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von Ameen Muqdad aus Mossul
Licht

Ameen Muqdad W
Salam Yousry © Goethe-Institut

Ameen Muqdad wurde 1998 in Bagdad geboren, wo er nun lebt. Er hat einen Bachelor in Agrarwissenschaften und Ingenieurswesen. Musik ist seine große Leidenschaft und er spielt mehrere Instrumente, darunter Violine und Cello. 2003 zog Ameen nach Mossul, um dort Musik zu studieren.

Das Projekt Licht - Musikworkshop

Das Projekt besteht aus zweimonatigen Workshops und einem anschließenden Konzert, welches an einem öffentlichen Platz unter freiem Himmel stattfindet. Frauen und Männer sind gleichermaßen eingeladen an den Veranstaltungen teilzunehmen. Insgesamt werden voraussichtlich 26 Personen, 13 Männer und 13 Frauen, teilnehmen. Die gleiche Anzahl von Teilnehmerinnen und Teilnehmern ist als Botschaft zu verstehen, die sich für die Gleichberechtigung und ein gemeinsames Leben der Geschlechter ausspricht - in einer Stadt, die unter anderem wegen dem sogenannten Islamischen Staat (ISIS ) unter einer extrem strikten Separation der Geschlechter gelitten hat. Das Projekt will jeglichen Denkmustern jener Gruppierung entgegentreten.

Das Konzept hinter dem Projekt

Dieses Projekt reflektiert Ameens Traum von Diversität und einer freien, offenen Kultur, die er sich für eine Stadt wie Mossul, die noch immer unter den Folgen der jüngsten Geschichte leidet, wünscht. Frauen seien durch die Einnahme der Stadt durch die Miliz in eine den Männern untergeordnete Rolle gedrängt worden abseits der Öffentlichkeit. Jene Rolle haben sie schockierender Weise mittlerweile teilweise internalisiert und für sich akzeptiert, meint Ameen. Er glaubt, dass gemeinsames Musizieren eine Geschlechtertrennung aufbrechen kann. Das Nebeneinander von Frauen und Männern gleichermaßen im Training und Konzert soll einen positiven Einfluss haben. Laut Ameen dient Musik dazu Hass, Krieg und Zerstörung zu überwinden. Nur durch Frieden und Musik könne die Stadt Mossul mit den schrecklichen Geschehnissen der Vergangenheit abschließen.
 
Zwei Jahre im festen Griff des sogenannten Islamischen Staats (ISIS) habe Ameen nur in seiner Überzeugung bestärkt, dass Musik die Macht besitzt zu retten und zu heilen. Er sagt, dass er ohne Musik sehr wahrscheinlich einen Nervenzusammenbruch erlitten hätte – eine nur natürliche Reaktion auf die tägliche Grausamkeit und den Tod auf den Straßen. Deshalb glaubt Ameen fest daran, dass Musik das einzige Heilmittel ist. Er wird das Konzert unter freiem Himmel – und nicht hinter verschlossenen Türen – abhalten; an einem Ort, den die Teilnehmenden wählen werden.
 
Auf seine Rückkehr aus Bagdad nach Mossul zur Durchführung der Workshops und des Konzerts müsse er sich nun erst einmal mental vorbereiten, sagt Ameen. Für ihn ist Mossul wie ein kranker Patient, der Heilung braucht. Und Heilung sieht er nur als dann möglich, wenn sich die Menschen der Stadt miteinander versöhnen und Frieden schließen und zwar durch Musik. Über 172 Menschen bewarben sich für die Workshops, doch nur für 26 ist Platz. Die große Anzahl an Interessierten sei jedoch ein eindeutiges Zeichen, dass die Menschen von Mossul, besonders die Jugend, für Musik und Kunst offen seien.
 
Ameen will die Teilnehmenden musikalisch ausbilden und mit Musikinstrumenten ausstatten, wie er erklärt. Er sucht vor allem Interessierte, welche er nicht nur auf Grundlage vorhandener Talente, sondern auch aufgrund ihres Denkens, ihrer Offenheit und ihrem Streben nach Freiheit auswählt.

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