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Maria Schrader im Wettbewerb der Berlinale 2021
Ausblick in eine gemeinsame Zukunft von Menschen und Humanoiden

Dan Stevens - Ich bin dein Mensch, by Maria Schrader - D 2021
Dan Stevens - Ich bin dein Mensch by Maria Schrader - D 2021 | Berlinale 2021, Competition | Foto (Zuschnitt): Christine Fenzl

Jeder von uns hat ethische Prinzipien, die unser Handeln und unsere Entscheidungen im Alltag bestimmen. Was aber, wenn wir unsere ethischen Grundsätze gegen Glück tauschen könnten? Was von beiden würde schwerer wiegen?

Von Elena Gabella

Maria Schraders Film, der im Wettbewerb der Berlinale 2021 läuft, regt in mehrerlei Hinsicht zum Nachdenken an. Die deutsche Regisseurin bringt mit Ich bin dein Mensch eine Geschichte auf die Leinwand, die von einer sehr nahen Zukunft zu erzählen scheint. Es ist nicht schwer, in diese Welt einzutauchen – sei es aufgrund des Settings, das an unsere Gegenwart erinnert, sei es aufgrund der extrem fortschrittlichen Technologien, die an unsere aktuellen Forschungsbestrebungen denken lassen.

Die Protagonistin Alma (Maren Eggert) lebt mit einem hochentwickelten Roboter (Dan Stevens) zusammen, der speziell für sie programmiert wurde. Er kennt ihre Bedürfnisse und weiß, wie er sie glücklich machen kann. Doch der Preis dafür ist hoch: Alma muss sich mit dem Gedanken anfreunden, hier einen „künstlichen Menschen“ ins Herz zu schließen, und erkennen, dass die Technologie durchaus imstande ist, eine Leere zu füllen. Anders als Menschen, die eine solche oft erst entstehen lassen.

Aber wenn dies möglicherweise die Zukunft ist, was wird dann aus zwischenmenschlichen Beziehungen? Wenn wir sowohl als Arbeitskräfte wie auch als Menschen ersetzbar sind, was ist dann unser Zweck? Sind wir bereit, unsere ethische Integrität aufzugeben, nur um glücklich zu sein? Der Film thematisiert diese Fragen auf unbeschwerte Art in einer flüssig erzählten, gefälligen Komödie. Und nicht nur das: Die Darstellung der Protagonisten überzeugt in allen Szenen. Tom wirkt wie ein echter Humanoid aus Haut und Knochen, während sich Alma mit jeder Minute verändert und die Zuseher unmittelbar miterleben lässt, wie ihr wissenschaftlicher Verstand aufgrund ihrer Zuneigung zu Tom lernen muss, auch das zu akzeptieren, was er nicht erklären kann.

Der Film nimmt uns mit in Almas Alltag, lässt uns mit ihr verbunden fühlen, wir teilen ihre Gedanken, Entscheidungen und auch Zweifel. Der Film endet glücklich und friedlich, aber wird dieses Glück in unserer Realität Bestand haben? Bleibt uns nur, die Ergebnisse der technologischen Forschung abzuwarten: In der Hoffnung, zum Zeitpunkt neuer Entdeckungen darauf vorbereitet und – wieso nicht – bereits glücklich zu sein!

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