Schnelleinstieg:
Direkt zum Inhalt springen (Alt 1)Direkt zur Sekundärnavigation springen (Alt 3)Direkt zur Hauptnavigation springen (Alt 2)

von Hasan Falih aus Bagdad
Alsadrea Chopin

Hassan Falih W
Salam Yousry © Goethe-Institut

Hasan Falih ist ein irakischer Romanautor. Er wurde 1981 in Bagdad geboren. Er hat einen Masterabschluss in Grafikdesign. Er ist Lehrer für Graphikdesign an der Fakultät der Schönen Künste der Universität von Bagdad und arbeitet als Drehbuchautor für das Iraqi Independent Film Center.
 
Hasan hat mehrere Romane geschrieben, darunter Taxi Crown (2015), Reader of the Clay (2016) und Cameras and Angels (2018), sowie eine Kurzgeschichtensammlung (2017). 2015 gewann sein Theaterstück The Alawi Well über den Besitzer einer heiligen Quelle in Nadschaf, in der traditionell die Toten gewaschen werden, den ersten Preis beim Theaterfestival des Instituts für Schöne Künste. Hasan hat an einem vom Booker Prize in Amman/Jordanien organisierten Workshop teilgenommen, der von mehreren bedeutenden arabischen Schriftstellerinnen und Schriftstellern geleitet wurde.

Einfluss der Situation im Irak auf Hasans Arbeit

Hasan weist darauf hin, dass es irakische Schriftstellerinnen und Schriftsteller trotz aller Probleme und konfessionsbedingten Konflikte geschafft hätten, von 2003 bis heute insgesamt 700 Romane zu produzieren. Unter dem Regime Saddam Husseins sei das Land militarisiert und alles in den Dienst des Diktators gestellt worden, so auch Dichtung, Musik, Fotografie, Literatur, Filme und Medien. Obwohl der Irak noch immer viele Probleme habe, sei die Situation kaum mit damals zu vergleichen, sagt Hasan.
 
In seinem Roman Taxi Crown von 2015 geht es um die 286 Studenten der Universität von Bagdad, die alle den Namen Sabah trugen und im Jahr 1981 zusammengetrieben und in der Stadt Nadschaf hingerichtet wurden. Grund allein war, dass ein heimliches Mitglied der Oppositionspartei Sabah hieß.

Das Projekt

Der Roman Alsadrea Chopin, unterstützt von dem Projekt Aktionsbühne Irak, handelt von den neuen Problemen, die den Irak der Gegenwart prägen. Es geht um den jungen Musiker und Komponisten Ashur, der aus einer ehemaligen Nachbarschaft in Bagdad, Al-Sadrea, stammt. Er ist nach seinem im Ersten Golfkrieg getöteten Onkel Ashur benannt und der Name gefällt ihm überhaupt nicht. Die Menschen im Viertel nennen ihn deshalb Chopin Alsadri, nach dem berühmten polnisch-französischen Komponisten Frédéric Chopin.
 
Nach dem Fall des Saddam-Regimes im Jahr 2003 kauft Ashur auf einem Straßenmarkt ein gebrauchtes Klavier. Doch der Weg, seiner Leidenschaft für Musik nachzugehen, ist voller Hürden. So fängt es schon damit an, dass das Klavier nicht durch die für Al-Sadrea typische kleine, schmale Haustür passen will. Auch die in der Umgebung operierenden Milizen wollen Musik verbieten. Als Ashur hört, dass die neugebildete irakische Regierung eine neue Nationalhymne sucht, macht er sich an die Arbeit diese zu komponieren. Er hofft, dadurch genug Geld zu gewinnen, um eine sichere Unterkunft für das Klavier zu mieten. Inmitten seines kulturfeindlichen Umfelds komponiert Ashur unbeirrt weiter.

Eine Widmung an irakische Musikschaffende und die Misere der Musik

Hasan ist, sowohl als Lehrer als auch Schriftsteller, besorgt über die kritische Lage von Kunst, Musik und Kultur im Irak. Bis heute gäbe es großangelegte Initiativen, die die Schließung aller Institutionen für Schöne Künste im Irak und die Brandmarkung von Musik als „haram“ (religiöses Tabu) anstrebten. Für Hasan ist Musik eine Kultur und Sprache für sich, mit der er Gedanken und Gefühle ausdrücken könne, die mit Worten nicht zu kommunizieren seien. Aus diesem Grund widmet Hasan den Roman den Musikschaffenden, die im Irak unter schwierigen Bedingungen arbeiten müssen, sowie der Musik im Allgemeinen als Kunstform und Ausdruck von Kultur.

Top