Pratyush Raman
bangaloREsident-Expanded@Lacuna Lab

Pratyush Raman ©Pratyush Raman Pratyush Raman ist ein praktizierender Künstler aus Bangalore, dessen Werke sich um Bildung, Technologie und Verspieltheit der Mathematik drehen. Er unterrichtet kreatives Kodieren und neue Medien am Srishti Institut für Kunst, Design und Technologie. Seine Untersuchungen beschäftigen sich mit Bewusstsein, Konditionierung und Fiktion im zeitgenössischen Paradigma der Zivilisation. Beim Serendipity Arts Festival rekonstruierte seine Installation 'Breathe Pong' Pong, eines der frühesten Arcade-Spiele, als interaktive Reflexion der Atmung. Er verwendet Codes, Musik und Malerei als Ausdrucksmittel.

Am Lacuna Lab in Berlin wird er mit der Idee des Video-Samplings im Kontext der Interaktion experimentieren. Dabei werden physikalische Computer und kreative Codierungswerkzeuge verwendet, die in einer Installation gipfeln.

 

Pratyush @ Lacuna Lab © Pratyush Raman Pratyush Ramans Recherche beschäftigt sich mit der Beobachtung von Beziehungen zwischen Maschinen und Einflüssen auf den Menschen in der Gegenwart und weckt ein Bewusstsein und regt Reflexion an.

1998 diskutierten John Searle und Ray Kurzweil auf der Telecosm-Konferenz von George Gilder über das zukünftige Potenzial der Künstlichen Intelligenz (KI). Während Ray darauf bestand, dass technologisches Wachstum die genannte Fusion ermöglichen würde, argumentierte Searle, dass eine Fusion nicht stattfinden könne, da Roboter kein Bewusstsein hätten (Why the Future Doesn't Need Us, Bill Joy). Ein Mangel an Verständnis dafür, welche Intelligenz sich in einer Maschine ausbildet, impliziert jedoch unsere Unfähigkeit, fundierte Entscheidungen für Zukunftstechnologien zu treffen. Es ist wahrscheinlich, dass sowohl Kurzweil als auch Searle in ihrem Glauben Recht haben, und dass Menschlichkeit und KI verschmelzen, nicht weil das Bewusstsein in Maschinen entwickelt wird, sondern durch Zufall, ohne Absicht.
 
Heute wird oft gesagt, dass KI überall ist. Es beeinflusst, was wir sehen (YouTube, Netflix, Instagram), was wir lesen (Goodreads), was wir kaufen (Amazon), wie wir mit anderen Technologien interagieren (Siri, Alexa), mit wem wir uns anfreunden (Facebook), wie wir Orte erreichen (Uber, Tesla) und so weiter. In der aktuellen Situation wird Künstliche Intelligenz vor allem als Klassifikationsproblemlöser eingesetzt. Sie verarbeitet große Datenmengen und klassifiziert neue Daten in Gruppen. Bei Empfehlungsmaschinen ist diese Klassifizierung, wie bei den genannten Diensten, "was kommt als nächstes?".

tubed© Pratyush Raman
Eine Website wie YouTube bietet Inhalte zum Anschauen an und nutzt die verbrauchten Inhalte, um weitere Vorschläge zu erstellen. Daten schaffen mehr Daten, um sich selbst zu überhäufen. Die Installation "tubed" repliziert dies durch eine kundenspezifische Empfehlungs-KI. Sie spielt mit der Erzählung von Nutzer*innen, die durch ihren Konsum Teil der Produktion werden. In Pratyush's Installation durchläuft eine Empfehlungs-KI YouTube-Inhalte. Wenn ein*e menschliche*r Betrachter*in das System betritt, verbraucht sie/er einen Teil des Content-Generierungssystems. Durch ihren Konsum und durch die Erweiterung werden sie selbst zu einem Teil der Daten, die zum Aufbau der KI verwendet werden. Der Konsum, der auf KI-Vorschlägen basiert, ist der Treibstoff für den Aufbau der Künstlichen Intelligenz.
 
'tubed' wurde im Rahmen der Ausstellung A Vial Piece of Information:Fragments of A Greater Context präsentiert, kuratiert vom Künstler-Kurator Thomas Heidtmann vom Lacuna Lab.
 
Der Künstler ist Teil des bangaloREsidency-Expanded Programms des Goethe-Instituts Bangalore / Max Mueller Bhavan in Zusammenarbeit mit dem Srishti Institute for Art, Design and Technology.