Kurdistan 30. Jahrestag: in Gedenken an Halabja

Halabja – The lost children
Akram Hidou

Open Air Konzert „Hani und das Babylon Orchester aus Berlin“

Am 16.03.1988 wurde die kurdische Stadt Halabja durch eine Giftgasattacke getroffen, die tausenden von Menschen, unter ihnen auch viele Kinder, das Leben kostete. Die Attacke erfolgte im Rahmen der Al-Anfal Kampagne des Baath-Regimes, das in Bagdad regierte. Die Bilder der Opfer der Halabja-Attacke sind fester Bestandteil des kollektiven Gedächtnisses der kurdischen Bevölkerung. Die Giftgasfabrik, aus der die tödlichen Bomben kamen, wurde in den 80er Jahren mithilfe deutscher Technologie erbaut und von deutschen Firmen beliefert. Zahlreiche deutsche Firmen wie auch andere europäische Konzerne waren somit an der Herstellung des Gases beteiligt. Dieser Zusammenhang von Greueltaten des Krieges und den Exportgeschäften westlicher Länder ist durch die Ereignisse in Syrien aktueller denn je.

Der 30. Jahrestag sollte im Gedenken der Opfer und ihrer Angehörigen stehen. Gleichzeitig sollte es sich nicht ausschließlich um einen Blick in die Vergangenheit handeln, sondern auch eine Ermahnung im Jetzt. Was haben wir daraus gelernt? Können solche grausamen Massaker in unserer Zukunft verhindert werden?
 
Das Goethe-Institut Irak zeigte am Abend vor dem 30. Jahrestag den Dokumentarfilm „Halabja – The lost children“ des kurdisch-deutschen Regisseurs Akram Hidou:
 
Nach 21 Jahren ist Ali aus dem Iran nach Kurdistan / Irak, in seine Geburtsstadt Halabja zurückgekehrt, um seine Familie zu suchen. Fünf Familien hoffen, dass er ihr vermisstes Kind ist. So auch die Familie des Grundschullehrers und Künstlers Fakhradin, die durch den Giftgasanschlag Saddam Husseins 1988 auf Halabja fünf Kinder verloren hat. Zwei davon sind im Iran vermisst... Ist Ali der verlorene Sohn?
 
Der Veranstaltungsraum im Dolce Vita Café war mit 80 Personen dicht besetzt. Dem Film folgte eine Diskussion mit einem Augenzeugen der Halabja-Attacke, moderiert vom Leiter des Goethe-Instituts Irak, Thomas Kößler.