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von Noor Al Huda Faraj aus Basra
The Used Doll’s Store

Noor Al Huda W
Salam Yousry © Goethe-Institut

Noor Al Huda Faraj ist eine irakische Künstlerin und Journalistin. Sie wurde 1992 in Basra geboren, wo sie heute lebt und arbeitet. Sie hat einen Masterabschluss mit Schwerpunkt Theater. Der Erste Golfkrieg und der Einmarsch des alten Regimes in Kuwait ließ ihre Familie in Jordanien Zuflucht suchen. Erst 2006 kehrte Noor nach Basra zurück und fand dort Chaos, Konflikt und Krieg, wie sie in den meisten anderen Städten des Iraks nach dem Regimesturz herrschten. Ethnische und konfessionsbedingte Konflikte schränkten sie als Frau in Basra sehr viel stärker ein, als sie es von ihrem relativ freien Leben in Jordanien kannte. Bis heute begegnet Noor als Frau und Künstlerin in dieser chaotischen, konservativen Stadt vielen Schwierigkeiten, weshalb ihr die Kunst als Ausdrucksmittel umso wichtiger ist.

Hintergrund des Projekts

Die Serie von Kriegen, die der Irak erlebt hat, hätten Noor zufolge dazu geführt, dass sich viele Medien und Kunstproduktionen im Land nur für Geschichten von Krieg, Verlust, Trauer und Politik, natürlich immer in Verbindung mit historischem Heroismus, interessierten. Oft dominiere Schwarz die Kunstszene wie auch Themen rund um Krieg, Waffen und Kampfesmüdigkeit. Noor glaubt, dass der Irak sich wieder auf die einfachen und farbenfroheren Dinge des Lebens konzentrieren müsse, um sich von Kriegstrauma und Vergangenheit erholen zu können. Ihr Projekt bietet einen Weg aus der Kriegsrhetorik und die Rückkehr zum Leben in all seinen einfachen, aber schönen Aspekten.
 

Theatershow: The Used Doll’s Store

Noors Projekt ist eine im Realismus verwurzelte, fiktionale Tragikomödie. In ihrer Essenz handelt sie von der Akzeptanz derjenigen, die anders sind als wir. Das Stück interagiert nicht direkt mit dem Publikum, sondern durch Puppen. Es will die Akzeptanz gegenüber anderen Religionen, Ethnien und Geschlechtsidentitäten fördern. Im Mittelpunkt der Handlung steht ein Spielzeugladen, der sowohl Kinderspielzeuge verkauft als auch in seiner Werkstadt neue Spielzeuge herstellt. Das Stück ist auch zugänglich für Menschen mit Hör- oder Sprachbeeinträchtigungen, da vorwiegend mit Körpersprache gearbeitet wird. Es ist 30 bis 40 Minuten lang.
Die Schauspielerinnen und Schauspieler schlüpfen in die Rollen von Puppen; nur zwei Charaktere sind menschlich: der Ladenbesitzer und eine Mitarbeiterin. Die Puppen unterhalten sich über die Ankunft einer neuen Figur und eine meint: „Was anders ist, stellt nicht notwendigerweise eine Bedrohung für mich dar“. Noor geht es darum zu thematisieren, wie Unbekanntes und Fremdes unbegründet Angst auslösen kann und wie man durch Dialog und Miteinander solche Ängste und Unsicherheiten überwinden kann.
 
Das Stück ist für die Bühne geschrieben, jedoch ist das Theater in Basra technisch nicht ideal ausgestattet. Deshalb plant Noor ihr Stück für Aufführungen unter freiem Himmel, zum Beispiel in Parks, adaptieren.

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