Aruna Ganesh Ram bangaloREsident-Expanded@Wisp Kollektiv

agr ©Aruna Ganesh Ram Aruna Ganesh Ram gründete 2012 'Visual Respiration', eine Performance-Company in Bangalore, nachdem ein Stück mit dem selbem Namen aufgeführt wurde. In 'Visual Respiration' erzählt Aruna Geschichten über Menschen auf digitalen Fotografien. 

Derzeit ist sie künstlerische Leiterin von 'Visual Respiration'. Sie verwendet Kunstpraktiken, um sensorische Lernerfahrungen zu schaffen.
Sie arbeitet auch als Trainerin, im Bereich Performance Making und arbeitet hauptsächlich mit Schüler*innen. Sie hat einen Master in Theaterpraxis von der Royal Central School of Speech and Drama.

Arunas Arbeit geht über eine lineare Abhandlung hinaus. Durch Forschung und Embodiment schafft sie einzigartiges Performance-Material. Das Publikum ist von Anfang an am Entstehungsprozess beteiligt, das macht ihre Arbeit intim und umfassend. Bei ihren Performances ist es ihr wichtig mehrere Perspektiven zu zeigen und nicht eine einzige Erzählung vorzugeben.

Aruna denkt in Bildern und komponiert ihre Arbeit als eine Reihe von visuellen Bewegungen mit sensorischen Berührungen. Ihre Arbeit in den letzten Jahren spielt mit Ideen von Raum, Charakter, Erzählungen und Klängen. Es ist ihr sehr wichtig, dass das Publikum kein passiver Zuschauer ist und glaubt, dass das Theater ein Medium für den LIVE-Moment ist, um sensorisch lebendig zu werden.

Bei Wisp Kollektiv, Leipzig plant Aruna ‘Sonic Identities’ - eine auditive Performance - Erfahrung vom Geschlecht. 

Coloured and Choosing - Eine immersive Gender-Klanginstallation

Coloured and Choosing © Nina Buttendorf Dauer: 20-minütiges Hörerlebnis mit geschlossenen Augen
 
Coloured and Choosing wurde im Rahmen der bangaloREsidency-Expanded in Zusammenarbeit mit dem Wisp Kollektiv aus Leipzig entwickelt.
 
In der 3D-Klanginstallation erlebt das Publikum das Persönliche und Politische in einem Geschlechterraum mit verbundenen Augen. Der Raum ist mit über 30 Klangquellen durchzogen, die sich jeweils von der persönlichen Stimme zum Politischen wandeln und das Publikum einladen, sich auf ihre Geschlechterfrequenz einzustellen.
 
Ich bin Ende Juli beim WISP Kollektiv angekommen und war sehr neugierig auf ihre Arbeit und sehr gespannt darauf, alle dort anzutreffen. Meiner Meinung nach funktioniert Wisp als eine wirklich interdisziplinäre Kunst/-Kulturorganisation. Während Felix damit beschäftigt war Cricket-Sounds in einer Höhle zu installieren, versuchten Paul & Emma Gesten in eine Multimedia-Visualisierungen zu programmieren, und Nina dokumentierte rigoros jeden Teil der Arbeit. Meine Einführung in das 3D Sound Lab war aufregend und einschüchternd. Ich denke, dass ich nach der ersten Sitzung mit Felix die Möglichkeiten des 3D-Sounds verstanden habe.
 
Meine Arbeit in der Residenz bestand darin, eine dramaturgische Erzählung als Ausgangspunkt für das Klangerlebnis zu schaffen. Felix und ich haben verschiedene Möglichkeiten von Schallquellen und Publikumspositionen ausgearbeitet. Das half mir, die Klanglandschaft als Ebenen zu betrachten. Daher entwickelte sich die Erzählung auch in Schichten vom Intimen zum Politischen.
 
Meine eigenen Geschlechter- und Lebenserfahrungen, gepaart mit hinduistischer Mythologie, Stimmen und Interviews wurden zur Materialquelle und Ausgangspunkt für das Projekt. Mit Unterstützung meines Klangkollegen MT Aditya komponierte ich eine Reihe von Momenten, die Urteile, Wahrnehmungen, Gedichte, Slice-of-Life Situationen, Liebesbriefe und Interviews mit Kollegen, Freund*innen und Bekannten beinhalteten. Felix und ich verbrachten Zeit im Studio und platzierten die Kompositionen in einer 3D-Umgebung.
 
Wir haben das Publikum eingeladen, die Audio-Performance zu erleben. Ihr Feedback war wertvoll und ließ mich verstehen, wie die Auftritte vom Publikum inidviduell wahrgenommen wurden und wie einzigartig die Erfahrungen der einzelnen Mitglieder*innen waren.
 
Und ja, wir hatten lustige Dosa-Partys, deutsche Spätzle-Partys sowie Bauernhof-Partys im Rahmen meines Aufenthalts in Leipzig. Ein großes Dankeschön geht an das Goethe-Institut Bangalore, welches diesen Prozess ermöglicht hat. Hierfür bin ich überaus dankbar.