India Art Fair Eine Million Dollar geschreddert

India Art Fair: Besucher
India Art Fair: Besucher | Foto: Goethe-Institut / Max Mueller Bhavan New Delhi, Sanyam Bajaj

Mehr als 3500 Kunstwerke von 1100 Künstlern aus zwölf Ländern: Die India Art Fair hat sich zu einem der wichtigsten kulturellen Veranstaltungen Südasiens entwickelt. Seit 2008 versucht sie die große Bandbreite südasiatischer Kunst zu repräsentieren und als Plattform einen internationalen Austausch zwischen den künstlerischen Disziplinen zu fördern. Vom 28.1. – 31.1.2016 bot die India Art Fair nun zum achten Mal Kunst aus knapp 80 Galerien und Institutionen.

Die Besucher schlendern durch die großen Hallen – drei insgesamt – und betrachten die Werke internationaler und südasiatischer Galerien. Jede mit eigenem Stil. Immer wieder erweitern Diskussionen und Vorträge im Speaker’s Forum den Kunstgenuss. Sie ermöglichen es,  sich auszutauschen. Über Kunst und gesellschaftliche Themen im Allgemeinen und die ausgestellten Werke im Besonderen. Vor allem das Spannungsfeld zwischen Künstler und Galerie wird immer wieder thematisiert.

Die unmittelbare Reflexion jedoch geschieht vor dem Kunstwerk, das impulsive Reagieren auf das Ausgestellte.

Warum hören manche Besucher Musik beim Betrachten der Kunst? Weshalb fotografieren sie gerade dieses Bild? Und wenn sie unendlich viel Geld zur Verfügung hätten: Welches der ausgestellten Kunstwerke würden sie erwerben? Wir haben einige der Stimmen eingefangen.
 



Ritika Bansal and Shalu Bhati, (30 und 23, Studenten):
"Ich habe dort hinten einige kaputte Porzellan-Tassen gesehen. Der Künstler hat versucht, sie zu reparieren und dadurch etwas aus dem Abfall gemacht. Das gefällt mir: Müll in Kunst zu verwandeln.“

Sonam Chandua: „Ich bin auch Künstlerin, ich bin Grafiker. Ich mag Vinita Dasgupta. Sie hat Leinwände genommen und aufgerollt, sodass sie pop art Bilder ergeben. Ich hätte ihr Arbeiten gerne für meine Galerie und würde sie dort ausstellen.“

Maryanne Limbos, USA , 83:
“Mir hat das Werk gefallen, das aus aufgerolltem Papier gemacht wurde und aussieht als würde es Wellen schlagen. Das hat mir ein Gefühl von Ruhe und Frieden gegeben.“

Gail Goldstein, USA , 78:
“Menschen brauchen nicht nur Geld, um Kunst zu besitzen, sie brauchen auch einen Ort für diese Kunst. Manche der Installationen kann ich nicht einfach über meinen Kaffeetisch hängen. Außerdem braucht man noch das passende Licht.“

Sumit Roy, Artist:
“Es gibt einen Ort, an dem steht ein Globus. Der Künstler hat eine Millionen Dollar geschreddert, in diese Kugel getan und das ganze „One Million Dollars“ genannt. Ich mag den Schockeffekt, es hat etwas fast Dadaistisches. Wenn ich den Globus besitzen würde, würde ich ihn in mein Badezimmer stellen. Das wäre ziemlich cool.“

Gaurav Chanda, Student:
„Ich höre gern Musik, wenn ich die Kunstwerke anschaue. Wenn man sich Kunst mit Musik anschaut, verändert sich die Perspektive. Ich wähle meine Musik immer speziell aus: Sie soll bewirken, dass ich mich erhaben fühle. Wenn ich zum Beispiel abstrakte Dinge betrachte, höre ich surreale Musik.“

Deval Mavlankaz und Sudha Vora:
“Wir sind Kunstschüler und wollen verstehen, was in dem Kopf des Künstlers vorging. Deshalb haben wir es fotografiert. Warum hat er grade diese Art der Maserung genutzt?“

Ein interessierter Kunstfreund:
“Dieses Kunstwerk verlangt eine besondere Art von Raum. Es geht hierbei mehr um Individualität. Wenn man von dem Kunstwerk umhüllt wird, ist man von der Menge isoliert. Das ist ungewöhnlich, normalerweise ist man immer umgeben von Menschen, wenn man sich die Gemälde anschaut.“