Vortrag The Global Revolution of Time in the Nineteenth Century

Max Weber Lecture © Max Weber Stiftung

Do, 30.01.2020

17:00 Uhr

Goethe-Institut / Max Mueller Bhavan Kolkata

Sebastian Conrad ist seit 2010 Professor für Neuere Geschichte an der Freien Universität Berlin. Davor unterrichtete er am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz. Er war Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin, Gastprofessor an der Ècole des Hautes Études in Paris und hatte 2017 den Theodor Heuss Chair an der New School in New York inne. Sebastian Conrad ist der Direktor des MA-Studiengangs "Global History", einem gemeinsamen Programm von Freier Universität und Humboldt Universität; sowie Sprecher des Graduiertenkollegs "Global Intellectual History". Er ist Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Zeitschriften Geschichte & Gesellschaft, Past & Present (2012-2019) und Modern Intellectual History. Zu seinen neuesten Publikationen zählen What is Global History? (Princeton University Press, 2016) und An Emerging Modern World, 1750-1870 (Harvard University Press, 2018, herausgegeben gemeinsam mit Jürgen Osterhammel).

Abstract des Vortrags:

Das neunzehnte Jahrhundert erlebte eine grundlegende Veränderung des Zeit-Regimes im globalen Maßstab. Überall auf der Welt wurden lange bestehende Ordnungen der Zeit - sowohl Zeitmessungen als auch zeitlich bestimmte Weltanschauungen - durch das entstehende globale Zeitregime herausgefordert. Dieses neue Zeitregime war das Ergebnis einer vierfachen Zeit-Revolution: die Standardisierung der Zeit, die Einführung globaler Gleichzeitigkeit, die Erfindung des Fortschritts, und die Entdeckung der historischen Tiefenzeit. Die globale Wirksamkeit dieses neuen Zeitregimes, so zeigt dieser Vortrag, war jedoch nicht lediglich das Ergebnis einer allmählichen Diffusion von Europa in den Rest der Welt, sondern muss als Reaktion auf globale Herausforderungen verstanden werden.

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