„Jung und ruhelos“
Alle Filme mit englischen Untertiteln
Die
Open Air Filmnacht ist nach einem Jahr Pause zurück!
Sehen Sie mit uns drei Filme, die von je individuellen Lebensläufen handeln. Jede Erzählung entwickelt sich aus einer „Krise“ der Hauptprotagonisten, wenn diese beginnen, ihre spirituelle, politische und individuelle Identität zu formen. Alle Filme versuchen, entscheidende Momente in diesen individuellen Lebensläufen darzustellen. Es geht stets, welchen Herausforderungen sich die jeweiligen Personen auch immer gegenübersehen, um eine „innere“ Reise. Alle Filme sind englisch untertitelt.
19 Uhr-20:35 Uhr
© Dokomotive Filmkollektiv_E.R.Sachs
Bruder Jakob
Regie: Elí Roland Sachs (Deutschland, Farbe, 92 Min., 2016/2016, Deutsch)
Ein junger Deutscher hat sich verändert. Jakob Sachs konvertierte zum Islam, wurde Salafist, entfremdete sich von seiner Familie. Allah bedeutet alles für ihn. Das ist nicht die letzte Wende, die Jakob auf seiner Suche nach Gott einschlägt. Er und seine Frau werden der Bahai-Religion folgen. Für das Paar bedeutet der Schritt eine Befreiung. Sein älterer Bruder Eli Roland Sachs, versucht mit seinem Dokumentarfilm, Jakobs Wege nachzuvollziehen und vielleicht auch zu begreifen.
Bruder Jakob ist kein Film über den Islam, sondern über einen jungen Mann, der manchmal naiv, aber mit aller Energie nach dem Sinn des Lebens sucht.
20:45 Uhr-22:45 Uhr
© Kris Dewitte, Neue Visionen Filverleih
Der junge Karl Marx
Regie: Raoul Peck (Frankreich/Belgien/Deutschland, Farbe, 118 Min., 2015-2017, Deutsch)
1843: Der 26-jährige Karl Marx lebt mit seiner Frau Jenny im Exil in Paris. Dort lernt er Friedrich Engels kennen, dessen Vater in Manchester eine Baumwollspinnerei betreibt. Die beiden werden Freunde, beginnen gemeinsam revolutionäre Schriften zu verfassen, suchen Kontakt mit der Arbeiter-Bewegung „Bund der Gerechten” und kämpfen in Frankreich, Belgien und England gegen viele Widerstände – auch aus den „eigenen” Reihen für nichts weniger als eine neue Gesellschaftsordnung. Am Ende steht die Arbeit am „Manifest der kommunistischen Partei”.
23 Uhr-00:30 Uhr
© Schiwago Film
Oh Boy
Regie: Jan Ole Gerster (Deutschland, Farbe, 82 Min., 2010-2012, Deutsch)
Niko Fischer lebt einfach in den Tag hinein. Sein Jura-Studium hat er abgebrochen. Er streunt durch Berlin, beobachtet verwundert die Menschen in der Stadt und lässt sich treiben. An diesem Tag wird alles anders: Nikos Vater stellt die monatlichen Zahlungen ein, mit der Freundin klappt's nicht mehr, ein Psychologe entzieht ihm den Führerschein, ein Nachbar klagt Niko sein Leid und beginnt zu heulen, eine Bekannte aus der fernen Schulzeit macht ihn an und in einer Kneipe erzählt ihm ein alter Mann von einem traumatischen Kindheitserlebnis. Am Ende ist der alte Mann tot und Niko hat vielleicht zum ersten Mal so etwas wie Anteilnahme und Verantwortungsgefühl gezeigt. Es wird endlich Zeit für ihn, erwachsen zu werden.
Oh Boy erzählt in Episoden von turbulenten 24 Stunden aus dem Leben eines jungen Mannes, an deren Ende nichts mehr sein wird wie vorher. Mit seinem wunderbaren ersten Spielfilm gelingt es Jan Ole Gerster, an große Vorbilder zu erinnern, ohne sie auszubeuten: an frühe Arbeiten von Woody Allen und an Martin Scorseses
After Hours - aber auch an die Schwabing-Filme der späten sechziger Jahre. Und trotz aller erkennbaren Vorbilder entwickelt Gerster eine ganz eigene Tonart, die er vom ersten bis zum letzten Bild durchhält.
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