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von Sarah Al Zubaidi aus Kerbela
Goal Project

Goal Project von Sarah Al Zubaidi
Salam Yousry © Goethe-Institut

Sarah Al Zubaidi wurde 1997 in Kerbela geboren. Sie hat einen Bachelorabschluss in Krankenpflege von der Universität von Kerbela.  Sie hat an vielen Aktivitäten innerhalb und außerhalb des Iraks teilgenommen, wie zum Beispiel an einem Training zu zivilem Aktivismus und Medien der Lebanese American University. Für ihr Projekt mit dem Titel Das Ziel will sie eine Gruppe von Theaterliebhaberinnen und -liebhabern mit dem passenden Namen Theatre Admirers zusammenzustellen.

Das Projekt ist eine Initiative zur Stärkung des Theaters in Kerbela, einer Stadt, deren Kunstproduktion in Vergessenheit geraten ist. Es möchte Kerbelas Bevölkerung, insbesondere die Jugend, dazu motivieren, sich mehr auf Theaterarbeit und Kunst einzulassen. Zu diesem Zweck suchen Sarah und ihr Freund Hussein Ala Majid nach Menschen, die eine Liebe zum Theater und den Wunsch zum Selbstausdruck durch Dramatik teilen.
 
Für die Ausbildung der Teilnehmenden haben sie mehrere Regisseurinnen und Regisseure eingeladen, besonders solche, die in der Vergangenheit bereits im Theater gearbeitet haben und nun anderweitig beschäftigt sind. Sarah leitet das Projekt gemeinsam mit mehreren anderen Autorinnen und Autoren, die neu in diesem Bereich, aber begierig darauf sind, neue Ideen zu verwirklichen. Im Dezember 2018 begannen sie Interessierte per Online-Ausschreibungen anzuwerben. Sie erhielten mehr als 150 Bewerbungen, darunter 30 Frauen.
 
Unter diesen Bewerbungen wurden 50 Personen ausgewählt, unter anderem auch elf der Bewerberinnen, aber diese Zahl soll weiter ansteigen. Derzeit finden noch immer Proben und Trainings statt. Passende Örtlichkeiten für Training und Proben zu finden, ist ein dauerhaftes Problem; der Ort, an dem derzeit geübt wird, war ursprünglich nicht für Theaterproben gedacht. Der Proberaum wechselt daher häufig.

Die Ideen hinter dem Projekt

Kerbela ist eine konservative Stadt, die bis heute an traditionellen Gesellschaftsnormen und religiösen Werten festhält. Kunst, und insbesondere das Theater, ist daher oft vernachlässigt worden.
 
Ohne die Unterstützung ihrer Familie, sagt Sarah, hätte sie ihre Arbeit nicht weiterführen können, denn für ihre Arbeit müsse sie sich oft im öffentlichen Raum aufhalten und Frauen würden viele Barrieren in den Weg gestellt, wenn sie sich durch die Stadt bewegten. Ihre Hoffnung sei, dass die Theateraufführungen erst die Herzen der Menschen für die Kunst öffnen und dann auch weiblichen Familienmitgliedern die Teilnahme erlaubt werde.
 
Hussein Ala, Sarahs Kollege, erzählt: „Wenn Gemeindeaktivistinnen und -aktivisten versuchen, von der Polizei eine Genehmigung für eine Aktivität zu erhalten, machen die Leute oft Probleme, wenn sie erfahren, dass auch Frauen unter den Teilnehmenden sein werden.“ Sarah glaubt, dass die Lösung für dieses Verhalten darin liege, die Leute mit dem Theater in Kontakt zu bringen und so ihr Interesse für Kunst zu wecken. Theater könne ein neues Bewusstsein und frische Denkansätze schaffen und die konservative Mentalität der Stadt verändern.

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