Kunstseminar Skype-Seminar zum Thema „Zeitgenössische Kunst” in Bagdad

Skype-Seminar zum Thema „Zeitgenössische Kunst” in Bagdad
Deema Ahmed

Das Goethe-Institut Irak/Verbindungsbüro Erbil veranstaltet in Bagdad eine Seminarreihe zum Thema “Zeitgenössische Kunst”. Schwerpunkt liegt auf Interdisziplinarität und Interaktion. Es soll einen Überblick über spartenübergreifende Arbeitsweisen geben, neue Formen und Methoden der zeitgenössischen Kunst aus verschiedenen Kunstsparten vorstellen und Vorschläge zeigen, wie die einzelnen Sparten arbeiten und verbunden werden können.

Die insgesamt zehn zweistündigen Seminare werden auf Englisch mit Arabischer Simultanübersetzung geführt. Die deutschen Künstler und Kunstexperten werden per Skype anwesend sein. Im Anschluss zu ihrem Vortrag, der möglichst interaktiv gestaltet sein sollte, stellen zwei irakische Nachwuchskünstler ihre Arbeiten vor, jeweils soweit möglich themenentsprechend kuratiert.
 
Das Seminar wird in Bagdad in Kooperation mit der Hochschule der Künste, Universität Bagdad veranstaltet. Die Teilnehmer sind Studierende der Hochschule der Künste, Studierende des Instituts der Künste sowie Mitglieder der Künstlergruppe TARKIB Bagdad Institut für Zeitgenössische Kunst. Es werden zu jedem Seminar zwischen 20 bis 30 Teilnehmer erwartet. (Altersgruppe: 18 – 35 Jahre; Studierende und junge Professionelle)
 
Zeitgenössische Kunst wird im Irak weder gelehrt, noch wirklich praktiziert. Es soll anhand von Beispielen gezeigt werden, wie man als Künstler zeitgenössisch arbeiten und denken kann. Die Ausbildung im Kunstbereich an den staatlichen Hochschuleinrichtungen behandelt kaum Moderne Kunst, da das Lehrsystem in den letzten 50 Jahren nicht modifiziert wurde. Die Lehrerschaft gibt den Studierenden genau vor, wie sie künstlerisch arbeiten sollen. Somit gibt es wenig Freiraum für individuelle künstlerische Entfaltung. Die irakischen Nachwuchskünstler möchten diese Grenze durchbrechen.
 
Die letzte durchgeführte Seminarreihe unter der Leitung des deutschen Aktionskünstlers Fabian Knecht hat gezeigt, dass durch den künstlerischen Gedankenaustausch bei den irakischen Nachwuchskräften Impulse für eigene, nicht-traditionelle Projekte geweckt wurden. Es wurden beispielsweise Zeitskulpturen entwickelt und im Stadtraum oder Galerieraum präsentiert. Es wurden Interventionen im öffentlichen Raum präsentiert. Die Theaterbühne wurde zum Installationsraum oder der öffentliche Raum zur Theaterbühne. Die Erfolge der Seminare mit Fabian Knecht konnte man anlässlich von TARKIB Bagdad Festival für Zeitgenössische Kunst im vergangenen Jahr deutlich wahrnehmen.
 
Um als Künstler erfolgreich zu sein, braucht es Wissen über Selbstorganisation und Selbstvermarktung, was die Mehrzahl der irakischen Nachwuchskräfte nicht hat. Deshalb ist ein Schwerpunkt der Seminarreihe das Selbstmarketing und wie man sich als Künstler beispielsweise mithilfe des Internets über die Grenzen hinaus bekannt machen kann.