Bei uns zu Gast ... Hendrik Jackson

Hendrik Jackson
Hendrik Jackson | Foto (Ausschnitt): Munim Wasif

Hendrik Jackson, freier Autor und Übersetzer, nahm am Poets Translating Poets Festival in Mumbai teil, das das Goethe-Institut/Max Mueller Bhavan vom 25. bis 27. November organisierte.


Mein erster Eindruck von Indien …
Der erste Eindruck lässt sich nur schwer widergeben. Durch Bilder und Vorstellungen und Klischees, die man mitnimmt, hat man bereits ein Bild im Kopf. Ich kam zunächst in Dhaka an, das völlig überfüllt und schmutzig ist. Ganz anders im Vergleich war dann Mumbai, das ich sehr sauber und beinahe europäisch fand. Ich war nicht fassungslos, aber interessiert. Ich konnte die starken Traditionen ausmachen und einige europäische Einflüsse. Dennoch gab es auch Klischee, die sich mir bestätigten!

An meine Heimatstadt erinnerte mich in Mumbai …
Gar nichts!

Etwas, das mir in Indien auffiel (und das anders ist als in Deutschland) ...
Vieles! Eine der wichtigsten Sachen ist das Verhältnis zwischen Mann und Frau. In Indien heiratet man in jungen Jahren und verpasst so die Gelegenheit, das Leben als Alleinlebende zu genießen. In Deutschland hingegen heiraten die Leute erst, wenn sie über dreißig sind. Das macht meiner Ansicht nach für die Beziehungen einen großen Unterschied. Auf der einen Seite die Traditionen, auf der anderen Freiheit. In vielen Hinsicht die ist „öffentliche Kultur frei von Erotik“.

Eine bleibende Erinnerung an Indien ...
Es gibt viele Erinnerungen, die ich aus Indien mitnehme. Ein Bild, das ich wahrscheinlich nicht vergessen werde, ist das der Kinder, die auf der Straße schlafen. Es war sehr traurig und herzzerreißend, das zu sehen. Aber es ließ mich über die Phantasien dieser Kinder nachsinnen. Ich denke immer wieder darüber nach, was diese Kinder wohl denken mögen, was sie tun möchten und wie sie mit der Situation umgehen? Etwas, das ich auch niemals vergessen werde, ist die Anzahl der Autos!
 

Hendrick Jackson, der Film, Slavistik und Philosophie in Berlin studierte, arbeitet heute als freier Schriftsteller und Übersetzer. Er arbeitet als Lyriker, Essayist und Übersetzer hauptsächlich aus dem Russischen, daneben organisiert er Lesungen und Kampagnen. Er wurde bereits vielfach für seine Arbeiten ausgezeichnet.

Das vom Goethe-Institut/Max Mueller Bhavan organisierte Poets Translating Poets Festival, das vom 25. bis 27. November 2016 in Mumbai stattfand, war ein großer Erfolg. Dichter aus Südasien und Deutschland nahmen daran teil und übersetzten gegenseitig ihre Werke. Gefeiert wurde die Literatur, Dichtung und die Sprachen mit mehr als 3000 Besuchern und 51 Dichtern aus fünf Ländern. Das Festival fand an mehr als 30 Orten in der ganzen Stadt statt, darunter Schulen, Colleges und sogar an einigen Straßenecken.
 
  • Neerav Patel bei The Mumbai Tea Party - Poetry in the streets Goethe-Institut / Bombay Film Factory
    Neerav Patel bei The Mumbai Tea Party - Poetry in the streets
  • Poets Translating Poets Festival Khublei Arts
  • Poets Translating Poets Festival Goethe-Institut / Bombay Film Factory
    Poets Translating Poets Festival
  • Dichter bei The Mumbai Tea Party - Poetry in the Streets Goethe-Institut / Bombay Film Factory
  • Poets Translating Poets Festival Khublei Arts
  • Im Gespräch mit Dr. Thomas Wohlfahrt, Prof. Dr. Karin von Welck, Dr. Martin Walde, Dr. Jurgen Morhard, Mr. Anand nambiar & Amrita Tripathi, NCPA Mumbai Goethe-Institut / Bombay Film Factory
  • Poets Translating Poets Festival Foto (Ausschnitt): Goethe-Institut / Aman Negi