Debatte um Aufklärung und Menschenrechte
Eine Stille für Frau Schirakesch, geschrieben von
Theresia Walser und ins Englische übersetzt von
Tim Casey, ist die
zweite Lesung in diesem Jahr im
German Spotlight. Ujwala Rao hat bei der englischen Lesung des Stücks Regie geführt.
Über das Stück:
In genau 77 Minuten soll auf dem Marktplatz von Chundakar Frau Schirakesch gesteinigt werden. Zeitgleich beginnt im deutschen Fernsehen eine Talkshow, die der grausamen Tat aus der Ferne still gedenken will. Eingeladen hat die Moderatorin Hilda Ludowsky dazu die junge Soldatin Rose, die kürzlich traumatisiert von einem Militäreinsatz zurückgekehrt ist, sowie ihren Vater Herrn Fahnenberg, der seinem Namen alle Ehre macht. Daneben sitzen die Schönheitsköniginnen Ruth und Heidrun, die gerade mit einer Bikiniparade in Tschundakar für Zündstoff sorgten, und Herr Gert, ein General, dessen Truppe auf dem Markt von Tschundakar immerhin ein Dixie-Klo aufbauen konnte, um den Frauen dort das Leben zu erleichtern. Noch bevor die Sendung losgeht, geraten die Gäste aneinander. Schon an dem Begriff „Krieg“ scheiden sich die Geister, und von Stille kann in der eskalierenden Debatte um Aufklärung und Menschenrechte bald buchstäblich nicht mehr die Rede sein.
© Ujwala Rao
Ujwala Rao ist Theatermacherin aus Bangalore. Sie hat als Schauspielerin, Dramaturgin und Regisseurin mit verschiedenen Theatergruppen in Bangalore gearbeitet. Im Jahr 2019 erhielt Ujwala ein Chevening-Stipendium, um an der University of York den MA Theatre-Making zu studieren. Sie hat auch einen Master-Abschluss in Gesundheitspsychologie und möchte die Überschneidungen zwischen Psychologie und Performance erforschen.
Anmerkung der Regisseurin:
Throughout history, we have witnessed the recurring pattern of countries within 'The Global North' or 'The West' invoking the pretext of 'human rights violations' as a justification for initiating wars and conflicts against nations that dare to challenge their established dominance. These matters have been skillfully utilised as propaganda tools, aimed at demonising countries that reject the role of subservient puppets to Western powers, ultimately garnering domestic support for military actions. This play by Theresia Walser addresses the issue through satire. It has been exciting to work with a text that plays with the form so skillfully to also comment on the unsettling notion that citizens within Western nations often perceive themselves as morally superior to cultures that diverge from their own, unabashedly regarding themselves as beacons of civilisation.
Credits:
Regisseurin:
Ujwala Rao
Darsteller*innen:
Nisha Abdulla, Lakshman KP, Shradha Raj, Laxmi Priya, Sachin Sreenath, Shibani Naidu
Nur
eine Aufführung. Eintritt
frei!
German Spotlight ist ein gemeinsames Projekt des Goethe-Instituts / Max Mueller Bhavan Bangalore und des
Sandbox Collective.
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