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Tiz Creel
In a dark place

»In a dark place« von Tiz Creel besteht aus aktuell zwei Projekten zu unangenehmen ästhetischen Artefakten und durch diese ausgelöste Emotionen, beides unterstützt durch KI-Algorithmen.

Von Mattis Kuhn

A dark place © Tiz Creel Für ihre Arbeit »Uncanny model« erschuf Tiz Creel ein individuelles Datenset aus mehr als 300 eigens angefertigten Illustrationen. Diese zeigen imaginierte Kreaturen, welche gemeinhin unangenehme Gefühle erzeugen: Wesen ausgestattet mit einer unnatürlichen Anzahl an Extremitäten, Köpfen oder Augen, schemenhaften Körpern, offenen Wunden, ausgelagerten Knochen und überdimensionierten Augen, Klauen oder Mäulern. Inspiriert sind die Zeichnungen von Filmen, Kunstwerken und Ikonografien – auch aus lokalen Museen in Turin – die den Themen Horror, Angst, Dunkelheit etc. entspringen und diese weiter reproduzieren. Gestützt werden ihre Illustrationen von wissenschaftlicher Forschung über Gestaltungsmittel, die unangenehme Gefühle auslösen können: farblose Bilder, Leblosigkeit, Leere, hohe Kontraste, Themen wie Tod, Isolation, Gewalt und Verstümmlung.

Mit dem Datenset wurde ein neuronales Netz (StyleGAN2) trainiert. Im Trainingsprozess wurden maschinell gemeinsame Merkmale dessen extrahiert, was wir als visuell unangenehm empfinden. Im Anschluss an das Training kann dieses extrahierte Wissen in Form von synthetisch erzeugten Bildern dargestellt werden, welche neuartige ästhetisch unangenehme Kreaturen hervorbringen.

Für »Sonic feelings« erzeugte Creel drei Audiosamples, von denen zwei negativ und eine positiv wahrgenommen werden sollen. Das Soundmaterial wurde teilweise während der Residency aufgenommen, bspw. Kirchenglocken und Geräusche des eigenen Magens. Über ein KI-basiertes Emotion-Tracking-System werden die Reaktionen der Hörer*innen analysiert und dienen so der Künstlerin als Feedback zu ihrem Sounddesign. Damit bewegt sie sich im Bereich des Affective Computing, welches es in Zukunft ermöglichen könnte, Inhalte während ihrer Rezeption in Echtzeit auf die gemessenen Reaktionen der Rezipient*innen anzupassen.

In Arbeit ist ein dritter Teil des Projektes, welcher mittels Lasercutting im Fablab Turin begonnen wurde: Schattenspiele auf Basis des Datensets für »Uncanny model«.

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