Christian Bold
Deutschland

Christian Bold © Goethe-Institut Kolkata/Arhan Sett Photography Christian Bold wurde in Leipzig, Deutschland, geboren. Nach Beendigung seines Studiums der Rechtswissenschaften im Jahr 2006 schrieb er sich an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig ein. Dort verbrachte er einen Großteil der Zeit mit dem Herstellen von Drucken und Skulpturen. Während seines Aufbaustudiums als Meisterschüler unter dem New-Leipzig-School Maler und Grafiker Christoph Ruckhäberle begann er, mit Acrylfarben auf groß-formatige Leinwände zu malen. Bolds Stil ist von den bildhaften Welten angewandter und subkultureller Kunstformen wie Comic, Agit Prop und Graffiti beeinflusst. Die Pathosformeln und Konventionen der figurativen Malerei werden durch einen technoiden Stil und Re-Kontextualisierung zitiert und gleichzeitig unterminiert und hinterfragt.
Christian Bolds Malereien widersprechen auf aggressiver Weise den neo-surrealistischen und neo-romantischen Tendenzen der vielgestaltigen Malerei-Tradition der New-Leipzig-School und sind gleichzeitig auch Teil und Forsetzung dieser Tradition.

Reflektionen

,,Als ich die Zusage für das Indo-European Residency Project Kolkata 2018 bekam, war ich überglücklich. Da ich bereits 2006 als Rechtsreferendar und 2014 als Tourist in Kolkata gewesen war, hatte ich viele Hoffnungen und Erwartungen in Bezug auf meine nächste Begegnung mit dieser bemerkenswerten Stadt. Ich kann mit Freude sagen, dass sie alle übertroffen wurden! Die warme Begrüßung durch die Gastgeber/innen und Organisatoren des Residenz-Projektes; die Möglichkeit, Künstlerkolleg/innen und Kunsthandwerker/innen zu treffen und sich mit ihnen auszutauschen sowie die wunderschöne und gemütliche Unterkunft, die ich mit zwei freundlichen und rücksichtsvollen Mitbewohnerinnen teilte—all das wird mir auf längere Zeit ganz sicher Inspiration und Denkanstöße bieten. Neben all der Liebe, die ich für Kolkata hege, muss ich zugegeben, dass der inspirierenste Teil dieses Residenz-Projektes in Shantiniketan stattgefunden hat. Während meiner vorherigen Besuche nach Westbengalen habe ich den Fehler begangen, Kala Bhavana während der Durga-Puja-Ferien zu besuchen, wo ich den Campus von Student/innen und Lehrer/innen verlassen vorfand. Dieses Mal hatte ich nicht nur das Glück, den Vorbereitungen zu der 100. Jubiläumsfeier der Nandan Mela beizuwohnen, sondern konnte auch am Institut für Druckgrafik auf dem Campus arbeiten. Die geschäftige, aber dennoch sehr freundliche Atmosphäre, das bereichernde Feedback der Mitarbeiter/innen und Studierenden sowie die wunderschöne und ruhige Landschaft hinterließen bei mir einen so starken Eindruck, so dass ich den Beschluss fasste, meinen eigentlich auf eine Woche angelegten Aufenthalt dort zu verlängern, um an der Nandan Mela teilzunehmen und danach weiter am Institut zu arbeiten. Das Verständnis und die Flexibilität der beteiligten Organisatoren, die dies möglich machten, weiß ich sehr zu schätzen.''

                                                 -----Christian Bold