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von Yasir Kareem aus Bagdad
Dunia

Dunia von Yasir Kareem
Salam Yousry © Goethe-Institut

Yasir Kareem wurde in der südirakischen Stadt Nasiriya geboren. Im Jahr 2010 schloss er ein Chemiestudium an der Universität von Bagdad ab. Von 2015 bis 2017 absolvierte er einen Master in Filmregie im Rahmen eines gemeinsamen Stipendienprogramms von Portugal und Schottland.
 
Als Kind schrieb er Gedichte und Kurzgeschichten, aber da seine Familie, wie die meisten irakischen Familien, größeren Wert auf Medizin und Ingenieurswissenschaften legte, absolvierte er das Chemiestudium. Dieses konnte jedoch nicht seine Leidenschaft für die Kunst stillen, der er sich später zuwenden würde.

Die Inspiration hinter dem Film

Yasirs Projekt ist ein Drama im Spielfilmformat. Es ist nach einer seiner Schwestern, Dunia, benannt und von ihrer Geschichte als Frau in Südirak inspiriert. Durch seine persönliche Geschichte und Fähigkeit der Selbstreflexion hat sich in Yasir zunehmend die Wahrnehmung verstärkt, dass Männer und Frauen streng von den ihnen vorgeschriebenen Geschlechterrollen in der Gesellschaft beherrscht werden; eigentlich besäßen jedoch auch Männer feminine und Frauen maskuline Seiten.
                                 
Als er sein Studium in Europa abgeschlossen hatte, begann er intensiver über dieses Thema zu recherchieren. Yasir meint, dass sich Kunstschaffende im Irak neben gesellschaftlichen Themen auch persönlicher Probleme annehmen sollten: „Filme sollten aus unserem Inneren kommen, sonst sind sie nichts anderes als Propaganda“.

Die wichtigste Botschaft des Films

Dunia ist ein Spielfilm, der sich noch in seiner Entwicklungsphase befindet. Die Entwicklung des Teasers des Films wurde von dem Projekt Aktionsbühne Irak unterstützt und ist fertiggestellt.
 
Die Handlung folgt einer Frau namens Dunia, die eine ihrer Studentinnen vor einer Zwangsehe bewahren will. Sie scheitert und erfährt, dass das Mädchen Selbstmord begangen hat. Dunia wird von Gefühlen des Versagens und der Schuld gequält. Während sie ihre eigene Scheidung in die Wege leitet, beginnt sie ihr Leben der Rettung anderer mit dem gleichen Schicksal zu widmen.
 
Der Film will darauf aufmerksam machen, dass, auch wenn sich Zwangsehen mit der Zeit in Art und Häufigkeit gewandelt haben, auf Frauen noch immer ein ungeheurer Druck lastet, einen von der Gesellschaft als angemessen betrachteten Mann zu finden. Das Leben vieler Frauen wird als bedeutungslos wahrgenommen, wenn sie keinen Mann finden, auf den sie sich stützen können. Die Anwesenheit eines Mannes im Leben der Frau bedeutet für sie nach wie vor einen höheren Status.
 
Yasir sagt, dass einer Frau allein in der irakischen Gesellschaft sehr wenig Wert zugesprochen wird. Wenn sie ohne ihre Eltern lebt, ist sie ein Nichts. Dieser Druck, einen Ehemann zu finden, sei nur eine andere Form der Zwangsehe.

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