Tata Literature Live! 2021 (tatalitlive.in)
Diese Session untersucht Poesie als eine Form des sozialen Kommentars zu Themen, die das tägliche Leben der Menschen betreffen. Bei dieser Ausdrucksform dreht sich alles um die kulturellen Räume, die die Menschen bewohnen und wie sie auf subtile Weise soziale Reformen um sie herum bewirken, indem sie in ihrer Poesie Fragen des Patriarchats, des öffentlichen Raums, der Sprachen, der Traditionen und der Entwicklung aufgreifen.
Teilnehmer:
Ali Abdollahi, Berlin, Deutschland
Sabika Abbas Naqvi
Vasantha Surya
Ali Abdollahi
Ali Abdollahi, geboren 1968 in Birjand (Süd-Khorasan), Iran. Zeitgenössiger Dichter, Literaturkritiker und Übersetzer, Studium der Germanistik in Teheran und Abschluss mit der Diplomarbeit "Konkrete Poesie im Deutschunterricht". Abdollahi hat bereits 7 Gedichtbände und eine Anthologie aus seiner Gedichte veröffentlicht, die zu den gefragtesten Werken moderner iranischer Lyrik zählen. Seine Sprache zeugt von einer einzigartigen Verflechtung von Gehobenheit und Verständlichkeit. Er greift tiefsinnige philosophische, geschichtliche, gesellschaftliche Themen auf und bearbeitet sie in seiner Lyrik mit einer individuellen originellen Präzision. Politische Themen werden in seinen Gedichten auf eine indirekte, erkenntnistheoretisch wegweisende Art und Weise behandelt. Auch Liebesgedichte von Abdollahi wurzeln in einer ganzheitlichen, tiefgreifend menschlichen, philosophisch ausgerichteten Weltanschauung. Sein erster Lyrikband wurde im 1995 von Zensurbeamte verboten und bekam keine Genehmigung für die Erscheinung. Dann wartete er drei Jahren auf eine mögliche Eröffnung der Kulturszene. Dann veröffentlichte man dies Buch mit einem anderen Namen und neueren Gedichte. Inzwischen hat er lange versucht seine von der Zensur verboten Gedichte Buch um Buch auf Deutsch zu nachdichten.
Außerdem übersetzt er seit mehreren Jahren aus dem Deutschen ins Persische. Von ihm sind bis jetzt mehr als 100 Übersetzungen von Autoren wie Heinrich Heine, Friedrich Nietzsche, Rainer Maria Rilke, Franz Kafka, Bertolt Brecht, Kurt Tucholsky, Elias Canetti, Robert Musil, Robert Walser, G. Keller, Martin Heidegger, A. Schopenhauer, Günter Grass, Ilma Rakusa, Michael Krüger, Rainer Malkowski, Tankred Dorst, Michael Ende, Albert Ostermeier, usw. als Buch erschienen.
Seine Anthologien moderner deutschsprachiger Prosa und Lyrik haben bereits mehrere Auflagen im Iran erreicht. Abdollahi hat außer zahlreichen Lesungen im Iran mehrmals außerhalb des Landes unter anderem in Neu-Delhi, Ahmedabad(Indien), Wien, Berlin (u.a. in Poesiefestival Berlin und im Haus für Poesie), Frankfurt am Main, Vilnius, Ruse (Bulgarien), Niš (Serbien) aus seinen Werken gelesen und Beiträge geleistet. Man hat bis jetzt einige seiner Gedichte ins Deutsch, Litauisch, Serbisch, Italienisch, Englisch, Arabisch, Kurdisch, Griechisch, Russisch, Holländisch, Ungarisch im Internet, als Buch oder in der Anthologien usw. übersetzt und veröffentlicht. Abdollahi ist seit 2004 bis jetzt, der iranische Partner von www.lyrikline.org in Haus für Poesie (Literaturwerkstatt Berlin), und hat viel deutschsprachige DichterInnen für diese Lyrik Webseite übersetzt und viele persische LyrikerInnen dem deutschsprachigem Publikum vorgestellt.
Er ist seit 20 Jahren Mitglied des iranischen Schriftstellers Verband, war viele Semester tätig als Dozent im Fächer der deutschen Sprache und Literatur, Translation Studies und Vergleichende Literatur in Isfahan Uni, Teheraner Universität und Freier Uni. zu Teheran. Wegen politischer Einwände wurde er aus aller stattlichen Tätigkeiten zum Austreten gezwungen. Auch seit Jahren Mitglied der Kinder und Jugendliteratur Foundation in Teheran. Dieser Dichter und Übersetzer hat außerdem eine Menge von Artikeln, Kommentare und Berichte über deutschsprachige Literatur und Philosophie im Iran und Deutschland in der Presse veröffentlicht und Beiträge in Seminaren und Festivals gehabt. Abdollahi lebt seit Juli 2019 als Stipendiat von Martin Roth Initiative als freier Schriftsteller und Übersetzer in Berlin.
Er hat bis jetzt auch viele Stipendien erhalten, darunter sind zu nennen: Goethe Stipendium in München 2004; Übersetzer Haus Looren für Übersetzung des G. Kellers die Leute von Seldwyila, 2009; Goethe und Alfred Töpfer Stipendium in Gut Siegen, 2013; Villa Waldberta, 2015; und Stipendium von Martin Roth Initiative vom 2019 bis 2021.
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