Theatralische Lesung
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Am 22. Januar 2023 feiern die Alliance Française de Pune und das Goethe-Institut Pune den 60. Jahrestag des Elysée-Vertrags, der den Grundstein für die deutsch-französische Partnerschaft nach dem Zweiten Weltkrieg legte. Beide Nationen wollten die Konflikte der Vergangenheit in eine treibende Kraft für den Frieden in Europa verwandeln. Ziel war es, junge Menschen für die Sprache und Kultur des jeweils anderen zu begeistern.
Im Zeichen der Förderung des sprachlichen und interkulturellen Austauschs werden die Talente aus Pune, Anand Chabukswar und Angad Patwardhan, eine theatralische Lesung von Auszügen aus dem Briefwechsel zwischen dem französischen Philosophen Voltaire und dem preußischen König Friedrich II. aus den Jahren 1736 bis 1778 aufführen. Der gesamte Briefwechsel wurde für die performative Lesung in drei überschaubare Teile aufgeteilt.
Die am Sonntag, dem 22. Januar, im Garten des Goethe-Instituts stattfindende Veranstaltung ist zugleich der Auftakt zu einem Jahr der deutsch-französischen Freundschaft, das die beiden Sprach- und Kulturzentren gemeinsam begehen wollen. Die Partnerschaft nimmt die Form eines Kulturprogramms an, das mit dem Kurzfilmfestival "International Shorts Collective" im Juni beginnt, gefolgt von Konzerten und Workshops anlässlich des Weltmusiktags und des Europäischen Tags der Sprachen u.a.
Über die Performative Reading Session:
Gestaltet von - Rainbow Umbrella Foundation
Moderatoren - Shrirang Godbole, Vibhawari Deshpande
Recherche und Performance-Drehbuch - Dr. Nandita Wagle
Regie - Anupam Barve
Darsteller - Aanand Chabukswar, Angad Patwardhan
Mehr als vierzig Jahre Briefwechsel: Briefe, Missive, Notizen und Gedichte, die zwischen zwei Berühmtheiten ihrer Zeit ausgetauscht wurden. Der Briefwechsel begann, als der König noch ein junger Prinz in seinen Zwanzigern war und Voltaire, der 14 Jahre älter war als er, bereits ein etablierter Schriftsteller-Philosoph war.
Die erste Phase umfasst den Teil vor der Thronbesteigung des Prinzen. Dieser Austausch beginnt äußerst freundschaftlich, mit gegenseitiger Bewunderung, die von beiden Männern wortgewandt zum Ausdruck gebracht wird. Die Freundschaft wächst sprunghaft an, und wir sehen verschiedene Facetten ihrer Beziehung, die mal freundschaftlich, mal eher wie ein Liebespaar, das durch ein grausames Schicksal getrennt wurde, und dann wieder wie ein Redner, der über politische, ethische und metaphysische Themen debattiert, aussieht.
Die zweite Phase ist etwas düsterer, da der Prinz den Thron besteigt und gezwungen ist, die Welt mit den Augen eines Herrschers und nicht eines Philosophen oder Künstlers zu betrachten. Dies ist auch die Zeit, in der die beiden tatsächlich Zeit miteinander verbringen können. Leider führt die Nähe zu Verachtung, die Beziehung versauert, und die zentralen Jahre der Karriere des Königs, seine vielen Kriege und Siege, seine Dekrete, von denen einige Voltaire sehr zuwider sind, belasten ihre Freundschaft immens. Verdächtigungen, Anschuldigungen, Vorwürfe fliegen hin und her, und eine Zeit lang scheinen die Differenzen unüberbrückbar.
Die dritte Phase umfasst die letzte Phase ihres Lebens. Als die kriegerischen Tage des Königs abebben, gerät Voltaire in Schulden und zahlreiche Finanzskandale und -krisen. Er ist gezwungen, den König um Hilfe zu bitten, und wird nicht selten durch dessen Eingreifen geschützt und gerettet. Die Freundschaft beginnt sich wieder zu stabilisieren und der Briefwechsel wird wieder intimer. Gegenseitiges Verständnis und Zärtlichkeit sickern in den Austausch zurück.
Dieser vier Jahrzehnte währende Briefwechsel durchläuft die ganze Skala der Gefühle und endet mit einer wunderschönen Laudatio auf Voltaire, die König Friedrich von Preußen in der Königlichen Akademie der Wissenschaften hält.
Die Aufführung findet in Form einer theatralischen Lesung statt, die durch Musik und audiovisuelle Projektionen ergänzt wird und eine Stunde dauert.
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