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Berlinale 2020
Willem Dafoe und Abel Ferrara: Kollegen und Freunde

Siberia von Abel Ferrara
Siberia von Abel Ferrara | © 2020 Vivo film, maze pictures, Piano

Regisseur Ferrara und Schauspieler Dafoe präsentieren auf der Berlinale ihren jüngsten Film.

Von Andrea D’Addio

Wir treffen die beiden gemeinsam auf einem Sofa sitzend im vierten Stock eines der großen Gebäude am Potsdamer Platz. Auf unser „Buongiorno“ antworten sie unisono „Ciao!“ – mit einem kaum hörbaren US-amerikanischen Einschlag. Sie lächeln, ihre Vertrautheit ist spürbar. Aber die beiden kennen einander auch schon seit Jahren. Das erste Mal arbeiteten sie 1998 am Set von New Rose Hotel zusammen. Seither haben sich Ferrara und Dafoe nicht mehr aus den Augen verloren, weder am Set noch außerhalb. Tatsächlich leben beide seit einigen Jahren in Rom. Dafoe berichtet: „Das ist reiner Zufall. Im Laufe der Jahre hat sich nicht nur ein immer stärkeres künstlerisches Einverständnis entwickelt, sondern uns lockten auch dieselben Orte. Und Rom ist traumhaft, in die Staaten fahren wir in erster Linie aus beruflichen Gründen.“

Ein kleines bisschen Italien steckt auch in Siberia, ihrer dritten Kooperation in Folge nach Pasolini und Tommaso. Der Film, der auf der Berlinale im Wettbewerb läuft, erzählt die Geschichte eines einsamen Mannes, der in der Tundra gegen seine Dämonen kämpft. Die Produktion übernahmen die beiden italienischen Filmgesellschaften Vivo Film und Rai Cinema, die in das Projekt gleich auch Deutschland und Mexiko miteinbezogen.

Berlin: Stadt der Rückkehr, Stadt der ersten Male

Wenn man sie fragt, wie es für sie ist, auf der Berlinale zu sein, antworten die beiden fast automatisch: „Eine Ehre.“ Wenn es hingegen um die Stadt geht, wird Dafoe etwas persönlicher: „Ich komme schon seit den 70er Jahren mit der Theatergruppe Wooster Group immer wieder nach Berlin. Berlin war schon immer eine Stadt der Kreativität. Außerdem fühle ich mich Deutschland verbunden, die Familie meines Vaters stammt aus Deutschland.“ Abel Ferrara stimmt zu: „Berlin ist Leben.“ Als wir ihn fragen, in welcher Hinsicht, hat er sofort ein Beispiel parat. „Heute Abend feiern wir Siberia mit einer Party. Und Willem hat beschlossen, auf der Bühne etwas zu singen. Er hat eine wunderschöne Stimme, aber er ist schüchtern. Ich meine aber, dass ihm Berlin die nötige Energie geben wird.“ Dafoe versucht, die Begeisterung zu bremsen: „Das stimmt nicht, ich weiß noch nicht, ob ich das machen werde, ich muss noch darüber nachdenken.“

Wie die Sache schließlich ausgegangen ist? Ein paar Stunden später trat Dafoe auf der Bühne des Clubs Ritter Butzke auf. Ein Konzert, das kaum einer der Anwesenden je vergessen wird. Auch das ist die Berlinale.

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