Zehn Jahre Yoda Press Die Indie-Superhelden

_The Fingers Remember, Cover design: Jericha Senyak; Once Upon a Furore, Cover design: Oroon Das; Confluences, Cover design: Oroon Das
_The Fingers Remember, Cover design: Jericha Senyak; Once Upon a Furore, Cover design: Oroon Das; Confluences, Cover design: Oroon Das | © YODA Press

Einer der beliebtesten, unabhängigen englischsprachigen Verlage in Delhi wird diese Woche zehn Jahre alt. Aditya Mani Jha spricht mit Arpita Das, der Gründerin von Yoda Press.
 

Es gibt drei Sorten von Buchläden, die der erfahrene Buchjäger besonders schätzt: erstens, die billige Sorte, zweitens die Sorte, wo man alle Bücher findet, die ungewöhnlich und aufregend sind, und wo man sich stets wünscht, sie wären an einem Ort versammelt. Und die dritte Sorte, die einen jeden Tag aufs Neue zu überraschen vermag. Yodakin wird im Glücksfall allen drei Kategorien gerecht. Der Mut, sich der Förderung unabhängiger Titel von Navaaya, Zubaan, Tara Books, Three Essays Collective und anderen zu verschreiben, erntete Bewunderung und Respekt - aber wichtiger noch, das Ergebnis war geradezu heilsam für den Blick ins Bücherregal, wo man meist nur stapelweise Paulo Coelho und Dan Brown zu sehen bekam. Yodakin war die Erfindung von Arpita Das, der Verlegerin und Gründerin des Verlags Yoda Press, der diese Woche sein zehnjähriges Bestehen feiert.

Das allererste Buch, das bei Yoda Press erschien, war Once Upon a Furore (2005) von Boria Majumdar: das Sachbuch beleuchtete Kapitel aus der Geschichte des indischen Cricketspiels, die gemeinhin übersehen wurden. Aktuell ist The Fingers Remember, ein Gedichtband von Aditi Rao, im Erscheinen. In den zehn Jahren zwischen diesen beiden Veröffentlichungen hat sich dieser Eklektizismus bewährt. Es entstanden daraus so verschiedene Werke wie The Other Global City (herausgegeben von Shail Mayaram), Confluences (von Ranjit Hoskote und Ilja Trojanow), Would You Like Some Bread With That Book? (von Veena Venugopal) und die graphische Anthologie This Side, That Side (kuratiert von Vishwajyoti Ghosh), eines der besten Bücher des Jahres 2013.

This Side, That Side ist eine Sammlung von Erzählungen über die Teilung Indiens. Das Projekt war unter anderem deshalb besonders, weil es Künstler und Autoren zusammenbrachte, die sich zuvor noch nie mit dem Comic-Genre beschäftigt hatten. Auf die Frage nach dem Erfolg von This Side, That Side und der Bedeutung für Yoda Press, antwortete Das: "TSTS, wie wir den Titel inzwischen nennen, wurde zu einem Mammut-Gemeinschaftsprojekt von uns, der Kuratorin und Herausgeberin Vishwajyoti Ghosh, unserem Partner, dem Goethe-Institut, und allen Beitragenden aus Indien, Pakistan und Bangladesch. Als das Buch erschien, sprachen plötzlich alle darüber - das war sicherlich einer der Gründe für seinen Erfolg." 

Ein Lieblingsort für Buchkultur

Wenn unabhängige Verlage florieren sollen, muss es Buchhändler geben, die die Titel fördern: Als Yodakin schlieβen musste, übernahm diese Rolle der May Day Bookstore & Cafe (in Shadi Khampur in West Delhi), der von dem gestandenen Theateraktivisten Sudhana Deshpande geführt wird. Arpita Das, die an der Ambedkar University auch ein Seminar zum Publikationswesen unterrichtet, nennt May Day ihre ‚Lieblings-linke-Indie-Buchhandlung‘. Sie erzählt mir, wie eine Reihe von unabhängigen Verlagshäusern wie Zubaan, Tulika und Left Word einmal zusammenkamen, um gemeinsam eine Buchhandlung zu eröffnen. Sie nannte sich ‚U Choice‘, hielt sich aber leider nicht sehr lange.
Das sagt: "Vielleicht sollten sich Verleger mit unterschiedlichen Kompetenzen zusammentun und einen Ort für Buchkultur schaffen, mit Events, Lesungen, Ladenverkäufen, und (gemieteten) Ständen für Gespräche, gratis WiFi und Kaffee. Ein kollektiver Raum für Kultur und Kulturwirtschaft."

Yodas aktueller Titel stammt von einer Autorin, die, wie die besten Indie-Künstler, sehr vielversprechend aber weitgehend unbeachtet geblieben ist. Als Aditi Rao im Jahr 2010 den Srinivas Rayaprol Preis zugesprochen bekam, schrieb sie einen Blogbeitrag darüber, wie (und warum) sie bisher noch kein Buch veröffentlich hatte, und wie sie eine ‚Recherche nach Literaturmagazinen in Indien ‘ startete, damit ihre Gedichte auch jenseits von ihrer Website gelesen werden konnten. Drei Jahre später, veröffentlicht Rao nun endlich ihre erste Gedichtsammlung, The Fingers Remember. Der Booklaunch findet am 21. November statt, der Termin fällt mit Yodas 10-jährigem Bestehen zusammen. Arpita Das wird ein bisschen nostalgisch, wenn sie sich an ihre erste Begegnung mit Raos Werk erinnert:
"Aditi schickte uns ihr Manuskript zu Beginn des Jahres 2013. Ich erinnere ich mich noch, ich war gerade kurz davor, mich endgültig für die Schlieβung von Yodakin zu entscheiden. Ich war ziemlich niedergeschlagen, aber als ich das magische Manuskript auspackte, sah ich plötzlich wieder Licht."

Heute, da Yoda Press zehn Jahre alt wird, hoffen wir, dass Arpita Das ihren langen und erfolgreichen Weg im Verlagswesen fortsetzt und weiterhin Autoren unterstützt, die sich abseits vom Mainstream bewegen, neue Impulse vermitteln und den Mut haben, sich der Tyrannei des Marktes zu widersetzen.