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Gesellschaft und Zeitgeschehen
Friedenspreis des Deutschen Buchhandels für Amartya Sen

Amartya Sen
Foto © Fronteiras do Pensamento | https://bit.ly/3dBjaWZ

Friedenspreis des Deutschen Buchhandels für Amartya Sen

Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels gilt als einer der renommiertesten Literaturpreise der Welt. 2020 bekommt ihn der indische Wirtschaftswissenschaftler, Philosoph und Nobelpreisträger Amartya Sen verliehen.

In der Buchmessen-Stadt Frankfurt am Main wurde am Mittwoch (17.06.2020) bekannt gegeben, wer in diesem Jahr den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhält: ausgezeichnet wird der indische Wirtschaftswissenschaftler, Philosoph und Nobelpreisträger Amartya Sen. Das gab heute Karin Schmidt-Friderichs bekannt, die als Vorsteherin des Börsenvereins zugleich Vorsitzende des Stiftungsrats ist.

Geboren wurde Amartya Sen 1933 in Shantiniketan in Indien. Seit den 1960er Jahren lehrte Sen an zahlreichen Hochschulen, darunter Delhi, Stanford, Berkeley, Oxford und Cambridge. Seit 2004 ist er als Professor an der Harvard Universität tätig. 1998 hatte er den Nobelpreis für Wirtschaft erhalten. Sen habe sich "als Vordenker seit Jahrzehnten mit Fragen der globalen Gerechtigkeit auseinandersetzt", hieß es in der Begründung des Stiftungsrats. Die Arbeiten des indischen Philosophen trügen zur Bekämpfung sozialer Ungleichheit bei und seien heute so relevant wie nie zuvor.

Amartya Sen: Ein Vordenker beim Thema globale Gerechtigkeit

Zu Sens wichtigsten Forderungen zähle es, "gesellschaftlichen Wohlstand nicht allein am Wirtschaftswachstum zu messen, sondern immer auch an den Entwicklungsmöglichkeiten gerade für die Schwächsten", so Karin Schmidt-Friderichs. "Sein inspirierendes Werk ist Aufruf dazu, eine Kultur politischer Entscheidungen zu fördern, die von der Verantwortung für andere getragen ist und niemandem das Recht auf Mitsprache und Selbstbestimmung verwehrt", hieß es in der Jurybegründung weiter.

Die weltweit beachtete Auszeichnung ist mit 25.000 Euro dotiert. Geehrt werden damit jedes Jahr internationale Persönlichkeiten, die in Literatur, Wissenschaft oder Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen haben. Der Stiftungsrat des Friedenspreises, eine unabhängige Jury, wählt alljährlich den Preisträger aus eingesandten Vorschlägen aus. Seit 1950 vergibt der Börsenverein des Deutschen Buchhandels den renommierten Preis. 2019 war in Frankfurt der brasilianische Fotograf und Umweltschützer Sebastiao Salgado damit für seine nachhaltige Arbeit ausgezeichnet worden. Auch der Historiker Fritz Stern, der Philosoph Jürgen Habermas und die Geisteswissenschaftler Aleida und Jan Assman wurde mit dem Preis bereits geehrt.

Feierliche Übergabe in der Frankfurter Paulskirche

Aus Tradition wird die Auszeichnung zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse verliehen. Das ist in diesem Jahr der 18. Oktober. Ort der Veranstaltung, die vom Deutschen Fernsehen aufgezeichnet und live gesendet wird, ist die Frankfurter Paulskirche. In der Vergangenheit wurden hier wichtige, aber auch diskussionswürdige Reden gehalten, unter anderem sorgte der deutsche Schriftsteller Martin Walser 1998 für heftige Debatten, als er in seiner Dankesrede von "Meinungssoldaten" und der "Banalität des Guten" in Zusammenhang mit dem Holocaust-Denkmal in Berlin sprach.

Die Frankfurter Buchmesse soll trotz Corona stattfinden. Allerdings werden deutlich weniger Teilnehmer erwartet und weniger Besucher auf dem Messegelände zugelassen. Auch die Verleihung des Friedenspreises werde "unter den im Herbst geltenden Gesundheitsbestimmungen" stattfinden, teilte der Börsenverein mit.

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