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Cristiana Cott Negoescu
Homa Aparato

Ein wesentlicher Aspekt in der performativen Praxis von Cristiana Cott Negoescu ist die Interaktion zwischen Publikum und Performerin, welche häufig durch Maschinen vermittelt wird. Im Rahmen ihrer Residency in Genua wurde in Kollaboration mit dem Social Cognition in Human-Robot Interaction Department des Instituto Italiano di Technologia im Palazzo Ducale Genova die Performance »Homa Aparato« aufgeführt.

Von Mattis Kuhn


Besucher*innen betreten einen in rotes Licht und projizierte Wellen eingetauchten Raum, in welchem die Performerin (Cristiana Cott Negoescu) auf einer Bahre liegt. Um ihren Kopf ist eine Halbkugel angebracht, ein Wasserschlauch führt in diese hinein zu ihrem Mund. Zu ihrer Seite sitzt ein Humanoid und gibt den Besucher*innen Anweisungen, wie die Performance gesteuert werden kann. Dann beginnt das Wasser in den Mund zu fließen.

Im Zentrum ihrer Performance steht die Verantwortung, die wir Menschen mit der Entwicklung und Anwendung von Maschinen eingehen. Grundlegend dafür ist zunächst, dass wir überhaupt in der Situation sind, durch Interaktionen, in diesem Fall soziale Interaktionen mit einem Humanoiden, in maschinelle Abläufe eingreifen zu können. Wenn wir diese Möglichkeit zur Intervention haben, liegt es an uns sie auch zu nutzen. Besucher*innen müssen mit dem Humanoiden kommunizieren um die Situation zu verändern, die Performerin liegt reglos wie ein Objekt auf der Bahre.

Der Roboter teilt mit, dass er durch Menschen bedient wird. Doch wir sehen nur die Performerin. Vergessen wir, was wir nicht sehen können? Die Dokumentation der Performance erlaubt einen Blick hinter die Kulissen. Zwei Menschen überwachen die Performance mittels Kameras, steuern das Licht, den Wasserkreislauf und den Humanoiden. Damit sind sie auch ein Verweis auf eine lange Tradition der Fakes hinsichtlich der Eigenständigkeit von Robotern oder Software. Wo Betrachter*innen nur eine augenscheinliche Eigenständigkeit wahrnehmen können, befinden sich im Hintergrund minutiös geplante Abläufe oder durch Menschen betätigte Steuermechanismen. Gewissermaßen geht es aber genau darum: Menschen in den Mittelpunkt der Entscheidungsfindung zu stellen. "Technology can help but it's your choices that make the difference.", sagt uns der Humanoid.

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