Ina Kaur
Indien

Ina Kaur © Goethe-Institut Kolkata/Arhan Sett Photography Ina Kaur wurde in Neu-Delhi geboren; zur Zeit lebt und arbeitet sie in ihrem Studio Inkspace' in Bangalore, Indien. Sie wurde als printbasierte Künstlerin ausgebildet, aber ihre kreative Praxis erstreckt sich über verschiedene Medien und Disziplinen. Ihr Interesse dehnt sich weiter auf kreative Erkundungen in der öffentlichen Sphäre, sozialen Verpflichtungen und Zusammenarbeit aus. Kaurs Studio-Recherchepraxis erforscht, wie Identitäten durch Geschichte, Gesellschaft und unsere unmittelbare Umgebung definiert und beeinflusst werden. Ihre aktuelle Beschäftigung untersucht das, Dazwischensein' oder den dritten Raum', am Schnittpunkt zwischen Lokalismus und Globalismus liegend, welcher eine neue perspektivische ,Hybridität' formt. Im Allgemeinen sind ihre Arbeiten philosophischer Natur und in ihrem Ausdruck abstrakt. Rudimentäre Formen getrennt zu betrachten und zu vereinfachen, erlauben ihr den Übergang von greifbaren zu nicht-greifbaren Konzepten. Während des Indo-Europäischen Residenzprojektes wird Kaur, Impressionen kultureller Muster-deren Einzigartigkeit und Gemeinsamkeiten' untersuchen. Ihr geplantes Projekt versucht, die einmalige Identität des Ortes KaliKata' durch das Befassen mit Objekten kultureller, historischer und sozialer Bedeutung einzufangen. Dabei wird sie dessen reiche kulturelle Muster und Texturen sammeln und dokumentieren.

Reflektionen

,,Das Indo-European Residency Project 2018 bot mir die Gelegenheit, mich mit der Stadt, ihrer Umgebung, ihren Kulturen, Ritualen und Materialien zu beschäftigen. Die Einflüsse für meine Ideen als auch für die Auswahl der Materialien kamen von der Stadt, hauptsächlich aus den Vierteln Kalighat, Kumartuli, Chitpur, Barabazar, Girish Park-Stoffmarkt gemeinsam mit den Spaziergängen am Hooghly vor, während und nach der Pujo-Zeit. Während der Kali-Pujo in Kolkata zu sein und die Entstehung von Kali mitzuerleben, und den Gebrauch von lokalen, nachhaltigen Materialien zusätzlich zu den Fähigkeiten, der Vorstellungskraft und dem  Einfallsreichtum der Künstler/innen schätzen zu lernen, war eine Inspiration für mich. Ich begann, eine Reihe von Arbeiten zu den Ideen ,spiritual & material’  (spirituelle u. materiell) und ,divine and earthly’ (göttlich u. irdisch) zu entwickeln. In den Werken wurden Materialien wie Bambus, Stofffetzen, Fäden, aber auch ,Sondesh' (lokale Süßigkeiten), Form- und Tonwerke verwendet. Ein anderes Werk mit neuer Ausrichtung und dem Arbeitstitel ,Kali in us’ beschäftigt sich mit unseren kollektiven, durch Systeme entstandenen Dämonen und ihren möglichen Lösungen. Die Werke sind in Bearbeitung und ich bin dankbar dafür, dass das Indo-European Residency Project 2018 mir Zeit und Raum für diese Beschäftigungen geben konnte, die mir eine neue Richtung für meine Studioarbeiten bieten.
 
                                              -----Ina Kaur