Kerstin Meenen

Gruppenfoto in Kochi © Goethe-Institut / Max Mueller Bhavan Bangalore Da ich bereits durch ein Auslandssemester und eine sechsmonatige Reise durch Asien mein Interesse an dem Leben und Zurechtfinden im Alltag anderer Länder erkannte, wollte ich nun mithilfe eines Auslandspraktikums eine weitere Perspektive dessen erfahren. Die Entscheidung, mich für ein Praktikum in Indien zu bewerben war dabei ebenfalls naheliegend. Asien und vor allem asiatische Metropolen lernte ich bereits während meiner halbjährigen Reise lieben, nach Indien schaffte ich es damals jedoch nicht. So entschloss ich mich, dieses Land als Ort meines Praktikums auszuwählen. Die Wahl, mich für das Goethe-Institut / Max Mueller Bhavan in Bangalore zu bewerben, habe ich vor allem aufgrund der Möglichkeit, die bangaloREsidency unterstützen zu können, getroffen.
 
Nachdem ich meine Bewerbung eingereicht hatte, wurde mir kurze Zeit später ein Skype Termin angeboten und ein paar Tage darauf bekam ich die erfreuliche Nachricht, dass ich für den Praktikumsplatz ausgewählt wurde. Während der darauf folgenden organisatorischen Aufgaben stand mir das GI / MMB bei Fragen zur Seite, sodass alle Vorbereitungen schnell getroffen waren.
 
Angekommen in Bangalore war ich zunächst von der Vielzahl an Eindrücken überwältigt - tosender Verkehr, Menschen, die schon frühmorgens lauthals ihre Ware anpreisen und vor allem die Dimensionen dieser Millionenstadt. Direkt an meinem ersten Abend hatte ich dann die Möglichkeit, ein Event, welches von meiner Vorgängerin organisiert wurde, zu besuchen und ein Teil des Teams kennenzulernen, welches mich herzlich willkommen hieß.
 
Bereits zwei Tage später begann dann schon mein Praktikum. Nach einer Vorstellungsrunde im ganzen Haus wurde ich bereits mit einigen ersten Aufgaben vertraut, wodurch ich mich direkt im Team aufgenommen fühlte.

Kerstin @1ShanthiRoad Nandita N © Goethe-Institut / Max Mueller Bhavan Bangalore Der Fokus meiner Aufgaben lag von Beginn an auf der bangaloREsidency und der bangaloREsidency-expanded, was zunächst den Kontakt mit den zukünftigen Resident*innen und deren Hosts hier in Bangalore bzw. in Deutschland, das zur Seite Stehen bei Fragen, aber auch das Organisieren (Flugbuchungen anweisen, Verträge vorbereiten etc.) und das Erstellen der Profilseiten der Kulturschaffenden in das genutzte Content Management System des GI / MMB einbezog. Während der bangaloREsidency war ich dann wie die drei weiteren Praktikant*innen, die speziell für diese Zeit gekommen waren, für die Betreuung meiner Buddies - ausgewählte Resident*innen - verantwortlich. Neben der Organisation und Koordination ihrer Abschlussveranstaltungen und dazugehöriger Social Media Begleitung war ich Ansprechpartnerin für mögliche Probleme und Fragen.

Obwohl sich die bangaloREsidency als Hauptaufgabe durch das Praktikum zog, durfte ich auch andere Events vor- und nachbereiten. So lernte ich beispielsweise in den ersten Wochen die Organisator*innen des Moving Waters Film Festivals, welches in der Veranstaltungshalle des Instituts stattfand, kennen und stand in der folgenden Zeit mit den Verantwortlichen in E-Mail Kontakt um die Veranstaltung vorzubereiten.
Auch die Vorbereitung für das Bengaluru International Short Film Festival war eine der Aufgaben, die mich für eine längere Zeit begleitete.
Dadurch, dass ich unter Anderem für diese großen, aber auch für einige kleine Veranstaltungen, sowie für die bangaloREsidency Hauptansprechpartnerin war, wuchs auch die Verantwortung, die ich zu tragen hatte. Dabei half es mir, dass immer die Möglichkeit bestand, Rücksprache mit den Kolleg*innen zu halten, um mögliche Unsicherheiten zu klären. Zudem gab es regelmäßige gemeinsame Gespräche, in denen wir uns über die aktuellen Projekte und anstehenden Aufgaben austauschten. Auch dies führte zu Rückversicherung und ermöglichte zudem, Einblicke in die Projekte der anderen zu bekommen.
 
Ein weiterer wichtiger Bereich des Praktikums war es, die Social Media Kanäle des GI / MMB zu bedienen. Hierzu sollte möglichst täglich ein Post bestehend aus einem kurzen Text und einem passenden Bild für anstehende Veranstaltungen erstellt und auf Antworten, sowie Rückfragen reagiert werden.
Auch das Lesen einer breiten Auswahl von Zeitungen um Eventankündigungen und Berichterstattungen zu Veranstaltungen, sowie interessante Berichte zu den Interessengebieten der bangaloREsident*innen zu finden, gehörte zu den täglichen Aufgaben. Zur Betreuung der Events gehörte zudem das Erstellen einer deutschen und englischen Veranstaltungsseite und das Festhalten wichtiger Momente mit der Kamera.
 
Die wohl spannendste Aufgabe des Praktikums war es, die zuvor geplanten Events zu besuchen und in persönlichen Kontakt mit den Künstler*innen und weiteren Organisatoren zu kommen, mit denen zuvor häufig nur E-Mail Kontakt bestand. Dadurch, dass das Institut viele verschiedene Kulturbereiche unterstützt, bot dies die Möglichkeit, die Bandbreite der Kulturszene Bangalores kennenzulernen.
Einziger Nachteil hierbei war es, dass die Mehrzahl der Veranstaltungen am Wochenende stattfanden und somit die Möglichkeit, dieses vielfältige und wunderschöne Land zu erkunden, eingeschränkt wurde.
 
Das Highlight war für mich die Zeit der bangaloREsidency zum Abschluss meines 5-monatigen Praktikums. Wie zuvor bereits beschrieben, kommunizierte ich von Beginn meines Praktikums an mit den Künstler*innen und nun war endlich der Zeitpunkt gekommen, diese persönlich kennenzulernen und die Umsetzung der geplanten Projekte zu sehen. Auch bot diese Zeit die Möglichkeit, mit vielen spannende Persönlichkeiten der indischen Kunst- und Kulturszene zu sprechen und Events, wie die Kochi-Muziris Biennale (auf welcher drei ehemalige bangaloREsident*innen zu der Zeit ausstellten) zu besuchen.

Zwar war es mir bis zum Ende nicht möglich, die gewaltigen Dimensionen dieser Stadt trotz einiger Erkundungstouren für mich greifbar zu machen, dennoch fühlte ich mich in Bangalore immer wohl und genoss die Möglichkeit, bis zum Ende von neuen Eindrücken überrascht zu werden.