminalfall Lüdke als Paradebeispiel des „Bösen“ konstruiert - und hält sich als Mythos bis heute.
 
Robert Siodmak, (1900 -1973) Drehbuchautor, Regisseur und Produzent, errang erste Lorbeeren mit seiner Produktion „Menschen am Sonntag“(1930). Seither galt er als wichtigster Vertreter der Neuen Sachlichkeit im Film.  Aufgrund seiner Abstammung emigrierte er aus dem nationalsozialistischen Deutschland nach Hollywood, wo er einer der bedeutendsten Regisseure des Film Noir wurde.
Wie Siodmak kehrten auch Peter Lorre,  Max Ophüls, Fritz Lang, John Brahm zurück nach Europa, in das sie die Ästhetik des Film Noirs mitbrachten.
Siodmak gewann für diesen, ihm sehr wichtigen Film, 1958 acht Filmbänder in Gold, für den besten Haupt- und Nebendarsteller, bestes Drehbuch, beste Filmarchitektur, den Bambi und eine Oskar Nominierung als bester ausländischer Film.
 
„Wenn ich, wie Alfred Hitchcock, mein ganzes Leben nur Kriminalfilme gemacht hätte, wäre mein Name bestimmt ebenso bekannt. Aber das langweilte mich und ich versuchte es auf verschiedenen Gebieten, mit Komödien, Tragödien oder Musicals“.  - Robert Siodmak


In Zusammenarbeit mit dem Leo Baeck Institut Jerusalem.

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