(Aşk, Mark ve Ölüm)
Ein Film von Cem Kaya
Länge: 96 Minuten, Jahr: 2022, Land: Deutschland, Sprache: Türkisch und Deutsch (mit englischen Untertiteln)
In den frühen 1960er Jahren warb die Bundesrepublik Deutschland sogenannte Gastarbeiter:innen aus Anatolien und anderen Regionen der Türkei an. Von Beginn an gab es etwas, das sie begleitete und Teil ihrer Kultur war: ihre Musik – ein Stückchen Heimat in einem fremden Land. Im Laufe der Jahre entwickelten sich in Deutschland unabhängige Musikrichtungen heraus, die es in dieser Form nicht im Heimatland gab.
Cem Kayas dichter dokumentarischer Filmessay ist ein Lehrstück über die jüngste türkisch-deutsche Geschichte, in der es um Fließbandarbeit, Heimweh, Familiennachzug sowie um den Bazar im Berliner Hochbahnhof Bülowstraße, Rassismus, die sehnsüchtigen Lieder der frühen Jahren und den Hip-Hop der Nachwendezeit geht. Man hört die Geschichten von Musiker:innen wie Metin Türköz und Yüksel Özkasap oder der psychedelischen Gruppe Derdiyoklar und dem chartstürmenden Rapper Muhabbet. Denn ihre Musik entwickelte sich ganz anders als die deutscher Bands und wurde schon immer von der türkischen Gemeinschaft und ihren Aspirationen beeinflusst. Das ist die Welt von Radio Yilmaz, verschiedenen Kassettenlabels, dem rebellischen Rocker Cem Karaca im deutschen Exil sowie von Hochzeitsbands, die auf Kurdisch und Arabisch singen, um der Nachfrage des Marktes gerecht zu werden.
Cem Kayas Werk zeichnet sich durch umfangreiche Archivrecherche und ein Interesse an türkischer Popkultur aus. Mit seinem Film hat er eine rhythmische und lebendige Enzyklopädie türkischer Musik in Deutschland geschaffen.
Der Titel des Films, „Aşk, Mark ve Ölüm", wurde von dem gleichnamigen Gedicht des Autors Aras Ören inspiriert, das 1982 von der deutschen Band IDEAL vertont wurde.
Der Film feierte seine Premiere auf dem 72. Berlin International Film Festival 2022 und wurde dort mit dem Panorama Audience Award ausgezeichnet.
©radioeins
ÜBER DEN REGISSEUR: CEM KAYA
Cem Kaya wurde 1976 in Schweinfurt geboren; er studierte Kommunikationsdesign in Stuttgart und arbeitete zuerst als Produzent, Editor und Regisseur für Werbung und Musikvideos, bevor er sich Dokumentarfilmen zuwandte. Sein Film Remake, Remix, Rip-Off, in dem es um die türkische Yesilçam-Filmindustrie geht, die Hollywood-Blockbuster für den eigenen Filmmarkt nachproduziert, feierte seine Premiere in Locarno. Cem Kaya ist außerdem Kinematograf und produzierte in gemeinsamer Zusammenarbeit die Dokumentation 77sqm_9:26min, die sich mit der Aufarbeitung des NSU-Mords an Halit Yozgat befasst und auf der documenta 14 Premiere feierte.
Das Programm findet am Goethe-Institut / Max Mueller Bhavan Kolkata statt und ist offen für alle. Die Platzanzahl ist jedoch begrenzt.
Vor Ort gelten die gängigen COVID-Regeln.
Sie können auch den Film zur angegebenen Zeit online über über die Facebook-Seite des Goethe-Institut Kolkata ansehen.
Zurück