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Max Mueller Bhavan | Indien

Wir feiern Werner Herzog!

Fünf Filme zum 80. Geburtstag

  • Goethe-Institut / Max Mueller Bhavan Kolkata, Kolkata

Herzog © Goethe-Institut Kolkata

Werner Herzog feierte am 05. September 2020 seinen 80. Geburtstag. Sein Schaffen hat das Neue Deutsche Kino entscheidend geprägt und macht ihn zu einem wichtigen Vertreter des internationalen Autor*innenfilms. Zu diesem Anlass werfen wir einen Blick auf fünf Filme seines reichen Werks.

Werner Herzog gehört - zusammen mit Rainer Werner Fassbinder, Alexander Kluge, Edgar Reitz, Volker Schlöndorff und Wim Wenders - zur ersten Generation des Neuen Deutschen Films. Nach dem „Oberhausener Manifest“ aus dem Jahr 1962, in dem sich junge Filmemacher vom kommerziellen und konservativen Kino der Nachkriegszeit in der Bundesrepublik Deutschland losgesagt hatten - „Der alte Film ist tot. Wir glauben an den neuen“ -, hatten diese Autoren mit sehr begrenzten ökonomischen Mitteln Filme geschaffen, die aus ihren Schauplätzen (die nichts kosten durften) und den Darstellern (oft Laien oder angehende junge Schauspieler ohne Erfahrungen) zugleich größtmögliche Authentizität und größtmöglichen ästhetischen Effekt zu gewinnen lernten. Daraus entstand eine eigene Mischung aus sehr direktem visuellem Naturalismus und poetischer Stilisierung in den Dialogen und im Spiel. Eine Fremdheit im Vertrauten, eine Unversöhntheit zwischen den Charakteren und ihrer Umwelt. Dabei entsprachen Methode und Botschaft einander: In diesem Kino ging es um Menschen, die an ihren Orten nicht wirklich zuhause sind, darum, dass man als junger Mensch nicht recht entscheiden kann, ob man sich gerade befreit oder ob man einfach nur allein gelassen wird.

Georg Seeßlen

Mittwoch, 18.01.2023

17 Uhr
Land des Schweigens und Dunkelheit
1971, Eastmancolor, 85 Min

Herzogs sensibler Dokumentarfilm nähert sich der Erfahrungswelt taubblinder Menschen, deren Wahrnehmungsvermögen ein besonderes Verhältnis zur Umwelt bedingt. So offenbart sich ein menschliches Grundbedürfnis, die Außenwelt wahrzunehmen und sich als Teil dieser zu begreifen.

18:30 Uhr
Aguirre, der Zorn Gottes
1972, Eastmancolor, 93 Min

Das große Scheitern inszeniert Herzog in diesem wahnhaften Eroberungs-Mythos um eine spanische Expedition, die sich im Jahr 1560 durch den Urwald Perus schlägt. Auf der Suche nach der legendären Goldstadt El Dorado, rückt das Verderben immer näher, je weiter die Truppe vordringt.

Donnerstag, 19.01.2023

15 Uhr
Fitzcarraldo
1982, Eastmancolor, 157 Min

Fitzcarraldo ist ein Phantast, der seinen kühnen Traum von einer Oper im Urwald zu verwirklichen sucht. Berühmtheit erlangte Herzogs Filmepos vor allem durch das über einen Berg geschobene Schiff, durch den Urwald hallende Opernarien sowie zahlreiche Mythen um die Filmproduktion.

18 Uhr
Lektionen in Finsternis
1992, Farbe, 52 Min

Kurz vor dem Ende des Zweiten Golfkriegs setzen irakische Truppen beim Rückzug aus Kuwait Ölfelder in Brand. Herzog und sein Kameramann versuchen, das Unfassbare, die Apokalypse, mit filmischen Mitteln zu erfassen und zu zeigen, was zurückbleibt.

19 Uhr
Nosferatu – Phantom der Nacht
1978, Eastmancolor, 103 Min

Ausgehend von Stokers Horror-Roman DRACULA (1897) und von dessen berühmter Stummfilmversion NOSFERATU (Murnau, 1921) erzählt Herzog die häufig adaptierte Vampir-Geschichte neu: als Verbindung zwischen den Bildern des deutschen Klassikers und seinem eigenen visuellen Kosmos.

Für die Altersgruppe 18 Jahre und älter.