Ausstellungseröffnung How to open a Coconut: Abschlusspräsentation bangloREsidents 2018

How to open a Coconut: Final presentation of bangaloREsidents 2018 Photo: © Ingo Gerken

Sa, 08.12.2018

18:30 Uhr

1Shanthiroad Studio/Gallery

HOW TO OPEN A COCONUT ist eine Ausstellung von Abschlusspräsentationen von vier bangaloREsidents und einer Residentin des Künstleraustauschs Lichtenberg Studios Berlin. In einer gemeinsamen Ausstellung werden sie die ersten oder finalen Ergebnisse ihrer Projekte präsentieren, die während der diesjährigen bangaloREsidency entstanden sind.

Jede/r von Ihnen kommt aus einem anderen künstlerischen Feld und hat ein bestimmtes Thema für die eigene Arbeit ausgewählt.

Benjamin Brix: bangaloREsident@Sandbox Collective
Ich habe meine Arbeit mit der Idee gestartet, die Reise einiger Produkte zu verfolgen, die letztendlich ihren Weg auf den Markt in Bangalore-Markt finden. Wo wurden diese Produkte angebaut/produziert und auf welchem Wege sind sie nach Bangalore gekommen? Dies waren die Fragen, die den Ursprung gebildet haben und somit auch die Idee hinter dem gesamten Prozess.Da die Dreharbeiten viel Zeit in Anspruch nehmen, konnten wir uns auch ausgiebig und intensiv mit den Leuten beschäftigten, die in den unterschiedlichen Branchen arbeiten und haben somit viel Zeit mit ihnen verbracht. Unsere Interaktion führte zu intensiven Gesprächen und es konnte eine gewisse Nähe geschaffen werden. Nach einiger Zeit fühlte es sich ganz normal an und jeder ging einfach seiner Arbeit nach. Sie fischten, ich drehte und es erschien ganz natürlich. 
Benjamin Brix Project Fishermen © Benjamin Brix Bei der Auswahl der Aufnahmen und bei der Bearbeitung möchte ich keine chronologische Handlung oder lineare Erzählung erstellen, da ich keine Notwendigkeit sehe etwas erklären zu müssen. Ehrlich gesagt wüsste ich nicht einmal genug, um alles angemessen erklären zu können. Viel eher versuche ich eine Idee zu transportieren. Ein Experiment, bei dem innerhalb eines Genres, das wohl am ehesten als Dokumentarfilm definiert werden kann, Elemente aus Film und Dramaturgie gepaart werden, um einen Pool von Bildern zu erschaffen, aus denen ich dann auswählen kann.
In diesem Prozess werden die Fischer zu Schauspielern und der Fischladen wird zu einem Filmset mit sorgfältig ausgewähltem Setdesign. Der Ton ist eine Zusammensetzung von tatsächlichen, direkt vor Ort aufgezeichneten Aufnahmen und von an anderen Stellen gesammelten Tonaufnahmen. Was ganz natürlich ist, wirkt inszeniert.

Laura Fiorio: bangaloREsident@MOD Institute
Das andauernde Projekt der Künstlerin Laura Fiorio beschäftigt sich mit der Transformation von Orten in der modernen Stadt. Laura Fiorio - Disappeared Lakes © Laura Fiorio
Die Recherche der Künstlerin konzentriert sich hauptsächlich auf Stadtentwicklung, urbane Erinnerungen und persönliche Archive.
Die meisten Städte auf der Welt wurden in der Nähe von Wasserquellen gegründet. In Bangalore wurde die Wasserversorgung jedoch zu Beginn durch den Bau künstlicher Teiche und Becken sichergestellt, die Jahrhunderte lang die gesamte Wasserversorgung der Stadt darstellten. Inzwischen wurden allerdings viele der Wasserquellen aus verschiedensten Gründen zugeschüttet, zementiert und bebaut, ohne Rücksicht auf die essentielle Bedeutung und Sakralität die Wasser auch noch in der heutigen Gesellschaft hat.
Diese Reflexion brachte die Künstlerin Laura Fiorio dazu, alten Karten zu folgen, um zu sehen, was an den Orten, wo früher Wasser war, noch geblieben ist.
Das Projekt zielt auch darauf ab, Erinnerungen und Bilder der Bewohner von Bangalore über eine Facebook-Seite "Verschwundene Seen von Bangalore", Workshops und Interviews zu sammeln, um ein Online-Archiv mit Bildern und subjektiven Karten zu erstellen. 
 

Ingo Gerken - Inspiration Model © Ingo Gerken Ingo Gerken: bangaloREsident@1 Shanthi Road
Ingo Gerken begreift den Kontext "Stadt" als Spielfläche für Intervention im Public Space. Kleine Beobachtungen, Veränderungen und Eingriffe im urbanen Betrieb werden fotografisch dokumentiert oder bilden die Basis für skulpturale Arbeiten. Dabei interessieren ihn die starken Kontraste zwischen Chaos und Ordnung, die Spannung zwischen Real Life und artifiziell gesetzter Struktur. Für Bangalore hat er einen geometrischen Fremdkörper gebaut, der sich seinen Weg durch das Gewimmel des städtischen Großmarktes bahnt. Das spiegelnde Objekt verschmilzt mit der Umgebung und zerlegt sie gleichzeitig in kaleidoskopische Scherben. Mitten im Rush des Daily Traffic balanciert die Skulptur über den Köpfen der Masse. Als abstraktes Neutrum nimmt sie soziale Beziehungen auf und stößt auf unvorhergesehene Widerstände.


Annika Hippler: Artist in Residence@1 Shanthi Road
Annika Hippler erzeugt mit Laserstrahlen hypnotische Raum- und Bildkompositionen. Dabei thematisiert sie in ihren ephemeren Lichtinstallationen elementare, kosmische und naturwissenschaftliche Phänomene universaler Annika Hippler - Traces © Annika Hippler Weltzusammenhänge. In ihrer eigenen poetischen Bildsprache untersucht sie die malerischen Qualitäten von Lichtfrequenz und Wellenlänge. Reflexion und Kinetik, der Einsatz von Folien, Prismen und fluoreszierenden Pigmenten – das sind charakteristischen Ausdrucksmittel der Berliner Künstlerin. Während ihrer Residency hat Annika Hippler mit Laserlicht an spirituellen Orten gearbeitet und wird die Ergebnisse als Fotoarbeiten in der Ausstellung präsentieren. Des Weiteren wird sie eine ortsspezifische Installation mit Farbpigmenten zeigen, die in Indien im öffentlichen Raum eine besondere rituelle Bedeutung haben. 


Oliver Walker - traffic © Oliver Walker Oliver Walker: bangaloREsident@1Shanthi Road
Oliver Walker ist ein bildender Künstler, der mit Live-Kunst, Interventionen und Video soziale und politische Systeme untersucht.Während seiner Residenz in Bangalore hat er sich mit der Verkehrssituation in der Stadt auseinandergesetzt.
Ursprünglich aus Berlin, einer Stadt, die sich im Moment viel mit der Verbesserung der Fahrradinfrastruktur beschäftigt, gibt Bangalore einen ganz neuen Blick darauf, wie wir uns fortbewegen und wer welchen Platz auf den Straßen einnimmt. Seine künstlerische Antwort ist somit ein performativer Eingriff in die Verkehrssituation.


8. & 9. Dezember 2018 @ 1 Shanthi Road Studio Gallery
Ausstellungseröffnung: 8. Dezember 2018 | 18.30 Uhr

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