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Berlinale Summer Special 2021
Die Wiederentdeckung: „Theo and the Metamorphosis“

Théo Kermel | Theo and the Metamorphosis von Damien Odoul | Panorama | FRA 2021
Théo Kermel | Theo and the Metamorphosis von Damien Odoul | Panorama | FRA 2021 | Foto (Detail): © Kidam

Einer der frustrierendsten Aspekte des Lockdowns war der fehlende Kontakt zur Natur. So erkennen wir uns im Protagonisten des Films „Theo and the Metamorphosis“, der zugleich die Kraft der Neugier verkörpert, schnell selbst wieder.

Von Elena Gabella

 

Aus einer naiven Perspektive

Theo, ein Junge mit Down-Syndrom, lebt im Wald und träumt davon, ein Samurai zu werden. Jeden Tag führt er Rituale und gezielte Übungen aus, die ihm sein Vater beigebracht hat, streift durch die üppige Natur und begegnet wilden Tieren. Doch trotz seiner ausgeprägten Unabhängigkeit ist Theo in manchen Belangen noch naiv. Der Film ist eine Reise in seinen Kopf und lädt die Zuseher*innen dazu ein, Theos Welt aus dessen unschuldiger Perspektive zu entdecken. Das Ergebnis ist überzeugend und bisweilen komisch: Es ist inspirierend, die Umwelt durch Theos Augen zu sehen, und faszinierend, gewisse Situationen aus der geschützten Perspektive des Unschuldigen zu erleben.
Théo Kermel | Theo and the Metamorphosis von Damien Odoul | Panorama | FRA 2021 Théo Kermel | Theo and the Metamorphosis von Damien Odoul | Panorama | FRA 2021 | Foto: © Kidam Der Film ist in kurze Kapitel unterteilt, die durch lustige Illustrationen und prägnante, eingängige Musikeinlagen voneinander abgetrennt sind: Sie markieren die einzelnen Phasen von Theos Gedanken. Dialoge sind selten, gleichzeitig werden alle Szenen von den Selbstgesprächen des Protagonisten begleitet.

Das Wunder der kleinen Gesten

Theo and the Metamorphosis ist ein französischer Film von Damien Odoul, der auf der Berlinale 2021 in der Sektion Panorama läuft. Der Regisseur war bei der Vorführung am Montagabend im Freiluftkino Kreuzberg anwesend, der Inhalt des Films passt perfekt zur Rückkehr des öffentlichen Lebens in der deutschen Hauptstadt. Beim Betrachten des Films freuen auch wir uns über das Wunder der kleinen Gesten, die uns in letzter Zeit so sehr gefehlt haben. Zudem scheint man das Bedürfnis nach Nähe zur Natur gewissermaßen auf der Haut zu spüren, ebenso wie die Freude an einem Bad im See, an menschlichem Kontakt. Letzten Endes unterscheidet sich Theos Entdeckung seiner selbst und der Welt um ihn herum damit nicht allzu sehr von dem Wiederentdecken, das uns erwartet, sobald die Normalität zurückgekehrt ist.

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