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Berlinale-Blogger*innen
Improvisation als kreativer Drahtseilakt

Giulia Tagliavia
Giulia Tagliavia | © Giulia Tagliavia

Das Tolle an Festivals ist diese großartige Mischung aus Farben, neuen Impulsen und Geschichten, die einen dort erwartet. Und von einer dieser Geschichten möchte ich euch heute erzählen. Genauer gesagt von Giulia Tagliavia, einer jungen italienischen Komponistin und Musikerin, die für die Teilnahme an der Berlinale Talents 2021 ausgewählt wurde.

Von Elena Gabella

Das Tolle an Festivals ist diese großartige Mischung aus Farben, neuen Impulsen und Geschichten, die einen dort erwartet. Und von einer dieser Geschichten möchte ich euch heute erzählen. Genauer gesagt von Giulia Tagliavia, einer jungen italienischen Komponistin und Musikerin, die für die Teilnahme an der Berlinale Talents 2021 ausgewählt wurde. Giulia, die bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde, ist es dank ihrem Talent, ihrer Hartnäckigkeit und ihrem Fleiß gelungen, ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen. Nun wird sie also demnächst, gemeinsam mit anderen jungen Hoffnungsträgern der siebten Kunst, an einer ganz besonderen Veranstaltung der Filmfestspiele Berlin teilnehmen.

Ciao Giulia! Zuallererst herzliche Gratulation zu deiner Teilnahme an der neuen Ausgabe der Berlinale Talents. Wie fühlst du dich? Was erwartest du dir von der Veranstaltung?

Ich bin sehr gespannt, was da auf mich zukommt! Ich habe große Erwartungen, vor allem hinsichtlich der internationalen Dimension der Veranstaltung, die es mir ermöglicht, viele Talente des zeitgenössischen Films kennenzulernen und mich mit neuen Sichtweisen auseinanderzusetzen. Ich bin davon überzeugt, dass die Berlinale Talents, trotz der schwierigen Umstände aufgrund der Pandemie, die Herausforderung erfolgreich meistern wird. Ich erwarte einige tolle Überraschungen.

Hast du schon immer davon geträumt, für die Filmbranche zu arbeiten, oder ist deine Teilnahme das Ergebnis einer Reihe unerwarteter Ereignisse?

In gewisser Hinsicht habe ich mich dieser Welt schon früh verbunden gefühlt. Bereits als Studentin am Konservatorium begann ich, in diese Richtung zu experimentieren, etwa in Form von Improvisationen zu Szenen, Situationen oder Erzählungen. Dann folgten die ersten Arbeiten. Die Möglichkeit zu haben, Regisseure kennenzulernen, mit denen man zusammenarbeiten kann, ist von grundlegender Bedeutung und ergibt sich zum Teil rein zufällig.

Die Musik für einen Film zu komponieren bedeutet, unter enger Bezugnahme auf die Bilder und die Welt der visuellen Wahrnehmung zu arbeiten. Wie gehst du in deiner kreativen Arbeit mit dieser gegenseitigen „Abhängigkeit” von Ton und Bild um?

Giulia Tagliavia © Giulia Tagliavia Für mich ist das Drehbuch sehr wichtig. Wenn ich lese, wie der Autor die Geschichte erzählt, und zwar noch bevor ich sie gesehen habe, gibt mir das die Möglichkeit, einen geistigen Raum zu schaffen, der frei ist von jeglicher visuellen Konditionierung. Ein Raum, in dem ich in die richtige Stimmung kommen und Verbindungen zwischen dem Skript und der Musik suchen kann. Natürlich ist es wichtig, die Bilder zu sehen, aber man darf dabei nie den Bezug zum Werk in seiner Gesamtheit verlieren.

Kommen wir zu unserer letzten, etwas persönlicheren Frage, in Bezug auf deine Erfahrung im Bereich Jazz. Diese Musikrichtung zeichnet sich insbesondere durch Improvisationen aus. Hat dir dieser Zugang in gewissen Situationen die Arbeit erleichtert?

Auf jeden Fall. Es war die Improvisation, die mich zum Jazz geführt hat. Ich liebe Jazz und war, wenn auch als Outsiderin, viel in der Szene unterwegs. Improvisation ist ein Mittelding zwischen Komposition und der reinen Energie, die in einem bestimmten Moment freigesetzt wird. Für mich ist es wichtig, in Kontakt mit dieser drahtseilakthaften Dimension der Kreativität zu bleiben, die Arbeit am Schreibtisch kommt später, wenn man die Ideen weiterspinnen und eine entsprechende Struktur entwickeln muss. Gleichzeitig ist das aber auch der schönste Teil.

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