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von Salam Salman aus Bagdad
Kulher

Salam Salman Kuhler
Salam Yousry © Goethe-Institut

Salam Salman ist 1977 in Bagdad geboren und aufgewachsen. Er hat einen Bachelorabschluss in Kunst von der Fakultät der Schönen Künste der Universität von Bagdad (2006). Als Kind wusste er nichts von der Relevanz, die es hatte, dass seine Mutter eine Faili -Kurdin war. Später jedoch, als andere Kinder von seinem kurdischen Familienhintergrund erfuhren, begannen sie ihn und besonders seinen Bruder, der einen kurdischen Namen trug, zu schikanieren.
 
Faili-Kurden wurden unter dem Saddam-Regime ab den 1970er-Jahren bis 2003 verfolgt. Sie wurden abgeschoben, in den Iran deportiert und aus den Ländern ihrer Vorfahren ins Exil getrieben. Mehr als 350,000 Faili-Kurden wurden in den Iran deportiert und 15,000 verschwanden; sie wurden nie gefunden. Dies war Teil einer breitangelegten Kampagne des Regimes, in deren Rahmen den Faili-Kurden auch ihre irakische Staatsangehörigkeit entzogen wurde und sie fortan als Iraner betrachtet wurden. Im Jahr 1979 wurden systematisch Failis in Bagdad und Chanaqin hingerichtet und später auch in anderen irakischen und kurdischen Städten.
 
Seine Mutter habe Glück gehabt, erzählt Salam. Sie hätte ihre Unterlagen noch rechtzeitig ändern und so der Abschiebung entgehen können. Als Kind verwunderte es Salam, die vielen abgebrannten und verlassenen Häuser, deren kurdische Anwohner zum Gehen gezwungen worden waren, zu sehen. Er erinnert sich, wie er auf dem Weg zu einem Laden eine Gegend durchqueren musste, die aussah, als wäre sie schon seit Jahren verlassen: Häuser waren abgebrannt, Fenster zerbrochen und alles war von Staub bedeckt. Dieser Anblick hat sich in Salams Gedächtnis eingebrannt und lässt ihn bis zum heutigen Tag nicht los.

Der Film

Der Film handelt von den Geschehnissen der 1990er-Jahre, in denen das Saddam-Regime viele Familien unter dem Vorwand, sie seien Iranerinnen und Iraner, des Landes verwies. Salam erinnert sich an die Geschichten seiner kurdischen Mutter über die Gräuel, Verluste und Verzweiflung jener Zeit.
 
Im Mittelpunkt des ca. 90-minütigen Films stehen ein 12-jähriger Junge und dessen Suche nach seiner Mutter. Seine Suche bringt ihn auch in ein Gefängnis, wo er feststellt, dass viele Menschen in einer ähnlichen Lage sind. Salam verarbeitet hier auch seine eigenen Ängste als Kind, von der eigenen Mutter getrennt zu werden. In jenen Tagen wurden viele Kinder von ihren Müttern getrennt, während Männer und Jungen verschleppt und hingerichtet wurden.
 
Der Film befindet sich derzeit in Entwicklung. Das beinahe fertiggestellte Drehbuch verbindet historische Realität mit der Vorstellungskraft seines Verfassers.

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