Vorausschau

56th Venice Biennial – "Fabrik" © Goethe-Institut Mumbai, Photo: Anil Rane

"Paula Modersohn-Becker und die Worpsweder" ist eine Ausstellung des Instituts für Auslandsbeziehungen. Neben Zeichnungen und Radierungen von Paula Modersohn-Becker zeigt sie Zeichnungen von Otto Modersohn und Grafiken der anderen Mitglieder der Worpsweder Künstlerkolonie - Hans am Ende, Fritz Mackensen, Fritz Overbeck und Heinrich Vogeler - aus der Zeit von 1895 bis 1906.

Die Ausstellung läßt den Aufbruch einer jungen Künstlergeneration anschaulich werden, die sich in Opposition zur strengen akademischen Auffassung befand. Um in direkter Anschauung der Natur zu arbeiten, verlegten die Künstler ihre Ateliers aufs Land, in die Moorlandschaft von Worpswede. Den radikalsten Weg, den Weg in die Moderne, beschritt unter ihnen Paula Modersohn-Becker. Ihre großen Vorbilder - Cézanne, van Gogh und Gauguin - bestärkten sie in der Abkehr vom Abbild der äußeren Erscheinung, in der Suche nach dem inneren Wesen der Dinge. Die damit einhergehende Vereinfachung der Form ist vor allem in den Zeichnungen zu entdecken, die an Radikalität die Gemälde häufig übertreffen. Sie zeigen die unverwechselbare schöpferische Kraft, welche Modersohn-Beckers Rang innerhalb der deutschen Kunst begründet.

Bis heute haben ihr Werk und die Worpsweder Künstlerkolonie nichts von ihrer Faszination verloren, an Aktualität in der gesellschaftlichen Diskussion um Mensch, Natur und Landschaft eher noch zugelegt.

Das neue Zeitalter der Macht über die Natur wird jetzt von Wissenschaftlern "das Anthropozän" oder "das menschliche Zeitalter" oder "die Menschenzeit" genannt. Obgleich es richtig ist, dass anthropogene Prozesse planetare Wirkungen haben, entpolitisiert der Begriff die ökologische Krise, die als eine Schlüsselfrage unserer Zeit betrachtet wird und erfordert daher tiefere Erkundungen. Die ökologischen Grundlagen menschlicher Gesellschaften sind grundlegend und multidimensional. Die Natur widersetzt sich einer klaren Abgrenzung. Jeder Versuch, sie zu klassifizieren, wird möglicherweise mehr verbergen als was die Natur selbst verrät. Die Natur muss nicht nur aus historischen, kulturellen, politischen Perspektiven und den vielen anderen Wegen betrachtet werden, auf denen sie visualisiert und evoziert wird, sondern auch aus der Perspektive des Nicht-Menschen.

Im Anschluss an die Konferenz im August 2019 folgt nun eine thematisch ergänzende Ausstellung zum Thema "State of Nature in India" in der Galerie MMB.

Diese Einzelausstellung zeigt Fotografien einer der bedeutendsten deutschen Fotografinnen: Barbara Klemm, deren Arbeit sich über vierzig Jahre erstreckt, legt Zeugnis über die jüngste Geschichte Deutschlands - einem Land, welches für Jahrzehnte gespalten war - ab. Viele ihrer Bilder sind durch ihre Prägung des kulturellen Gedächtnis mehrerer Generationen zu „Ikonen der Zeitgeschichte“ geworden. Sie hat eine Fülle an Fotografien geschaffen, die Dokumentarisches und Künstlerisches auf eine Weise verbinden, die in der deutschen Pressefotografie nur selten anzutreffen ist. Zusätzlich zum dokumentarischen Charakter ihrer Bilder fügt sie ihre eigene Persepektive hinzu, in der sie künstlerischen Prinzipien von Komposition folgt.

"Games and Politics" ist eine interaktive Ausstellung des Goethe-Instituts in Kooperation mit dem ZKM I Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe.

Ob Computer-Spiele als Politikum, als Unterhaltungsmedium oder – gar – als Kunst gesehen werden, ist vor allem eines: kontextabhängig. Jedes Spiel verortet sich in einer Gesellschaft und thematisiert sie zugleich. Eine politische Relevanz kann also für sämtliche Computer-Spiele postuliert werden, auch dann, wenn sie sich jeglicher politischer Handlung zu entziehen scheinen. Denn selbst in diesen Spielen gilt: Die Spielenden erteilen Anordnungen, müssen aber ihrerseits nach den Regeln des Spiels spielen, um überhaupt spielen zu können. Am anderen Ende dieses Spektrums stehen Spiele, die bewusst zu Zwecken politischer Bildung oder für Propagandaziele eingesetzt werden. Die Tournee-Ausstellung "Games and Politics" untersucht, wie Computerspiele ihr politisches Potenzial entfalten.