Austausch zu Projektentwicklung, Präsentation und Diskussion Entwickeln, Teilen, Zeigen: „Invisible Dance“

Invisible Dance © Each Other Company © Each Other Company

Dienstag, 15. November 2022

Online Simurgh Centre

Ausgehend vom Begriff des „Unsichtbaren“, wie ihn Augusto Boal mit dem „Unsichtbaren Theater“ formulierte, initiierte das Goethe-Institut ein prozessorientiertes Kunstlabor für Werke performativer Kunst in Indien und Indonesien.

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Ausgehend vom Begriff des „Unsichtbaren“, wie ihn Augusto Boal mit dem „Unsichtbaren Theater“ formulierte, initiierte das Goethe-Institut ein prozessorientiertes Kunstlabor für Werke performativer Kunst in Indien und Indonesien.

Nach einem ersten Treffen bei der Tanzplattform im März 2022 in Berlin entwickelten das indonesische Garasi Performance Institute und der indische Choreograf Mandeep Raikhy gemeinsam „Invisible Dance“ als Plattform für Künstler*innen, um unsichtbare Verbindungen zwischen sozialen Räumen oder Erfahrungen und Tanz auf vielfältige Weise auszuloten. Sie luden sieben Künstler*innen bzw. Künstler*innenkollektive aus verschiedenen ländlichen oder dezentral gelegenen Orten in Indonesien und Indien mit spezifischen kontextbasierten Fragestellungen ein, sich der Plattform anzuschließen.

Gemeinsam setzten sie sich mit Fragen und alternativen Sichtweisen in Bezug auf zeitgenössische Tanzpraktiken auseinander: Was ist Choreografie und was kann choreografiert werden? Welche Art von Bewegung ist Tanz oder kann als Tanz betrachtet werden? Wer ist sichtbar und wer ist unsichtbar? Wer bestimmt was und von welcher Position aus?

Am 15. November 2022 werden die einzelnen choreografischen Projektgruppen ihre Work-in-Progress-Präsentationen vorstellen und Einblicke in ihre Forschungsprozesse und Erkenntnisse geben.
  • Komunitas KAHE setzt sich mit Festen und festlichen Versammlungen der Bevölkerung in Maumere, Flores, als Form der sozialen Choreografie auseinander. Ihr Fokus liegt insbesondere auf drei Gruppen, die an jedem Fest beteiligt sind: mama-mama (Mütter), sie bereiten die Gerichte zu, anak kolong (ungebetene Gäste) und operator (ein für die Musik während des Fests verantwortlicher Mann).
Instagram – Komunitas KAHE
 
  • Mit der Performance Tilas Lembâna versucht das Kollektiv Lembâna Artgroecosystem spezifische räumliche und zeitliche Dimensionen seiner Heimatstadt in Madura, Ost-Java, abzubilden.
Instagram – Lembâna Artgroecosystem
 
  • Die Gruppe beabsichtigt zudem, einen Reiseführer und einen Dokumentarfilm mit dem Titel „24 Stunden in Lembana“ zu erstellen. Enji Sekar, Puri Senjani Apriliani und Eka Wahyuni stellen choreografische Beobachtungen im Zusammenhang mit den vier Sinnen Hören, Schmecken, Berühren und Riechen auf dem Markt Demangan in Yogyakarta in den Mittelpunkt. Neben einem Dokumentarfilm arrangiert die Gruppe ihre Erkenntnisse als überlagernde Schichten von Karten. Die eigentliche Karte des Marktes Demangan wird mit verschiedenen sensorischen Karten kombiniert und eine neue Sichtbarkeit für unsichtbare Menschen und Dinge dort geschaffen.
Instagram – Enji Sekar
Instagram – Eka Wahyuni
Instagram – Puri Senjani Apriliani
 
  • Das Projekt von Abhijeet/Moodzi und Srilakshmi findet in verschiedenen Winkeln der Stadt Ahmedabad und ihrer öffentlichen Räume statt. Die Gruppe setzt sich mit unterschiedlichen Demografien auseinander und beobachtet, wie ein Experiment wie dieses auf einen gesellschaftspolitischen Kontext reagieren kann.
Instagram – Abhijeet/Moodzi
 
  • Lapdiang A. Syiems setzt sich mit der überlieferten Erzählung „U Sier Lapalang“der Khasi auseinander. In der Geschichte macht sich ein Hirsch aus den Ebenen des heutigen Bangladesch auf den Weg in die Khasi-Berge, wo er aber von Jägern gefangen und getötet wird. Auch seine Mutter erklimmt auf der Suche nach ihrem Sohn die Berge und wird Zeugin der Tötung. Sie stößt ein Klagelied, eine Wehklage aus, deren Klang, wie es bei den Khasi heißt, ihrem Volk zu trauern und zu klagen gelehrt hat.
Instagram – Lapdiang A. Syiem
  • Rituparna Pal ist eine in Chennai lebende Bharathanatyam-Tänzerin. Bharatanatyam hat eine gewalttätige, kastenbezogene Geschichte der Aneignung, die in den Annalen der institutionellen Geschichte nur selten einen Platz findet. Im frühen 20. Jahrhundert wurden die erblichen Tänzerinnen und Tänzer für ihren Beruf kriminalisiert, und Tänzerinnen und Tänzer aus privilegierten Kasten betraten die Bühne im Namen der "Wiederbelebung" der Kunstform. Rituparna möchte mit ihrer Arbeit diese Geschichte anerkennen und eine kastenfeindliche Bharatanatyam-Praxis entwickeln.
Instagram – Rituparna Pal
 
  • Das Gram Art Project Collective besteht aus einer Gruppe von Frauen, die in ländlichem Umfeld leben und die sich als „durchschnittliche indische Frauen“ bezeichnen. Gemeinsam schaffen sie eine zeitlose Performance, bestehend aus verschiedenen Formen des Teilens ihrer Erinnerungen, Hoffnungen, Träume, Geheimnisse und Belastungen.
Instagram – Gram Art Project

Für die vollständige Projektbeschreibung der sieben Projekte, die im Rahmen von „Invisible Dance“ entwickelt wurden, klicken Sie bitte auf den folgenden Link:

Project Description – India and Indonesia

Garasi Performance Institute
Das Garasi Performance Institute (GPI) versteht sich als offene Plattform für interdisziplinär arbeitende Künstler*innen und Kulturschaffende, die sich mit unterschiedlichen Performance-Methoden im Sinne einer ästhetischen und sozialen Praxis auseinandersetzen.

Mandeep Raikhy
Mandeep Raikhy Der aus Neu-Delhi stammende Tänzer wurde bei Trinity Laban ausgebildet und arbeitete mehrere Jahre bei der Shobana Jeyasingh Dance Company, London. Durch eine Reihe von Initiativen setzt sich Mandeep für die Entwicklung eines unterstützenden Umfelds für zeitgenössischen Tanz in Indien ein.
 

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