Vortrag Zur rituellen Handlungsmacht der Frau im Sanskrithinduismus | Von Prof. Dr. Ute Hüsken

On Female Ritual Agency in Sanskrit Hinduism © Prof. Dr. Ute Hüsken © Prof. Dr. Ute Hüsken

Dienstag, 30 Januar 2018, 18:30 Uhr

Goethe-Institut / Max Mueller Bhavan New Delhi

Moderiert von Prof. Dr. Shonaleeka Kaul (Centrefor Historical Studies, JNU).

Das Südasien-Institut der Universität Heidelberg und das Goethe-Institut / Max Mueller Bhavan, Neu Delhi, laden ein zum Vortrag „Zur rituellen Handlungsmacht der Frau im Sanskrithinduismus“ von Prof. Dr. Ute Hüsken (Leiterin der Abteilung Kultur- und Religionsgeschichte Südasiens (Klassische Indologie) des Südasien-Instituts der Universität Heidelberg). Der Vortrag findet statt unter dem übergreifenden Thema‚ Der Stand der empirischen indologischenKultur- und Sozialwissenschaften in Deutschland‘; den Vorsitz führt Prof. Dr. Shonaleeka Kaul (Centrefor Historical Studies, JNU).
 
Zur rituellen Handlungsmacht der Frau im Sanskrithinduismus
Laut brahmanischer Sanskrit-Texte sind vedisches Wissen, die Initiation ins Priesteramt und die Durchführung von Ritualen „für andere“ (parārtha) das exklusive Vorrecht der männlichen Mitglieder von brahmanischen Gemeinden. Mitgliedern von nicht-zweimalgeborenen Gemeinschaften (in den normativen Sanskrit-Texten kollektiv als śūdras bezeichnet), sowie Frauen ist das Recht, spezialisierte religiöse und rituelle Praktiken zu erlernen oder auszuführen, verwehrt. In diesem Sinne ist Frauen die Ausübung des Priesteramtes, sei es im Tempel oder in häuslichen Ritualen, kategorisch untersagt. Doch trotz dieser textlichen Verbote werden wir derzeit in manchen Teilen Indiens ZeugInnen eines radikalen Wandels. Viele Frauen werden heute in Sanskrit und rituellen Praktiken unterwiesen und führen tatsächlich als Priesterinnen (strī purohitā) Rituale für andere durch. Der Vortrag zeigt den spezifischen historischen Hintergrund dieser Entwicklung in Pune auf und diskutiert einige seiner vielen Folgen.

Prof. Dr. Ute Hüsken © Prof. Dr. Ute Hüsken © Prof. Dr. Ute Hüsken Ute Hüsken ist Professorin an der Abteilung für Kultur- und Religionsgeschichte Südasiens (Klassische Indologie) am Südasien-Institut der Universität Heidelberg. Bis 2017 war sie Professorin für „South Asian Studies“ an der Universität Oslo. Davor war sie Projektleiterin des Sonderforschungsbereichs „Ritualdynamik“ der Universität Heidelberg. Prof. Hüskens Forschungsschwerpunkte sind Buddhismus, Hinduismus, Ritual und religiöse Feiern sowie Gender Studies. Zu ihren wichtigsten Publikationen zählen: Die Vorschriften für die Buddhistische Nonnengemeinde im Vinaya-Piṭaka der Theravādin (Reimer, 1997), When Rituals Go Wrong. Mistakes, Failure, and the Dynamics of Ritual (Brill, 2007), und Viṣṇu’s Children.Prenatallife-cyclerituals in South India (Harrassowitz, 2009). Gemeinsam mit Ronald Grimes und Barry Stephenson ist sie Herausgeberin von The Oxford Ritual Studies Series (OUP).

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