Ein Film von Sourav Sarangi
Länge: 40 Minuten / Jahr: 2020/ Sprache: Bengali mit englischen Untertiteln
Hussain, der Enkel des Propheten Muhammad, wusste, dass er am nächsten Tag getötet werden würde. Seine Karawane mit einem Gefolge aus ungefähr hundert Anhänger:innen und einigen Tieren wurde von einer tausendköpfigen Armee umzingelt. Trotz seiner inständigen Bitte, ihn allein zurückzulassen, blieben seine Familie und Gefolgsleute bei ihm. Gemeinsam mit seiner Familie musste Hussain 608 n. Chr. in der Schlacht von Karbala sein Leben lassen, weil er von der syrischen Dynastie Gerechtigkeit gefordert hatte. Dieses Ereignis wäre nur eine Randbemerkung in den Geschichtsbüchern geblieben, würden nicht alljährlich Millionen Pilger:innen zu Fuß nach Karbala strömen, um dem Märtyrertum Hussains zu gedenken. Der Film betrachtet Hussains Märtyrertod aus der Perspektive eines Inders, der sich zufällig in einem alten Land wiederfindet, das von Kriegen, Extremismus und Autokratie verwüstet wurde. Die Erzählung verknüpft seine Kindheitserinnerungen mit den zutiefst schockierenden Tatsachen der Gegenwart. Seine Augen folgen dem Voranschreiten der Pilgernden, er lauscht ihren Balladen und persönlichen Interpretationen der Geschichte. Der Film begibt sich in unseren stürmischen Zeiten auf die Suche nach Liebe für die Menschlichkeit.
© Sourav Sarangi
Sourav Sarangi ist einer der bekanntesten Filmemacher Südasiens. Sein Debütfilm „Tusu Katha‟ (Tusus Geschichte) basierte auf den Lebenserfahrungen marginalisierter Menschen und ihrer Kulturen in Ostindien. Später produzierte er eine Reihe regionaler Fernsehfilme. Sein Dokumentarfilm „Bilal‟ ist die Geschichte eines kleinen Jungen, dessen Eltern blind sind. Der Film stieß auf internationalen Festivals, in den Kinos und im Fernsehen auf riesige Resonanz und wurde vielfach ausgezeichnet. Sein Dokumentarspielfilm „Moddhikhane Char” (CHAR…The No-Man’s Island) zeugt von seiner immensen Fähigkeit zum Geschichtenerzählen und seiner Liebe zu den Menschen. Der Film erhielt auf zahlreichen internationalen Festivals mehrfach Preise. Vor Kurzem beendete Sourav die Arbeit an seiner Dokumentation „Karbala Memoirs”, die im Irak gedreht wurde. Sourav studierte Filmmontage am Film and Television Institute of India. Zudem leitete er einige Workshops und war zu mehreren Anlässen als Mitglied in internationalen Jurys tätig.
AUSZEICHNUNGEN
Festivals:
Mumbai International Film Festival (MIFF), Indien, 2020
13th DMZ International Documentary Film Festival, Korea, 2020
26th Kolkata International Film Festival (KIFF), Indien, 2020
4th South Asian Short Film Festival (SASFF), Indien, 2021
4th MULTICULTURAL Film Festival, Toronto, Kanada, 2021
Preise:
Satyajit Ray Golden Award, Best Documentary, 4th South Asian Short Film Festival (SASFF), 2021
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Sie können den Film hier anschauen.
Nach der Vorführung am 23. Februar 2022 um 18:30 Uhr, ab 20:00 Uhr (IST), können Sie sich auf Facebook an einer Live-Diskussion mit dem Filmemacher Sourav Sarangi und dem Filmemacher, Künstler und Schriftsteller Nilanjan Bhattacharya beteiligen.
Um an der offenen Diskussion teilzunehmen, folgen Sie einfach folgendem Link: https://www.facebook.com/goetheinstitut.Kolkata/
Während die Diskussion im Livestream ausgestrahlt wird, können Sie Ihre Fragen in die dortige Kommentarspalte schreiben.
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